Black Diamond AMPerage im Test bei Outdoormind
Black Diamond AMPerage im Test bei Outdoormind

Black Diamond beschreibt den Black Diamond AMPerage als DEN Allround-Ski, DER eine für Alle und als Ski für jede Lebenslage. Das war für mich Grund genug, den AMPerage diesen Winter unter die Lupe zu nehmen und für Outdoormind auf Herz und Nieren zu prüfen. Da heute der letzte Tag der Saison war, wird es nun Zeit Bilanz zu ziehen. Kann der Amerikaner halten was er verspricht?

Black Diamond AMPerage im Test

Zu Beginn des Winters haben wir es schon hier angekündigt: auch diese Saison hatten wir die Möglichkeit einen Ski aus dem Hause Black Diamond Equipment zu testen. Die Amerikaner sind Spezialisten für den Bergsport und liefern Jahr für Jahr ausgezeichnete Ski für Piste und Powder. Unsere Wahl fiel daher auf einen ihrer Testsieger 2014: den AMPerage.
Seit Jahren wird er gelobt und als „Eierlegende Wollmilchsau“ vermarktet. Seine Maße von 142/115/124mm können sich auf jeden Fall sehen lassen, bloß kommt dabei schnell die Frage auf, ob er sich damit wirklich in jedem Terrain wohlfühlen kann. Jetzt aber einmal ganz von vorne.
Eine neue Powderlatte habe ich mir schon länger gewünscht und als ich dann die Möglichkeit hatte, den neuen AMPerage zu testen musste ich sofort zuschlagen. Als er endlich geliefert wird kann man auf jeden Fall eines sagen: schön sieht er aus und das können wir noch so oft leugnen, uns Mädels ist das doch wichtig. Das schwarze Topsheet mit seinem grafischen Design wirkt reduziert und stylisch. Zudem ist er für seine Länge von 1,85m auch noch unglaublich leicht (4,3 kg). Ich freue mich schon, ihn das erste mal ins Backcountry auszuführen, doch leider lässt mich dann der Winter in den Nordalpen etwas im Stich. Es gab kaum Schnee und somit ziemlich schlechte Voraussetzungen für so eine astreine Powderlatte wie den AMPerage.
Aber irgendwann erreicht dann auch uns endlich etwas Powder und ich kann ihn endlich auspacken. Der erste Tag im Backcountry lässt mich staunen, denn der Black Diamond gleitet mühelos durch den Powder und ist mit seinen 22m Radius extrem spielerisch und drehfreudig.

Amperage von Black Diamond
Die Eierlegende Wollmichsau? AMPerage (c) Black Diamond Equipment

Das erste Mal auf der harten Gletscherpiste merkt man dann doch seine Mittelbreite von 115mm und man muss sich erst daran gewöhnen, ihn aktiv auf die Kante zu legen. Hat man das aber einmal gemacht und sich darauf eingestellt kann man mit ihm auch auf dem harten Untergrund Spaß haben. Natürlich ist er kein Vergleich zu Racecarvern und ein bisschen Schmalz in den Oberschenkeln sollte man auch mitbringen, aber er lässt einen auch da nicht vollkommen im Stich. Der Biss im harten Schnee, liegt laut Hersteller an der neuen 8 mm ABS-Seitenwange und da hat Black Diamond seine Hausaufgaben wirklich gemacht.
Hinter dem Kontaktpunkt am Skiende wurde er versteift, um bessere Landungen zu ermöglichen. Und auch das konnte ich diesen Winter noch an ein paar kleinen Cliffs testen. Er meistert alles mühelos und fängt mich auch bei der Landung wieder sicher auf. Bei den anschließenden Tree Runs kann man ihn kreativ und spielerisch einsetzen und trotz Tip- und Tailrocker bringt er einen auch ohne Flattern zurück zum Lift.
Allerdings ist mir aufgefallen, dass der AMPerage neben unberührtem Powder nichts mehr liebt als feinen Frühlingsslush. Er surft und pflügt durch den nassen Untergrund, ohne Rücksicht auf Verluste. Der Kreativität und dem Spaß sind dabei keine Grenzen gesetzt und man hat in der Frühlingssonne eher das Gefühl beim Surfen statt beim Skifahren unterwegs zu sein. Powder, Slush und Piste bringen ihn nicht aus der Ruhe, vielmehr entdeckt man mit jeder Fahrt neue Seiten an ihm und möchte mehr Zeit mit ihm im Gelände verbringen.

Fazit Black Diamon AMPerage

Wie man vielleicht merkt, hat mich der Black Diamond AMPerage absolut überzeugt. Für mich ist jedoch ganz klar, dass es diese Eierlegende Wollmilchsau nicht gibt, denn der AMPerage fühlt sich im Powder und im Slush deutlich wohler als auf der harten vereisten Piste. Wer sich das vor Augen führt und vor allem, wer genügend Kraft in den Oberschenkeln mitbringt, wird seinen Spaß mit ihm haben. Eine Mittelbreite von 115mm lässt sich eben auch nicht so einfach auf der Piste fahren, da sollte das Oberschenkeltraining schon einmal ausgiebiger ausfallen. Doch wenn man das berücksichtigt, schenkt der AMPerage ein paar mega Skitage und lässt einen bei keiner Witterung und keinem Terrain im Stich und gibt immer sein bestes.
Nun ja: Black Diamonds are a girls best friends!

Hardfacts:

•    Sidecut: 142/115/124mm
•    Längen: 165cm, 185cm, 195cm
•    Radius: 22m bei 185cm
•    Tip- und Tailrocker mit Underfoot Camber
•    8mm ABS-Seitenwange
•    Optimale Verhältnisse: 70% Powder und 30% Piste