Mein heisser Tipp in dieser Wintersaison ist Skitourenwinter.at!
Sich abseits der Piste zu bewegen, sei es beim Skitourengehen oder Freeriden, ist der Trend und immer mehr Wintersportler wagen sich in das alpine Gelände. Bei einem Skitourencamp kann man das damit verbundene Risiko durch erlerntes Wissen minimieren. Voraussetzung ist gutes und sicheres skifahrerisches Können auf der Piste, körperliche Fitness und gute Kondition.

Skitourenwinter.at verspricht Spaß im Schnee abseits der Piste

Der Skitourenwinter 2012/2013 wird von SCOTT präsentiert und verspricht nicht nur Spaß im Schnee abseits der Piste. Traumhafte Anstiege im unberührten Tiefschneegelände, kleine Gruppen und der perfekte Mix aus Ausbildung und Touren erwartet die Teilnehmer. Einsteiger und Fortgeschrittene können sich auf 1-, 3- oder 4-Tagestouren mit staatlich geprüften Ski- und Bergführern fit machen. Das Besondere im Angebot ist die eigene Almhütte namens „Trattenbachalm“, die das Skitourenwinter.at Team exklusiv zur Verfügung stellen kann. Außerdem werden individuelle Skitourencamps für Frauen inklusive Bergyoga angeboten. Für jedes Können und jede Vorliebe ist etwas dabei.

Erlebnis Skitourencamp Trattenbachalm

Vergangenes Wochenende kam ich in den Genuss beim Skitourencamp Trattenbachtal von Skitourenwinter.at mit dabei zu sein. 3 Tage lang gab es eine feine Mischung aus Theorie und Praxis im schönen Trattenbachtal am Großvenediger.
Nach der Anreise am Freitag um 14 Uhr trafen wir uns am Alpengasthof Rechtegg. Die Gruppe war angenehm klein: Inklusive Bergführer Georg waren wir nur zu Viert. Nuna, der Hund von Georg, eine Huskydame, darf in der Aufzählung auch nicht fehlen. Sie versüßte uns das komplette Wochenende und begleitete uns stets auf den Touren!

Tag 1

Vom Treffpunkt aus ging es direkt los: Eine kleine Skitour durch ein traumhaftes Winterwonderland circa 500 Höhenmeter hinauf auf die Trattenbachalm, die auf 1.287 Meter Höhe liegt. Das Gepäck wurde von dem Hausherren mit einem Ski-Doo nach oben gebracht. So konnte sich die Gruppe beim Aufstieg alleine auf die Landschaft, den Schnee und die Bewegung konzentrieren. Oben angekommen wurde die Hütte begutachtet und die Zimmer verteilt. In den netten Zimmern fehlt es nicht nur an Charme, sondern auch nicht am nötigen Komfort. Wir Mädels hatten sogar ein Zimmer mit eigener Dusche, Waschbecken und einer Heizung. Das ist auf einer Almhütte Luxus pur. Insgesamt stehen vier Zimmer mit zwei bis vier Betten zur Verfügung. Ein eigenes Wasserkraftwerk sorgt für Strom und Warmwasser. Die Lage der Hütte ist ein Traum: Inmitten von unberührter Natur mit Weitblick über Pinzgau, Kitzbühler Alpen und in die Hohen Tauern ist das kaum zu toppen. Ausserdem gibt es keinen Handyempfang (aber dafür WLan!), keine Autos und so gut wie keine Tagesausflügler.
Die Verpflegung wurde vom Alpengasthof Rechtegg übernommen. Nach einer heißen Dusche und vorzüglichen Käsespätzle gab es eine kleine Vorstellungsrunde mit dem Veranstalter, HP, sowie eine erste Theorieeinführung mit unserem Bergführer Georg. Voller Vorfreude auf den nächsten Tag…

Tag 2

Der Samstagmorgen begrüßte uns mit Sonnenschein und keiner Wolke am Himmel. Das versprach ein Traumtag zu werden. Nach dem Frühstück ging es an die Tourenplanung mit Karte und dem aktuellen Lawinenlagebericht. Nachdem wir uns mit der Tour im Detail auseinandergesetzt haben ging es nach einem Sicherheitscheck knapp 700 Höhenmeter direkt von der Hütte aus hinauf zum Laubkogel. Zwischendurch wurde das Gelände bekundet und beurteilt, um die richtige Spur anzulegen. Folgende wichtige Faktoren gilt es einzuschätzen: Windverfrachtungen im Schnee, Hangneigung und das Einzugsgebiet. An diesem Tag hatten wir Lawinenwarnstufe 2 (mässig), was für allgemeine gute Bedingungen sprach. Nach knapp 2 Stunden erreichten wir unser Ziel. Dort gab es eine kleine Jause, warmen Tee und einen atemberaubenden Panoramablick. Nun ging es voller Vorfreude an die Abfahrt, die für den ein oder anderen eine kleine Challenge war. Im Abstand von 30 Metern machten wir uns auf dem Weg nach unten. Die Krönung: Unberührte Hänge weit und breit inklusive feinstem Champagner-Powder. Leider viel zu kurz. Das ist wohl das einzige „Manko“ beim Skitourengehen.
Nach einer Mittagspause erwartete uns der Praxisteil zum Thema Sicherheit. Wir führten verschiedene Suchaktionen mit den eigenen LVS-Geräten durch und lernten, wie wir die Geräte (Schaufel, Sonde, Pieps) im Ernstfall einsetzen müssen. Schnee war genug da und so bot es sich an, dass wir einen Test mit der Sonde am lebendigen Objekt durchführten (danke Daniel ;)).
Anschließend hatten wir ein bisschen Zeit für uns bis das gemeinsame Abendessen zubereitet wurde. Es folgte Theorieteil 2. Hier ginge wir im Detail weiter auf die Gefahrenmuster und die größten Irrtürmer in der Lawinenkunde ein. Georg beantwortete unsere vielen Fragen geduldig und begeisterte mit seinen Erzählungen aus vielen Erfahrungen, die er unter anderem auf Expeditionen gemacht hatte. Bereits am Abend wurde noch die Tour für den nächsten Morgen geplant, inklusive Alternativen bei schlechten Bedingungen. Wir waren gespannt auf den nächsten Tag.

Tag 3

Am Sonntagmorgen waren die Bedingungen besser als gedacht. Es war Schlechtwetter vorhergesagt, wir hatten aber klare Sicht! Nach dem Frühstück, konkreter Tourenplanung inklusive Check des aktuellen Lawinenlageberichts und der Sicherheitsausrüstung ging es direkt los in Richtung Kröndlhorn. Auf dem Weg durch das langgezogene Trattenbachtal wurde die Sicht plötzlich schlechter und so waren wir kurzzeitig im kompletten Whiteout. Unser Vorhaben, bis auf den Gipfel des Kröndlhorns zu touren stand komplett in Frage. So entschlossen wir uns vorerst die nächsten Höhenmeter bis zu einem weiteren Sammelpunkt auf einem kleinen Plateau zu gehen. Von da aus hatten wir eine bessere Sicht, da sich währenddessen auch Nebel und Wolken verzogen hatten. Unser Bergführer Georg befragte uns nach der Beurteilung des Hanges, den es für die Besteigung auf das Kröndlhorn zu begehen galt. Wir waren uns alle einig, dass keine Gefahrenquellen lauerten und wir unter Berücksichtigung der Sicht, der Lawinenwarnstufe 2 und der geringen Windverfrachtungen weitergehen können. Nach insgesamt knapp 800 Höhenmetern, dem Üben von Spitzkehren und kleinen Adrenalinschüben in dem bis zu 35 Grad steilen Gelände, gelangten wir bis kurz vor den Gipfel des Kröndlhorns. Oben angekommen wurde die Ski sicher im Schnee positioniert und wir gingen mit Stöcken und Skischuhen ein paar Höhenmeter weiter hinauf zum Gipfel, wo auf 2.444 m eine eingeschneite Kapelle und ein gigantischer Panoramablick auf uns wartete. Bergheil! Nach der Verschnaufpause inklusive Jause und Fotosession ging es wieder bergab zu den Skiern. Felle ab, Primalof Jacke an, Helm auf, Skibrille parat, Bindung fixiert und ab nach unten! Der Schnee war größtenteils perfekt. Es gab bis zu 30 Zentimeter Powder, wobei einige Passagen Geschick erforderten, da der Wind den Schnee gebunden hatte und nicht mehr so „leicht“ zu befahren war. Aber das gehört schließlich auch dazu. Nuna war stets dabei und preschte voraus.
Die Abfahrt war wie immer zu kurz und führte uns direkt zurück zur Trattenbachalm. Hier ging es mit einem zweiten Teil der Praxisausbildung zum Thema Sicherheit weiter. Die Mehrfachverschüttung stand auf dem Programm. Sicherlich ist das ein Einzelfall für den Freerider oder den Skitourengeher, aber auch das muss gelernt sein.

Wow, wie schnell die Zeit in den 2,5 Tagen verging! Wir haben so viel mitgenommen und gelernt. Es ging nun an das Packen der eigenen Sachen und dann auf den Skiern hinab zum Ausgangspunkt Almgasthof Rechtegg, wo wir eine kleine Abschlussrunde machten.

Fazit: Rundum ein sehr gelungenes Wochenende! Der gesamte Ablauf war sehr professionell geplant und ließ keine Wünsche offen. Für Skitourenneulinge oder  Fortgeschrittene eine tolle Sache, sich weiterzuentwickeln, Menschen mit gleichen Interessen kennenzulernen und neue Impulse zu setzen bei Touren, an die man sich zuvor vielleicht nicht gewagt hätte.
Danke HP Kreidl und das Team der Organisation!

Wer Lust hat, eines der Camps zu besuchen, einfach einen Blick auf die Webseite werfen. Hier gibt es tolle Angebote!