Ein LVS Gerät ist beim Freeriden oder bei einer Skitour im Backcountry unverzichtbar. Sobald man die Piste verlässt sollte jede Person ein Verschütteten-Suchgerät an dem Körper tragen. Zusammen mit einer Lawinensonde (für die Punktortung) und einer Lawinenschaufel zählt das LVS Gerät zur Sicherheitsausrüstung, die auf keiner Tour fehlen darf. Nur so kann im Falle eines Lawinenabgangs gewährleistet werden, dass man gefunden wird. Innerhalb der ersten 15 Minuten nach einer Lawine besteht die größte Überlebenswahrscheinlichkeit (circa 90 Prozent) für einen Verschütteten. Überlegt euch also auch im Vorfeld, mit wem ihr unterwegs seid und checkt ab, ob sich der- oder diejenige mit der Sicherheitsausrüstung auskennt.
Der Umgang mit dem eigenen Gerät sollte im Vorfeld geübt werden, denn LVS Gerät ist nicht gleich LVS Gerät. Die Hersteller bieten unterschiedliche Produkte mit unterschiedlichen Funktionen an.

Skitouren Lyngenalps

LVS Gerät – Trend zu weniger komplexen Geräten

Viele Hersteller setzen mittlerweile auf abgespeckte Versionen des Top-Geräts im mittleren Preissegment. Damit kommen sie den Wintersportlern mit Sicherheit entgegen, denn die neuen Geräte sind von der Menüführung übersichtlicher und weniger komplex.

LVS Geräte von Ortovox

Ich habe mir die drei Geräte von Ortovox, dem führenden Hersteller von LVS-Ausrüstung, angesehen und getestet. Die Geräte Zoom+, 3+ und das S1+ wurden unter die Lupe genommen. Grundsätzlich bin ich auf die Grobsuche bzw. Messung der möglichen Suchstreifenbreite, die Feinsuche (heisst: Wie schnell und zuverlässig führt das Gerät vom Erstempfang zum Verschütteten?) und die Punktortung (Wie treffsicher ist die Anzeige?) eingegangen.
Wichtig zu wissen: Die Empfangsleistung hängt von dem verwendeten Sender ab. Das heisst, es „vertragen“ sich nicht alle Geräte miteinander gleich gut.

 

Zoom (c) Ortovox

Das Zoom+ gehört zu dem günstigsten Gerät bei Ortovox. Besonders für Einsteiger ist dieses Gerät auch durch seinen Preis von 199 EUR interessant. Zwei Bedienknöpfe und eine eindeutige Suchanweisung auf dem Display sollen das Handling intuitiv gestalten. Wenn das Gerät einmal eingeschaltet ist, kann über den Sicherheitsumschalter zwischen Sende- und Suchmodus gewechselt werden. Die LED-Anzeige zeigt die Entfernung des Verschütteten in Laufrichtung an. Höhere und schnelle Töne signalisieren die Annäherung. Das Zoom+ ist, wie die meisten modernen Geräte, mit einer digitaler 3-Antennen-Technologie ausgestattet. Außerdem verfügt das Gerät über einen Bewegungssensor, der automatisch in den Sendemodus wechselt, wenn der Sender sich für mehr als 120 Sekunden nicht bewegt. So können Retter jederzeit vor Nachlawinen geschützt werden. Dieses Gerät eignet sich hervorragend für Einsteiger, die noch keine detaillierte Erfahrung mit LVS Geräten haben.

3plus_green (c) Ortovox

Das 3+ ist ein simples Drei-Antennengerät mit einer automatischen Variation der Sendeantenne. D.h. dass immer eine waagrecht liegende Antenne sendet (Smart-Antenna-Technologie). Dadurch wird das Gerät früher von anderen empfangen und kann dem Suchenden die Feinsuche erleichtern. Bei der Grobsuche kann es beim senkrechten Senden durch Signalverluste oder Entfernungssprüngen zu Verwirrungen führen. Kommt man allerdings in den Nahbereich (circa 20 Meter) kann man sich mit einem waagrechten wie senkrechten Senden gut annähern. Die Anzeige-Geschwindigkeit ist gut und auch das Erkennen von Mehr-Personen-Verschüttungen funktioniert gut. Auch das 3+ verfügt über eine Nachlawinenschaltung. Mit 289 EUR bewegt es sich im mittleren Preissegment.

 

OrtovoxS1+ (c) Ortovox

Das S1+ gehört mit 389 EUR zu den teuereren LVS Geräten. Es liefert seine beste Empfangsleistung bei leichtem Schwenken. Das Drei-Antennen-Gerät mit leichten 250 g (ink. Batterien) bietet die wohl bestmögliche Lösung für das Markieren und Orten mehrerer Verschütteter. Ein besonderes Merkmal ist die automatische Variation der Sendeantenne (Smart-Antenna-Technologie), so dass immer eine waagrecht liegende Antenne sendet und man auch in einer vertikalen Lage gefunden wird. Das erleichtert die Suche und das Empfangen. Bei der Grobsuche kann es durch die sehr gute Reichweite von bis zu 55 Metern zu Verwirrungen kommen. Allerdings zeigt das Gerät klar an, was zu tun ist. Die eindeutige Anzeige vermittelt Sicherheit bei der Ortung, die ab einem Abstand von 4 m mit einer patentierten Kreis- und Tendenzanzeige sowie der intuitiven Suchakustik unterstützt wird. Auch im Falle einer Nachlawine ist man auf der sicheren Seite: Wenn das Gerät 60 bzw. 120 Sekunden nicht bewegt wird, schaltet es automatisch in den Sendemodus zurück. Zusätzlich verfügt das Gerät über einen Hangneigungsmesser und zahlreiche Setup-Funktionen: Kontrast des Displays, Lautstärkenregler, sowie eine Personalisierungsfunktion, um dem Gerät einen Namen geben zu können. Das Gerät ist sehr anwenderfreundlich und nach Auseinandersetzung mit dem Produkt schätzt man es besonders bei der Feinsuche.

Fakt ist und zu beachten gilt: Es gibt kein perfektes LVS Gerät. Jedes Gerät hat seine Vor- und Nachteile und kann nur so gut sein, wie sein Anwender!

Mehr Informationen zu Ortovox und den LVS Geräten gibt es auch hier.