Das Massa Vecchia Bike Hotel liegt im Süden der Toskana und ist bei vielen Bike-Liebhabern bekannt und eine heiß geliebte Destination die regelmäßig angesteuert wird. Vor allem bei den Schweizern. Grund dafür ist offensichtlich die Herkunft des Gastgebers und Radprofis Ernesto Hutmacher, der mit der Massa Vecchia in den letzten 29 Jahren seinen Traum verwirklicht hat: Er hat einen typischen Gutshof in eines der weltweit besten Bikezentren verwandelt. Die Massa Vecchia ist seit Jahren ein beliebter Treffpunkt von Bikern aus ganz Europa, darunter auch ein Dutzend Nationalmannschaften. Grund genug für uns dieses Bike-Mekka einmal persönlich kennenzulernen.

Reise ins Bike-Mekka

Früh morgens geht es von Zürich aus los. Einen Abstecher in Sestri Levante an der ligurischen Küste, wo wir bei einem Lunchride, Stage 1 (bekannt aus U Turiun) der Superenduro Pro Series mitnehmen und ein leckeres Gelato später, geht es Richtung Toskana.

Küstentrails in Sestri Levante
Küstentrails in Sestri Levante (c) Outdoormind
Technische Passage auf eine der Superenduro Strecken in Sestri Levante
Technische Passage auf eine der Superenduro Strecken in Sestri Levante (c) Outdoormind

Nach Ankunft auf dem Hof der Massa Vecchia in der Toskana staunen wir nicht schlecht über die Lage des Anwesens und der spürbaren Affinität zum Thema Biken. Ich glaube hier sind wir richtig!

Massa Vecchia
Massa Vecchia (c) Outdoormind
Landschaft Toskana
Landschaft Toskana (c) Outdoormind
Massa Vecchia Pumptrack
Massa Vecchia Pumptrack (c) Outdoormind

Freundlich werden wir vom Gastgeber Ernesto empfangen. Er zeigt uns grob, wo wir was finden: Parkplatz, Veloraum mit Reparaturecke, Pumptrack (Leihbikes von Scott stehen zur Verfügung), Waschplatz für die Velos, Swimmingpool, Restaurant und wo wir unser Zimmer finden. Praktischerweise gibt es für jeden Gast ein Badge, das für die Öffnung des Bikekellers tagsüber zuständig ist. Am Abend ist dieser geschlossen und mit Alarm gesichert. Sehr professionell und sicher – hier stellen wir gerne unsere Bikes hinein.
Außerdem wird uns das System im Restaurant erläutert: Bei den Getränken bedient man sich selbst und gibt dies dann in einem Computer ein, der direkt auf das Zimmer bucht. Praktisch und innovativ zugleich. Hier lebt man mit der Zeit. Ernesto zeigt uns noch sein Lieblingswasser, das PI Wasser, das besonders gesund sein soll durch eine spezielle Filtermethode und der geringen Zahl von Eisenionen, die sich in einem hoch energetisierten Zustand befinden. Besonders für Sportler eignet sich dieses Wasser sehr gut und so wird das auch in der Massa Vecchia mit angeboten.

Bikerparadies Massa Vecchia Bike Hotel

Die Gebäude des ehemaligen Gutshofes wurden liebevoll renoviert. Die Gästezimmer bieten einen guten Standard und sind sehr sauber. Zwei Veloräume sind selbstverständlich Teil der Infrastruktur wie ein Bikewaschplatz, Pumptrack (sehr zu empfehlen! – von Velosolutions gebaut), Gartenterasse, Beachvolleyball-Feld, Tischtennisplatz und Pool, um sich nach einer Bike-Tour zu erholen oder noch mehr auszupowern (wer tatsächlich immer noch nicht genug hat).

Zimmer in Massa Vecchia
Zimmer in Massa Vecchia (c) Outdoormind
Beachvolleyball-Feld der Massa Vecchia
Beachvolleyball-Feld der Massa Vecchia (c) Outdoormind
Bikekeller Massa Vecchia
Bikekeller Massa Vecchia (c) Outdoormind
Bikewerkstatt Massa Vecchia
Bikewerkstatt Massa Vecchia (c) Outdoormind
Bikewäsche Massa Vecchia
Bikewäsche Massa Vecchia (c) Outdoormind
Massa Vecchia Pool
Massa Vecchia Pool (c) Outdoormind
Leihbikes für den Pumptrack Massa Vecchia
Leihbikes für den Pumptrack Massa Vecchia (c) Outdoormind

Auch die Küche in der Massa Vecchia überzeugt! Das typische und sportgerechte Essen ist super lecker und abwechslungsreich. Auf Sonderwünsche wie Glutenintoleranz oder vegetarisches Essen wird anstandslos eingegangen. Dazu noch ein Glas vom eigenen Bio-Wein und der Abend ist perfekt.

Kulinarische Genüsse Massa Vecchia
Kulinarische Genüsse Massa Vecchia (c) Outdoormind

Jeden Samstag ist in der Massa Vecchia individuelle Anreise  und ab Sonntag steht für jeden Biker ein Wochenprogramm zur Verfügung. Samstagabend wird bei einem ersten Kennenlernen erläutert was uns erwartet, ein paar Facts zur Messa Vecchia erzählt und was wir bei einer Tour dabei haben sollten.
Auf jeden Fall schon mal so viel vorweg: Es gibt knapp 500 km Bike-Trails, wovon 200 km Singletrails sind. Das klingt schon mal vielversprechend und wir freuen uns in den nächsten Tagen einen Bikeguide dabei zu haben, denn auf den unzähligen Wegen macht es vermutlich weniger Spaß alleine mit dem GPS unterwegs zu sein.
Nach einem super-leckeren und italienisch-untypischen Frühstück (volle Punktzahl!) geht es zum Treffpunkt für die erste Tour. Vor Ort werden die Gruppen von nicht mehr als 12 Bikern in verschiedene Stärkeklassen aufgeteilt. Ernesto steckt uns in die beste und schnellste Gruppe. Ich sage noch „hoch bin ich eine lahme Ente“, aber er sagt „das geht schon“. Wenn ich wüsste… Denn durchtrainierte Beine und sportlicher Ehrgeiz wird hier gross geschrieben. Sogar so weit, dass sich einige auf der Tour bergauf schwer zügeln lassen und am liebsten gleich den Guide überholen würden. Für uns ein neues Terrain, teilweise eine physische Herausforderung, dann wieder Glücksgefühle, dass man einen Tag mit knapp 800 Höhenmeter Cross Country ja dann doch irgendwie übersteht. Das gehört nämlich eigentlich nicht zu unserer „Hauptübung“. Aber Respekt! Nun verstehen wir jedenfalls, warum die Elite hier trainieren geht.

Geführte Tour in der Toskana
Geführte Tour in der Toskana (c) Outdoormind
Rückblick nach Massa Vecchia
Rückblick nach Massa Vecchia (c) Outdoormind
Schlauchwechsel steht auch mal an
Schlauchwechsel steht auch mal an (c) Outdoormind
PESTA Halbtagestour in der Toskana
PESTA Halbtagestour in der Toskana (c) Outdoormind
Wunderschönes Panorama in der Toskana
Wunderschönes Panorama beim biken in der Toskana (c) Outdoormind
Gebührender Abschluss einer Tour im bekannten Canyon
Gebührender Abschluss einer Tour im bekannten Canyon (c) Outdoormind

Wer es ruhiger mag, der kann bei der „Cappuccino-Gruppe“ mitfahren. Hier steht Genuss und einfache Touren im Vordergrund. Wichtig zu wissen: Für Einsteiger werden Touren vor allem auf Naturstraßen und Waldwegen, teilweise Asphaltnebenstraßen, um schwierige Passagen zu umgehen, angeboten. Bei Fortgeschrittenen und Sport-Bikern gilt es eine (sehr) gute Kondition und gute Fahrtechnik mitzubringen, um die 500 bis 1200 Höhenmeter und 33-75 km pro Etappe und Tag zu meistern. Sehr zu empfehlen ist die „PESTA“ Halbtagestour, die für den technisch fortgeschrittenen Biker ein wahrer Genuss ist (fast die Hälfte der Tour besteht aus Singletrails).

Freeride-Shuttle in Massa Marittima
Freeride-Shuttle in Massa Marittima (c) Outdoormind

An zwei Nachmittagen in der Woche (Dienstag und Donnerstag) wird ein Freeride-Shuttle angeboten. Francesco bringt uns nach einer Tour am Vormittag für 4 Runs mit dem Pick-up zum Freeride Trail. Sprünge, Anliegerkurven und technische Passagen erfordern ein wenig Erfahrung, aber jede Menge Spaß! Tolle Sache, dass auch das in der Toskana möglich ist. Laut Francesco sollen noch weitere Freeride-Trails gebaut werden, um das Angebot zu vergrößern. Das Potential ist  jedenfalls da und wir sind schon gespannt.

Fazit: Für uns sind 4 Tage Massa Vecchia vorbei und wir zehren immer noch von den Erinnerungen. Seien es die Gespräche mit Ernesto, dem leckeren hausgemachten Essen oder den kräftezehrenden Biketouren. Wir können diese Unterkunft inklusive Bikewoche wirklich nur empfehlen. Wer gerne schöne Singletrails fährt, ohne sich im alpinen Gelände zu bewegen und gerne die Zeit mit Gleichgesinnten teilt ist das perfekt. Und das Schöne ist: Ob Anfänger oder ambitionierter Biker, in der Massa Vecchia fühlt sich jeder wohl. Auch Familien, denn das Angebot ist wirklich groß. Für jeden gibt es etwas zu entdecken und zu erleben.

Mehr Informationen zu den Bike-Packages und der Massa Vecchia an sich gibt es unter http://www.massavecchia.it/

Hinweis der Redaktion: Wir wurden vom Massa Vecchia Bike Hotel zu diesem Aufenthalt eingeladen – Vielen Dank dafür. Unsere Leser dürfen sicher sein, dass wir stets unsere Ansichten und Begeisterungen vertreten.