Windsurfen mit Kindern: So gelingt der Einstieg

Surfrevier in Torbole am Gardasee
Surfrevier in Torbole am Gardasee (c) Surfsegnana

Sommerferien! Für viele Familien heisst das: ab an den See. Und während die Eltern sich vielleicht noch an ihre eigenen Surfkurse in den 90ern erinnern, schauen die Kids fasziniert den bunten Segeln auf dem Wasser zu. Höchste Zeit, dass sie es selbst probieren. Windsurfen mit Kindern ist einfacher, als viele denken. Wir zeigen euch, worauf es beim Einstieg ankommt.

Ab welchem Alter können Kinder windsurfen?

Viele Surfschulen bieten Kinderkurse ab etwa sechs bis acht Jahren an. Wichtiger als das Alter sind zwei Dinge: Das Kind muss sicher schwimmen können und sich im Wasser wohlfühlen. Dazu braucht es etwas Kraft und Ausdauer, wobei das moderne Material vieles leichter macht.

Das richtige Material

Mit dem Surfmaterial der Eltern klappt der Einstieg nicht. Kinder brauchen spezielles Material:

  • Breite, stabile Einsteigerboards mit viel Volumen und Schwert
  • Kinderriggs mit kleinen Segeln (etwa 1 bis 3 m²), leichtem Mast und dünnem Gabelbaum
  • Neoprenanzug, auch im Sommer, denn Kinder kühlen schnell aus
  • Auftriebsweste oder Prallschutzweste
  • Neoprenschuhe gegen spitze Steine

Gute Surfschulen stellen das komplette Material. So müsst ihr nichts kaufen, bevor klar ist, ob die Kids Feuer gefangen haben.

Windsurfer auf dem Silvaplanersee (c) Hansueli Krapf / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

Das richtige Revier

Ideale Bedingungen für Kinder:

  • Stehrevier: Flaches Wasser, in dem man nach einem Sturz stehen kann
  • Leichter, gleichmässiger Wind (2 bis 3 Beaufort)
  • Kein ablandiger Wind, der die Kinder vom Ufer wegtreibt
  • Eine Surfschule mit Rettungsboot in der Nähe

Unsere Lieblingsreviere für Familien

Gardasee: Der Norden des Gardasees rund um Torbole und Riva ist der Surf-Klassiker schlechthin. Am Morgen weht der Pelèr aus Norden, am Nachmittag die Ora aus Süden. Für Kinder sind die ruhigeren Vormittagsstunden oder die Zeit zwischen den Winden ideal. Bekannte Surfcenter wie Vasco Renna oder Surfsegnana bieten Kinderkurse an.

Silvaplanersee: Der Malojawind macht den Silvaplanersee im Engadin zu einem der bekanntesten Surfspots der Alpen. Am Nachmittag wird es hier schnell sportlich, für Kinder eignen sich die ruhigeren Stunden.

Ostsee und Neusiedler See: Flache Reviere mit viel Stehbereich sind perfekt für die ersten Versuche.

Surfer vor Torbole (c) Benreis / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0
Windsurfer am Gardasee bei Torbole (c) Otto Domes / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

So läuft ein Kinder-Surfkurs ab

Die ersten Übungen finden meist an Land statt, oft auf einem Simulator. Die Kinder lernen das Aufholen des Segels, die Grundstellung und das Wenden. Danach geht es aufs Wasser, meist mit einer Leine am Board. Nach ein paar Tagen fahren viele Kids schon ihre ersten Bahnen. Und das Beste: Kinder lernen oft schneller als Erwachsene, weil sie einfach drauf los probieren.

Fazit

Windsurfen ist ein grossartiger Sport für die ganze Familie. Mit einem guten Kinderkurs, dem passenden Material und einem flachen Revier stehen die meisten Kinder schnell auf dem Brett. Und wer weiss, vielleicht seid ihr nächsten Sommer schon gemeinsam auf dem Wasser unterwegs.