Valhalla Ski Movie
Valhalla Ski Movie (c) Vimeo

Am 3. Oktober war die Europapremiere von Valhalla in Innsbruck beim IF3. Outdoormind wurde auch von Sweetgrass Productions und Patagonia mit auf einen psychedelischen Trip in die Weiten von Alaska und British Columbia genommen. Das ist eine neue Art des Skifilms.

Into the wild goes Skiing mit Valhalla

Valhalla – in der nordischen Mythologie die Ruhestätte gefallener, tapferer Krieger. Sweetgrass Productions kreieren Valhalla als Kommune für Skibums und nehmen uns, nach dem Erfolg von Solitaire (2011), in diesem Jahr mit auf eine Reise dorthin. Mit einem 50-seitigen Skript und einem Dreh von über 2 Jahren ist aber kein Standard-Skifilm entstanden. Der Film erzählt stattdessen die Geschichte von Conrad, gespielt von Cody Barnhill, der auf der Suche nach Erfüllung und dem Sinn des Lebens ist. Der Film begleitet ihn auf seinem Weg von Utah bis zur Hippiekommune Valhalla in den Kootenays in British Columbia.

Die Geschichte ist kunstvoll mit Ski- und Snowboardshots verwebt und Pep Fujas, Eric HjorleifsonKazushi Yamauchi, Zach Griffin und Molly Baker zeigen feinste Backcountryaction. Doch hat hier nicht jeder Fahrer seinen eigenen Part, vielmehr verschwimmen die Eindrücke und pures Powderskiing soll die Story unterstützen.

In sechs Kapiteln wird die Geschichte von Conrad und seiner Suche nach dem „inner child“ erzählt – birth, youth, adolescence, adulthood, legacy und birth. Ganz klar wurde hier der Aufbau und sogar die Benennung einzelner Kapitel von Sean Penn´s Into the wild übernommen. Doch der Aufbruch und die Sehnsucht nach dem großen weißen Norden werden hier ergänzt durch die ewige Suche nach dem Schnee und sich selbst. Und auch wie in dem Filmklassiker findet sich Conrad am Ende der Reise in Alaska wieder, wo auch die besten Powdershots aufgenommen wurden.

Hippieske Hommage an alte Zeiten

Der psychedelische Trip wird unterstützt durch instagramartige Bildbearbeitungen, die mit Red Kameras auf höchstem technischen Niveau gefilmt wurden. Pünktlich zum Firmenjubiläum und der Legacy-Kollektion von Patagonia erscheint der Film und will wohl damit auch an die Anfänge der kalifornischen Outdoormarke erinnern.

Eins steht fest: als traditioneller Skifilm kann man Valhalla nicht verstehen, aber das war auch nicht die Intention von Regisseur Nick Waggoner: „It´s painful for me to call ‘Valhalla’ a ski and snowboard movie. To me, it´s so much more than that; it appeals even more to people who don´t ski – to any story-loving soul who searches for meaning and answers in this life.” Man darf auf jeden Fall keine konventionelle Skiaction erwarten und man sollte bereit sein, sich auf das längste Naked-Skiing-Segment der Skifilmgeschichte einzulassen und einen Part der eher an Fear and Loathing in Las Vegas erinnert.

Fest steht, der Film ist einzigartig und zeigt eine neue Art des Skifilms, die nachdenklich stimmt und an die guten alten Zeiten und Sehnsüchte erinnert. Auch Conrad findet letztendlich seine Erfüllung, was unterstützt wird durch einen der besten und gelungensten Parts des Films: Skifahren im Regenwald nahe Mount Baker. Ohne Schnee. Es passt nicht zusammen, doch macht es letztendlich Sinn, dass die Fahrer über moosbewachsene Baumstämme sliden und durch das immergrüne Dickicht ihre Lines ziehen. Also, macht euch auf nach Valhalla und bildet euch selbst eine Meinung.

Mehr Informationen gibt es auch unter http://www.sweetgrass-productions.com/films/valhalla/