Klettern mit Kindern: So gelingt der Einstieg

Bouldern in der Kinderwelt im Zugspitz Resort
Bouldern in der Kinderwelt im Zugspitz Resort (c) Michael Huber / Huber Fotografie

Kinder klettern instinktiv: auf Bäume, Spielplatzgerüste und manchmal auch auf das Bücherregal im Wohnzimmer. Warum also nicht gleich richtig? Klettern fördert Kraft, Koordination, Konzentration und Selbstvertrauen. Und es ist ein Sport, den die ganze Familie gemeinsam ausüben kann. Wir zeigen euch, wie der Einstieg gelingt.

Ab welchem Alter können Kinder klettern?

Bouldern an niedrigen Wänden mit dicken Matten geht schon mit drei, vier Jahren. Beim Seilklettern sind die meisten Kinder ab etwa fünf, sechs Jahren dabei. Wichtiger als das Alter: Das Kind muss Anweisungen verstehen und befolgen können. In vielen Kletterhallen gibt es spezielle Kinderbereiche mit niedrigen Wänden und bunten Griffen.

Bouldern oder Seilklettern?

Bouldern ist Klettern ohne Seil in Absprunghöhe. Es braucht nur Kletterschuhe und Chalk, ist sehr gesellig und ideal für den Start. Aber: Kinder müssen lernen, kontrolliert abzuspringen und sich abzurollen. Und die Bouldermatten sind kein Spielplatz, wenn andere darüber klettern.

Seilklettern (Toprope) ermöglicht höhere Wände und ein grosses Erfolgsgefühl, wenn man ganz oben angekommen ist. Hier sichert ein Erwachsener vom Boden aus. Kinder brauchen dafür einen Klettergurt, für die Kleinsten am besten einen Ganzkörpergurt, da ihr Schwerpunkt noch weiter oben liegt.

Am Sonnendeck im Kletterzentrum Imst (c) Ernst Riha / TVB Imst

Halle oder Fels?

Für den Einstieg empfehlen wir die Kletterhalle. Die Routen sind markiert, die Sicherungen geprüft, und es gibt meist Kurse und Leihausrüstung. Wer dann Lust auf mehr hat, wagt sich an einen Klettergarten mit gut abgesicherten, kurzen Routen. Viele Regionen haben inzwischen spezielle Kinderklettergärten.

Die Ausrüstung

Das brauchen Kinder für den Start:

  • Kletterschuhe: Nicht zu eng, Kinder sollen Spass haben. Viele Hallen verleihen Schuhe
  • Klettergurt: Ganzkörpergurt für kleine Kinder, Hüftgurt für ältere Kids
  • Helm: Am Fels Pflicht, in der Halle bei Kindern sinnvoll
  • Chalkbag: Für trockene Hände
  • Bequeme Kleidung, die nicht einengt

Kurse und Vereine

Die Alpenvereine DAV, ÖAV und SAC bieten Kinderkletterkurse und Klettergruppen an. Auch viele Kletterhallen haben Kurse für Kinder und Familien. Eltern, die selbst sichern wollen, sollten einen Toprope-Kurs absolvieren. Sicherheit geht vor!

Bouldern im Tiroler Oberland (c) TVB Tiroler Oberland / Rudi Wyhlidal

Spiele an der Wand

Kinder wollen spielen, nicht trainieren. Ideen für spielerisches Klettern:

  • Farbenspiel: Nur Griffe einer Farbe benutzen
  • Quergang-Rennen: Wer schafft die längste Strecke ohne Boden?
  • Tiere nachmachen: Wie klettert ein Affe, ein Frosch, eine Spinne?
  • Schatzsuche: Kleine Gegenstände an der Wand verstecken

Fazit

Klettern mit Kindern macht riesig Spass und stärkt Körper und Selbstvertrauen. Mit Bouldern oder einem Kinderkletterkurs in der Halle gelingt der Einstieg ganz leicht. Und wer weiss: Vielleicht seid ihr bald gemeinsam am Fels unterwegs.