Die 31-jährige Quereinsteigerin Ana Raecke ist in Venezuela aufgewachsen und hat in Deutschland größtenteils im Flachland gewohnt, bis sie vor 5 Jahren das Downhill Biken für sich entdeckte. Nun lebt sie in Stuttgart und fährt diverse Rennen in der Lizenklasse mit. Im Interview mit Outdoormind erzählt sie uns ein bisschen was über sich und ihre Leidenschaft.

Interview mit Ana Raecke

Ana, du bist eine „Quereinsteigerin“ in Sachen Downhill. Wann hast du damit begonnen und wieso „erst so spät“?

Mit Downhill habe ich erst 2008 begonnen als ich mir gerade ein Downhill Bike aufgebaut hatte. Da hat mich Mike von Maxxis überredet, an der „Descente de Barr“ teilzunehmen. Davor hatte ich ein Jahr lang ein All-Mountain Bike, es war mein erstes Fully mit dem ich auch in der Natur war. Davor war ein Fahrrad für mich nur ein Fortbewegungsmittel zwischen Wohnung und Arbeit oder Schule.

Mittlerweile begeisterst du beim Downhill MTB und beim Freeriden. Welche Disziplin ist dir am liebsten?

Freeriden ist für mich immer noch das Schönste. Mein Zeug ins Auto packen und in ein verlängertes Wochenende zu starten, mich mit Freunden zu treffen und spaßige Strecken zu fahren, vielleicht abends noch den Grill anschmeißen… es gibt nichts was da drüber steht. Aber die Abfahrten würden mir wahrscheinlich nicht so viel Spaß machen, wenn ich mich nicht auch mit Downhill und Rennen auseinandersetzen würde, sprich technische Passagen genau analysieren, die beste Linienwahl treffen, überall an der Technik zu feilen. Alles was ich auf der Downhill Strecke lerne, kann ich beim Freeriden automatisch einsetzen und damit den größtmöglichen Fahrspaß rausholen.

Auf welchen Erfolg in deiner Biker Karriere bist du besonders Stolz?

Das kann ich so gar nicht sagen. Es gibt für mich nicht einen besonderen Punkt der besonders hervorsticht, weil ich mich auch nicht nach bestimmten Zielen orientiere. Ich bin eher glücklich, dass ich dieses Leben genau so leben darf. Dass ich eine Leidenschaft habe, die mich vorantreibt, mich herausfordert und gleichzeitig belohnt und aus mir einen fröhlichen und ausgeglichenen Menschen macht.

Wie viel trainierst du dafür? Wie genau sieht dein Trainingsplan einer üblichen Woche bei dir aus?

Zum Trainieren komme ich leider nicht wirklich. Mit drei Jobs bin ich zum Einen sehr eingespannt. Außerdem hatte ich leider vor 7 Monaten eine Verletzung am Schlüsselbein, die zwei Operationen erforderte. Seit zwei Wochen darf ich meinen Arm erstmals wieder belasten. Jetzt habe ich 3x die Woche Krankengymnastik um die Muskulatur wieder aufzubauen. Danach will ich schauen, dass ich unter der Woche mindestens 2x zum Radfahren komme – und am Wochenende natürlich auch. Im Fitness Studio will ich die paar Stunden Freizeit ganz bestimmt nicht verbringen. Zum Ausgleich spiele ich auch Basketball, einfach um ins Schwitzen zu kommen und weil Teamsport mir sehr viel Spaß macht.

Was hast du noch vor in 2013 und was ist den nächsten Jahren?

Ich werde in diesem Jahr wieder an einigen Rennen des German und European IXS Cups teilnehmen und auf weiteren Bike Events sein. Es wäre auch mal wieder Zeit für ein bisschen Lake-Jump Action. Wenn ich es schaffe schaue ich dieses Jahr beim „Lake of Charity“ in Saalbach vorbei. Ich hätte auch große Lust bei einem Freeride & Singletrail Wochenende von MTB-Freeride.tv dabei zu sein. Die Jungs aus dem Zillertal kennen die besten Trails und arbeiten stark mit der Region zusammen um neue Strecken zu bauen. Mein aller größter Wunsch ist es aber, mal nach BC, Kanada zu fliegen und dort mit Locals einen Road-Trip durch die besten Bikeparks und Hometrails zu machen.

Wie viele Bikes hast du im Keller stehen und was ist dein aktuelles Gefährt, mit dem du am Häufigsten unterwegs bist?

Ich besitze momentan sieben Räder von denen aber auch vier zum Verkauf stehen. Um glücklich zu sein brauche ich nur mein Enduro „TYEE FLO“ und meinen Downhiller „RAGE“ von PROPAIN sowie mein BMX. Ich habe das Gefühl, dass mir das FLO den meisten Fahrspaß bescheren wird, weil es einfach eine Allround-Waffe ist.

Du hast auch einen eigenen Blog, mit dem du in erster Linie Mädels ansprichst. Immer mehr Frauen finden Gefallen an Extremsportarten. Was kannst du für Tipps mit auf den Weg geben, wenn man gerade erst mit dem Downhill Biken anfangen möchte?

Wenn man noch nie auf einem Downhill Bike saß macht es wirklich Sinn, einen Fahrtechnikkurs zu besuchen. Mittlerweile gibt es ein großes Angebot für Einsteiger und Fortgeschrittene, sowohl in gemischten Gruppen als auch nur für Mädels. Meine Teamkollegin Solveig Lindgren und ihr Mann bieten beispielsweise tolle Kurse für alle Könnerstufen an, unter www.ridingstyle.de. Daneben ist es auch wichtig, sich und sein Können gut einzuschätzen und sich realistische Ziele zu setzen. Am Wichtigsten ist natürlich der Spaß an der Sache!

Was ist dein Lieblings-Spot zum Biken? Wann, wo und mit wem fährst du am liebsten hin?

Ich starte meine Saison sehr gerne in Bozen, Italien, weil es dort lange und anspruchsvolle Abfahrten bei milden Temperaturen gibt. Ansonsten mache ich alles gerne spontan, daher weiß ich nie wirklich, wann ich wo mit wem fahren werde. Viel weiter als eine Woche plane ich grundsätzlich nicht voraus.

Welches frauenspezifische Produkt kannst du empfehlen? Findest du es richtig, dass immer mehr Hersteller Produkte extra für die Frau anbieten?

Ich finde es super, dass jetzt auch frauenspezifische Produkte angeboten werden. Bei anderen Sportarten ist es doch auch schön, z.B. beim Snowboarden wenn eine Frau sich in ihren Klamotten wohl fühlt und ein Brett fährt, das nicht so hart ist. Da ich aus dem MTB Bereich komme und das große Glück hatte, mit drei anderen Mädels und meinem Sponsor ein Enduro Bike für Frauen zu entwickeln, kann ich nur jeder bikebegeisterten Frau empfehlen, beim nächsten Kauf das TYEE FLO (For Ladies Only) in Erwägung zu ziehen. Ich hatte noch nie ein Fahrrad, bei dem ich allein schon beim Anblick so große Lust hatte, es mir zu schnappen und durch die Wälder zu heizen.

Was möchtest du sonst noch loswerden?

Bei PROPAIN wird es im kommenden Jahr einige interessante Projekte geben. Ich will an dieser Stelle noch nicht zu viel verraten, aber alle motivierten Fahrerinnen sollten unsere PROPAIN „For Ladies Only“ Seite auf Facebook liken, um rechtzeitig alle News zu bekommen und nichts zu verpassen. Es lohnt sich Mädels!! Darüber hinaus werden wir auf der Seite auch unser Wissen rund ums Biken mit Euch teilen, Eure Fragen beantworten und Euch jederzeit Rede und Antwort stehen.

Und schließlich geht auch ein herzlicher Gruß an meine Freunde und Sponsoren PROPAIN, Sixpack, Local Outerwear, Adidas Eyewear, Evoc, Contour, Lupine, Acube, MTB-Freeride.tv, Fraction-Magazine und Roggenbuck-Photodesign. Vielen Dank für Eure Unterstützung!

Mehr Informationen zu Ana findet ihr auch auf http://anaraecke.de

(c) Hanno Polomsky - Fraction-Magazine.de
(c) Hanno Polomsky – Fraction-Magazine.de
Summary
Photo ofAna Raecke
Name
Ana Raecke
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