Nina Fahrner ist Downhill-Fahrerin mit Leidenschaft. Wir wissen noch viel zu wenig über das Talent, das für das Biken bestimmt ist, wie sie selbst sagt. Eine Bike Lady, die sich natürlich herrvoragend für ein Interview bei Outdoormind eignet.

Nina Fahrner im Interview

Hi Nina, du bist Dowhnill-Fahrerin aus Leidenschaft. Wie kam es dazu und seit wann ist das Bike dein ständiger Begleiter? Erzähl uns ein bisschen von dir.

Im Jahr 2010, zu meinem 20. Geburtstag, schenkte mir mein Bruder Timi einen Gutschein für einen Downhill-Tag und seitdem hat mich dieser Sport nicht mehr losgelassen. Für mich war es als ob ich gefunden hatte wonach ich gesucht habe. Eine Woche später kaufte ich mir mein erstes Bike und startete auch gleich bei meinem ersten Rennen.
Im selben Jahr begann ich auch in Graz Physik zu studieren, wechselte aber nach 4 Semestern nach Innsbruck, weil mir die Berge schon sehr fehlten. Hier ist es perfekt, so oft es geht packe ich mein Enduro- oder mein Downhill-Bike aus und bin in den Bergen unterwegs.

Neben Karin Pasterer und Angie Hohenwarter bist du im Team von YT Industries. Dadurch kommst du mit Sicherheit viel rum. Was war der spektakulärste Trip bisher und was steht noch an?

Die ganze Saison über bin ich meistens mit meinem Bruder und meiner Teamkollegin Karin unterwegs auf Rennen und um Bikeparks zu besuchen, vor allem in Österreich und Deutschland. Oft packt uns das Radfieber schon bevor die Lifte für den Bikebetrieb wieder geöffnet haben und wir überbrücken die Zeit mit Enduro Touren und Shutteln.
Der spektakulärste Trip waren definitiv 5 Wochen Whistler im letzten Sommer. Wir hatten dort ein kleines, süßes Appartement und nach ein paar Tagen kannten wir dort schon viele Leute, wodurch es ein genialer Urlaub wurde. Unsere inneren Uhren waren schnell auf Whistler-Modus umgestellt, sprich ausschlafen, dann in den Bikepark – über Mittag an den See – und am späten Nachmittag nochmal in den Bikepark. Die vielen Trails, von technisch bis flowig und von einfach bis sehr schwierig, die Menschen und der Lifestyle dort machten diesen Trip unvergesslich. Natürlich konnte ich so auch sehr viel lernen, vor allem ans Droppen konnten wir uns dort langsam antasten.
Heuer steht ein Roadtrip nach Frankreich, inklusive Abstecher ans Meer zum Surfen, an. Viele meinen, man kann es dort mit Whistler vergleichen – ich bin schon sehr gespannt.

Am vergangenen Samstag bist du das Nordkettenquartett mitgefahren. Wie lief es? Bist du zufrieden mit deiner Leistung?

Das Nordkettenquartett hatte heuer Premiere in Innsbruck. Es war ein toller Event, aber leider wieder begleitet vom typischen „Renn-Regen“. Wir hatten ein super Team und im Vordergrund stand der Spaß und nicht der Sieg, da wir wussten, dass es einfach stärkere Teams als uns gibt.
Auf der Ergebnisliste sind wir zwar nicht ganz am Anfang zu finden aber in Sachen Spaß und Teamgeist haben uns sicher wenige Teams etwas vorgemacht!

Welches Bike fährst du aktuell und wie viele Bikes stehen in deinem Keller?

In meinem Keller stehen mein Downhill Bike das „YT Tues 2.0 Limited DH Ltd“, mein Enduro Bike das „YT-Wicked 150“, und ein Dirtbike, das „YT-Romp“. Natürlich hab ich auch ein Damenrad für den Weg zur Uni ;)
Aktuell fahre ich alle Bikes, auch das Dirtbike kommt auf Pumptracks zum Einsatz. Am häufigsten bin ich aber auf meinem Downhiller zu finden.

Was machst du, wenn du nicht gerade auf deinem Bike sitzt?

Wenn ich gerade nicht am Bike sitze habe ich im Physik-Studium viel zu tun. Es ist recht anstrengend aber macht auch sehr viel Spaß. Nebenbei arbeite ich natürlich noch, irgendwoher muss das Geld ja kommen. :(  Im Winter bin ich viel Snowboarden und auch für das Segeln bleibt hin und wieder Zeit.

Bist du lieber mit Mädels oder Jungs beim Biken unterwegs? Warum?

Die besten Tage sind immer die mit Jungs und Mädels. Die Jungs können einem schwierige Sachen zeigen und wir Mädels pushen uns dann gegenseitig es auch zu probieren. So lernt man viel dazu.
Es ist aber nicht nur der Lerneffekt, der viele Tage so perfekt macht. Die Mischung aus Spaß, Ausüben der gemeinsamen Leidenschaft und auch einfach nur das Beisammensein mit guten Freunden, macht jeden Tag auf der Strecke wieder zu einem besonderen.

Aktuell lebst du in Zell am See in Österreich. Wo zieht es dich noch hin? Hast du schon eine Idee, was in den nächsten Jahren passiert?

In Zell am See bin ich nur in den Ferien oder an den Wochenenden zum Boarden und Downhillen. Meinen Hauptwohnsitz habe ich aber in Innsbruck.
Wenn man mich fragen würde wo ich mich in 5 Jahren sehe, könnte ich keine Antwort darauf geben. Sicher ist nur, dass das Reisen immer Platz haben muss und ich die ganze Welt sehen will, am besten mit den Bikes im Gepäck.

Was hast du sonst geplant und was sind deine Ziele?

Auf meiner To-Do Liste sind viele Sachen noch nicht abgehakt! In einer Sache bin ich mir jedoch sicher: So oft und so lange es möglich ist werde ich am Bike sitzen und dabei werde ich nie das fette Grinsen in meinem Gesicht verlieren. Im Fernsehen sieht man immer etwas über Frühlingsgefühle und Schmetterlinge im Bauch. Ich glaube ich habe erst durchs Biken verstanden, was das bedeutet ;). Aber Scherz beiseite, die logischen Ziele in meinem Sport sind natürlich immer schneller und besser zu werden, so gut es geht unfallfrei zu bleiben und nie den Spaß zu verlieren.
Mein Studium wird natürlich auch nicht auf der Strecke bleiben. Es ist nicht immer einfach für mich Studieren, arbeiten und den Sport unter einen Hut zu bringen, am Ende des Tages hat es aber immer noch geklappt. Wenn alles nach Plan läuft habe ich in 3 Jahren meinen Masterabschluss in Physik und danach werde ich sicher einen Platz auf dieser Welt finden, wo sich mein Sport und mein Beruf vereinen lassen.

Mehr Infos zu Nina gibt es auch auf ihrer Webseite http://ninafahrner.tumblr.com/

Weitere Interviews mit Persönlicheiten aus der Bikeszene gibt es bei Outdoormind unter der Rubrik PEOPLE zu lesen.

Summary
Photo ofNina Fahrner
Name
Nina Fahrner
Website