Die erste Nacht unter freiem Himmel: Biwakieren mit Kindern

Nachthimmel über dem Kaunertal
Nachthimmel über dem Kaunertal (c) Tirol Werbung / Nicolas Hafele

Eine Nacht unter freiem Himmel: Für Kinder gibt es kaum ein grösseres Abenteuer. Den Sternenhimmel beobachten, die Geräusche der Nacht hören und morgens vom Sonnenaufgang geweckt werden. Biwakieren ist die ursprünglichste Form des Draussenschlafens. Doch es gibt Regeln, und mit Kindern braucht es etwas Vorbereitung. Hier sind unsere Tipps.

Was ist erlaubt?

Die Regeln unterscheiden sich stark von Land zu Land:

Deutschland: Wildcampen ist grundsätzlich verboten. Eine Ausnahme sind Trekkingplätze, die es zum Beispiel im Schwarzwald, in der Pfalz oder in der Eifel gibt. Dort darf man gegen eine kleine Gebühr eine Nacht in der Natur verbringen.

Österreich: Die Regeln sind je nach Bundesland unterschiedlich. In vielen Regionen ist Wildcampen verboten. Biwakieren im alpinen Gelände oberhalb der Baumgrenze ist teilweise geduldet. Informiert euch vorher.

Schweiz: Einzelne Nächte oberhalb der Waldgrenze sind meist erlaubt, ausser in Schutzgebieten, Wildruhezonen und im Nationalpark.

Skandinavien: Hier gilt das Jedermannsrecht, eine Nacht in der Natur ist erlaubt. Mehr dazu in unserem Beitrag zum Norwegen-Roadtrip.

Zelten in Unstad auf den Lofoten (c) BjornGjolme / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Die Ausrüstung

Für die erste Nacht draussen:

  • Isomatte mit guter Isolation, auch im Sommer ist der Boden kalt
  • Schlafsack mit passendem Komfortbereich
  • Biwaksack oder Tarp als Schutz vor Tau und Regen
  • Stirnlampe für jedes Familienmitglied
  • Warme Kleidung für den Abend: Mütze, Fleece, Daunenjacke
  • Wasser und Snacks
  • Ein Kuscheltier für die Kleinen

Der richtige Platz

Darauf solltet ihr achten:

  • Ebene, trockene Fläche, nicht in einer Senke
  • Kein Platz unter einzelnen Bäumen (Blitzschlag) oder unter Felswänden (Steinschlag)
  • Wetterbericht prüfen: Bei Gewittergefahr kein Biwak
  • Nicht zu weit vom Auto oder einer Hütte für die erste Nacht
  • Leave No Trace: Alles wieder mitnehmen, keine Spuren hinterlassen

Die Nacht zum Erlebnis machen

Sternenhimmel beobachten: In den Bergen ist der Nachthimmel oft spektakulär. Eine Sternenkarten-App hilft, Sternbilder zu finden. Im August gibt es zudem die Perseiden, viele Sternschnuppen pro Stunde.

Geschichten erzählen: Gruselgeschichten (nicht zu gruselig!) oder Sagen aus den Bergen.

Sonnenaufgang: Früh aufstehen lohnt sich. Ein Sonnenaufgang am Berg ist für Kinder unvergesslich.

Naturcamping im Ötztal (c) Naturcamping Kuprian

Der sanfte Einstieg

Für die erste Nacht ist ein Naturcampingplatz, ein Trekkingplatz oder sogar der eigene Garten ein guter Start. So gewöhnen sich die Kinder an die Geräusche der Nacht, und ihr könnt bei Regen schnell abbrechen.

Fazit

Biwakieren mit Kindern ist ein Abenteuer, das noch lange in Erinnerung bleibt. Informiert euch über die Regeln, packt warme Schlafsäcke ein und sucht einen sicheren Platz. Dann steht der ersten Nacht unter den Sternen nichts im Weg. Gute Nacht!