Mit Kleinkind aufs Bike: Kindersitz, Anhänger oder Lastenrad?

Mit dem Lastenrad unterwegs in Amsterdam
Mit dem Lastenrad unterwegs in Amsterdam (c) patano / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

Der Frühling ist da, und viele Eltern fragen sich: Wie nehme ich mein Kleinkind aufs Bike mit? Die Auswahl ist riesig: Kindersitz vorne oder hinten, Fahrradanhänger oder gleich ein Lastenrad. Jede Lösung hat ihre Stärken. Wir haben die Vor- und Nachteile zusammengefasst, damit ihr die passende Variante für eure Familie findet.

Ab welchem Alter?

Für Kindersitze gilt: Das Kind muss sicher und selbstständig sitzen können und den Kopf mit Helm stabil halten. Das ist meist ab etwa neun bis zwölf Monaten der Fall. In einem Fahrradanhänger können mit einer speziellen Babyschale oder Hängematte auch jüngere Kinder mitfahren. Lasst euch dazu im Fachhandel beraten.

Der Frontsitz

Beim Frontsitz sitzt das Kind zwischen den Armen des Fahrers. Kinder lieben die Aussicht, und Eltern haben den Nachwuchs immer im Blick. Für Mountainbiker gibt es Systeme wie den Kids Ride Shotgun, bei dem das Kind auf einem Sattel am Oberrohr sitzt und sich am Lenker festhält. Damit sind sogar leichte Trails möglich.

Der Kids Ride Shotgun Frontsitz für MTBs (c) Kids Ride Shotgun

Vorteile: Kontakt zum Kind, gute Sicht, Gewicht in der Mitte. Nachteile: Nur für kleinere Kinder, eingeschränkter Platz für den Fahrer.

Der Hecksitz

Der klassische Hecksitz wird am Gepäckträger oder Sitzrohr montiert. Er ist bis etwa 22 kg zugelassen und eignet sich gut für den Alltag.

Vorteile: Günstig, einfach zu montieren, für viele Bikes geeignet. Nachteile: Kein Blickkontakt, das Gewicht hinten macht das Rad kopflastig, bei Regen wenig Schutz.

Der Fahrradanhänger

Fahrradanhänger wie der Thule Chariot oder Modelle von Croozer sind wahre Alleskönner. Mit wenigen Handgriffen werden sie zum Jogger, Buggy oder Ski-Schlitten. Bis zu zwei Kinder haben Platz, dazu Gepäck.

Ein Fahrradanhänger für Kinder (c) Thorsten1965 / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

Vorteile: Wetterschutz, Platz für zwei, Schlafen möglich, sehr sicher bei Stürzen des Fahrers. Nachteile: Breit, schwer, auf schmalen Wegen und in der Stadt unpraktisch, Kinder sitzen tief im Abgas.

Das Lastenrad

Das Lastenrad ist in vielen Städten zum Familienauto geworden. Ob zweirädriges Long John, Dreirad oder Longtail: Kinder sitzen geschützt, Einkäufe passen mit rein, und mit E-Antrieb sind auch Steigungen kein Problem.

Dreirädriges Lastenrad für den Kindertransport in Delft (c) W / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Vorteile: Alltagstauglich, viel Platz, Kinder im Blick (bei Front-Lastenrädern), ersetzt oft das Zweitauto. Nachteile: Teuer, schwer, braucht viel Abstellplatz. Viele Städte und Gemeinden bieten aber Förderprogramme an.

Sicherheit

Egal für welche Variante ihr euch entscheidet: Helm für Kind und Eltern ist Pflicht. Achtet auf geprüfte Produkte, die Gurte müssen gut sitzen, und die maximale Zuladung darf nicht überschritten werden. Fahrt vorausschauend und plant mehr Bremsweg ein.

Fazit

Für kurze Alltagswege mit einem Kind ist ein Kindersitz eine einfache und günstige Lösung. Wer lange Touren fährt oder zwei Kinder hat, ist mit einem Fahrradanhänger gut beraten. Und wer im Alltag das Auto ersetzen will, sollte sich das Lastenrad genauer anschauen. Am besten probiert ihr verschiedene Systeme aus, bevor ihr kauft. Bald steigen die Kids dann ohnehin auf das eigene Laufrad um.