Seit Anfang der Saison fahre ich nun das Scott Genius LT 2013. Meine Wahl fiel auf das Scott Genius LT, da ich mit einem einzigen Bike alles von Touren bis zu Downhillstrecken im Bikepark fahren möchte. Diesen Spagat schafft nur ein Superenduro. Mit dem Superenduro Genius LT von  Scott werden Long-Travel Bikes für eine breite Zielgruppe salonfähig. Der Clou: das variables Fahrwerk, bei dem sich der Hub via Lenkerhebel einstellen lässt. Ich würde es mittlerweile als „Eierlegende Wollmilchsau“ bezeichnen. Und das ist wirklich nicht übertrieben wenn man mit einem Bike lange Anstiege wie auch reine Downhillstrecken im Bikepark spielerisch bewältigen kann. Hier berichte ich aus Sicht eines Dauertests mit ca 40 Tagen im Sattel.

Scott Genius LT 2013 am Flow Trail in Corviglia St Moritz
Scott Genius LT 2013 am Flow Trail in Corviglia St Moritz (c) Outdoormind

Scott Genius LT 2013 im Test

Ich mache ein Superenduro an folgenden Merkmalen fest:

Fahrwerk

Mindestens 160mm Federweg vorne, gerne auch 180mm, um Reserven für ruppige Strecken zu haben. Abesenkfunktion für lange, steile Anstiege. Hinten ein Dämpfer mit Plattformfunktion, um Wippen beim Hochtreten zu vermeiden. Am besten ist ein Dämpfer mit verstellbaren Modi.

Cockpit

Maximal 60mm Vorbaulänge und ein Lenker mit mindestens 720mm.

Scheibenbremsen

200mm Scheibenbremsen vorne, hinten mindestens 180mm. Kräftige Bremsen für genügend Bremskraft bei langen Downhills oder im Bikepark. Wichtig: eine einfache Weitenverstellung am Bremshebel.

Geometrie

Eine moderne Geometrie sorgt für das richtige Gefühl auf den Trails. Tiefer Schwerpunkt, ein niedriges Tretlager, kurzer Hinterbau und flacher Lenkwingel sorgen agiles Handling und Laufruhe.

Sattelstütze

Eine Vario-Sattelstützen mit Fernbedienung ist bei einem Superenduro ein Muss. Per Knopfdruck verschwindet der Sattel nach unten oder fährt wieder hoch. Voraussetzung, um jedes Gelände, hoch oder runter, zu meistern.

Reifen

Stabile Reifen um 2,4 Zoll für Pannensicherheit, Grip und Fahrspaß. Für Bikeparkeinsatz lohnt es sich DH-Reifen aufzurüsten. Längere Touren sind jedoch nicht mit DH-Reifen zu empfehlen.

Scott Genius LT 2013 beim Drop im Bikepark Lenzerheide - Copyright Outdoormind
Scott Genius LT 2013 beim Drop im Bikepark Lenzerheide (c) Outdoormind
Scott Genius LT auf den Trails in Sölden mit Bergpanorma - Copyright Outdoormind
Scott Genius LT auf den Trails in Sölden mit Bergpanorma (c) Outdoormind

Das Fahrwerk

Neben dem leichten Karbonrahmen überzeugt das Genius LT von Scott durch das leicht einstellbare Fahrwerk über die patentierte Twinloc-Technologie. Das ermöglicht das gleichzeitige Einstellen vom Dämpfer und Gabel. 3 Modi sind möglich: Einen für das reine Bergabfahren, einen für Trails mit Tretpassagen und einen straffen Modus für Uphills und flache Passagen, wo wenig Federweg gefragt ist. Die Einstellung bewirkt gleichzeitig Reduktion vom Federweg wie Veränderung der ein- und ausfedernden Eigenschaften des Fahrwerks. So ist z.b. im Uphill Modus, mit straffen Fahrwerk und abgesenkter Gabel eine steile Passagen kein Thema.

Besonders die Leichtigkeit, trotz einem Federweg von 180 mm, überzeugt. Das Bike hat einen HMX-Carbon-Rahmen, hochwertige SRAM-Komponenten und 185 mm voll einstellbaren Federweg zu bieten. In einigen Testberichten lese ich, dass der Dämpfer durch den Hub rauscht und an der Performance eingebüßt wird. Das kann ich nicht bestätigen. Ich bin technische, steile und verblockte Trails gefahren, bei dem sich das Bike äußerst agil und stabil verhalten hat. Sogar im Bikepark macht es auf den meisten Strecken und auch bei Sprüngen eine sehr gute Figur. Lediglich bei sehr schnellen und felsdurchsetzten Passagen zum Beispiel Trails wie dem „Never End“ Trail in Laax kommt es an die Grenzen. Hier macht ein DH Bike einfach mehr Spaß.

Scott Genius LT 2013 in Le Manie Finale Ligure
Scott Genius LT 2013 in Le Manie Finale Ligure (c) Outdoormind

Fazit Scott Genius LT 2013

Für den anspruchsvollen Biker, der besonders bergab nicht auf Fahrspaß verzichten möchte, ist dieses Superenduro der ideale Begleiter. Das Bike schafft tatsächlich den Spagat zwischen Tour, Trail und Downhill. Immer wieder erstaunt bin ich, was das Bike alles wegsteckt: Shuttlen in Finale Ligurie, Bikeparks, Enduro-Touren, ruppige, verwurzelte Passagen, Schlammschlachten und staubige Trails.
Scott Bikes hat wirklich eine Glanzleistung vollbracht und ein sehr robustes Bike gebaut.

Scott Genius LT im Bikepark Leogang auf dem Bongo Bongo trail - Copyright Outdoormind
Scott Genius LT im Bikepark Leogang auf dem Bongo Bongo trail (c) Outdoormind
Scott Genius LT 20 in Sölden - Copyright Outdoormind
Scott Genius LT 20 in Sölden (c) Outdoormind

Fakten Scott Genius LT 2013 auf einen Blick

Rahmen: SCOTT Genius LT Carbon HMF
Gabel: Rock Shox Lyrik RLR, Lockout – 140 – 180mm
Dämpfer: SCOTT Equalizer 3, 3 Modes, Lockout – 140 – 180mm
Schaltung: SRAM X9 / X7
Bremsen: Shimano SLX
Teile: Syncros 1.5 series
Radsatz: Syncros AM 2.0

Zur Testperson

Mit mehr als 70 Biketagen im Jahr würde ich mich als Vielfahrerin bezeichnen. Hierbei lege ich den Fokus auf Spass bergab mit und ohne Liftunterstützung. Ich fahre gemütliche Genusstouren mit meinen Freundinnen, flowige Trails sowie ruppige Downhillstrecken mit Sprüngen im Bikepark. Ich bin 174 cm groß und empfehle hierfür Größe S.

Daumen hoch gibt es von Outdoormind. Wir sind schon auf das neue Genius LT 2014 gespannt.

Mehr Informationen zu Scott Bikes findet ihr hier.

Weitere Bike Tests gibt es bei uns unter der Rubrik Mountainbike Test und Neuigkeiten aus der Bikeszene unter BIKE.

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Scott Bikes
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Scott Genius LT 20