Auf den Trails sieht man immer mehr Familien, in denen die Eltern auf dem E-Mountainbike unterwegs sind. Die Kinder strampeln hinterher und kommen kaum mit. Kein Wunder, dass die Frage immer öfter gestellt wird: Brauchen Kinder auch ein E-MTB? Die Hersteller haben reagiert, und inzwischen gibt es eine Reihe von E-Mountainbikes für Kinder und Jugendliche. Wir schauen uns Pro und Contra an.
Was spricht für ein Kinder-E-MTB?
Die Argumente:
- Gemeinsame Touren: Wenn die Eltern mit E-Bike unterwegs sind, kann die Familie längere Touren gemeinsam fahren
- Mehr Abfahrten: Im Gelände bleibt mehr Energie für den Spass bergab
- Motivation: Kinder, die mit dem Bergauffahren kämpfen, bleiben eher dabei
- Topografie: Wer in den Bergen lebt, hat ohne Unterstützung oft nur steile Anstiege vor der Tür
Was spricht dagegen?
Die Bedenken:
- Gewicht: Kinder-E-MTBs wiegen oft 17 kg oder mehr. Für ein 30-kg-Kind ist das viel, besonders bergab
- Fahrtechnik: Kinder lernen auf dem normalen Bike wichtige Grundlagen, die mit Motor leicht verloren gehen
- Fitness: Der Trainingseffekt ist geringer
- Kosten: Gute Kinder-E-MTBs sind teuer und werden schnell zu klein
- Verantwortung: Höhere Geschwindigkeiten bergauf und auf Forstwegen verlangen mehr Umsicht

Welche Modelle gibt es?
Die meisten Kinder-E-MTBs haben 24 oder 26 Zoll Laufräder und sind damit für Kinder ab etwa neun bis zehn Jahren gedacht. Hersteller wie Commencal, Orbea, KTM oder Cube bieten Modelle an, oft mit leichteren Motoren und kleineren Akkus. Achtet auf ein möglichst geringes Gewicht, eine kindgerechte Geometrie und eine leicht bedienbare Unterstützung.
Gesetzliche Regeln
Ein E-Bike mit Tretunterstützung bis 25 km/h (Pedelec) gilt in Deutschland, Österreich und der Schweiz als Fahrrad. In der Schweiz gelten für Kinder und Jugendliche Altersregeln für E-Bikes. Informiert euch über die Regeln in eurem Land und im Urlaubsland, denn sie unterscheiden sich.
Unsere Empfehlung
Ein Kinder-E-MTB kann sinnvoll sein, wenn Fahrtechnik und Spass am normalen Bike schon gut ausgeprägt sind und die Familie regelmässig lange Touren in den Bergen fährt. Für jüngere Kinder empfehlen wir weiterhin das klassische, leichte Kinderbike. Als Mittelweg lohnt sich ein Abschleppseil für die Anstiege oder Bikeparks mit Liftunterstützung.
Fazit
E-Mountainbikes für Kinder sind kein Muss, können aber für Familien mit Bergen vor der Haustür eine Bereicherung sein. Wichtig sind ein geringes Gewicht, solide Fahrtechnik und klare Regeln. Und das normale Bike bleibt für Pumptrack, Schulweg und Fahrtechniktraining die erste Wahl.






















