Massage mit Blick auf den Tafelberg
Das Rundumsorglos-Paket von Bernd und Supertrail-Rides beinhaltet nicht nur Guiding und Unterkunft, sondern auch Sportmassagen. Unser Masseur Adam, sorgt dafür, dass unsere Beine wieder fit für den nächsten Tag sind. Der Deutsche ist vor einigen Jahren ebenfalls nach Südafrika ausgewandert. Seither arbeitet er unter anderem mit Bernd zusammen und bietet selber Unterkünfte über Airbnb in der Region an. Die entspannende Massage inklusive Tafelbergblick löst Verspannungen und lockert unsere Muskeln. Die besten Voraussetzungen, um den nächsten Biketag anzugehen.

4. Tag: Jonkershoek – der Klassiker
Neuer Tag, neue Trails! Dieses Mal geht es über Stellenbosch nach Jonkershoek. Eine gute Autostunde später parken wir auf dem Parkplatz vom charmanten RideIn. Hier gibt es leckeres Essen, guten Kaffee, Bike-Wasch-Service, Bike-Vermietung und ein B&B. Für unsere Tagestour die ideale Ausgangslage.

Waldbrände in Südafrika
Das Naturreservat Jonkershoek ist der Biker-Hotspot schlechthin und bietet angelegte Singletrails und schnelle, flowige Downhill Switchbacks auf insgesamt 17 Trails von grün bis schwarz. Jonkershoek ist einer der ältesten Bikespots in Südafrika, wo Trailbau-Pionier Meurant Botha fleissig geschaufelt hat.

Die weitläufigen Berge und Wälder prägen die wunderschöne Landschaft. Die Wälder in der Region bestehen häufig zu einem grossen Teil aus den sogenannten „Alien Trees“, also eingeführte Baumarten, die über die Jahre die natürliche Vegetation verdrängt haben. Südafrikanische Bäume wachsen langsamer als andere Arten.
Gegen die zu starke Abholzung der Bäume, versuchte man es mit Aufforstung, bei der verstärkt nicht-heimische Baumarten gepflanzt wurden. Da sich diese aber rasant verbreiten und wertvolles Wasser und den heimischen Pflanzen Raum nehmen, wird nun seit über 100 Jahren versucht, die ursprüngliche Vegetation und das Tierleben zu schützen und fördern. Ein grosser Waldbrand in 2015 hat die Natur und Trails verändert.
Ein paar Monate wurde das Gebiet für Biker gesperrt, um die Trails wieder aufzubauen und zu präparieren. Die Arbeit kann sich sehen lassen. Waldbrände sind leider keine Seltenheit in Südafrika, jedoch tragen sie auch zur Regeneration der Fauna bei. Kehrseite ist natürlich, dass Brände großen Schaden verursachen können, auch für Landbesitzer und deren Gäste, wie wir Biker. So muss jeder einzelne, der sich dort bewegt, darauf achten, keinen Waldbrand zu verursachen.


Wir sind begeistert von den abwechslungsreichen Trails in Jonkershoek, die wie üblich in Südafrika angelegt sind und daher auch immer spannende Abschnitte bieten, wie felsige Passagen, Spitzkehren und kleine Sprünge. Die surreale Landschaft durch den besonderen Wald und die Abgeschiedenheit macht den Besuch besonders lohnenswert. Neben „Bennets Red“ hat es uns der „Never Ending Story“ angetan. Für die Downhillstrecke mit den beachtlichen Gaps waren wir mit Halbschalenhelm und ohne Schoner etwas underdressed. Lunch gibt es im RideIn, während unsere Bikes vom Personal geputzt werden. Das ist mal ein Service!
Sightseeing in Kapstadt
Natürlich wollen wir nicht nur Trails, sondern auch Sightseeing-Highlights sehen, wenn wir schon mal in Südafrika sind.
Biken steht zwar an erster Stelle während unseres Südafrika-Trips, allerdings gehören da natürlich auch ein paar Highlights ohne Bike auf das Programm. Jeden Sonntag findet der Neighbourgoods Market in Kapstadt an der Old Biscuit Mill statt. Die Location mit einer riesigen Auswahl an leckerem Essen von über 100 Händlern ist einzigartig. Kapstadts lässigste Hipster, relaxte Surfer und neugierige Besucher aus der ganzen Welt tummeln sich hier. Neben bestem Kaffee im Espresso Lab Microroasters, gibt es dort wunderschönen Schmuck, Lederwaren und Accessoires zu kaufenZwei bis drei Stunden später haben wir uns durch sämtliche Essensstände probiert.

Bernd gibt uns eine kleine Sightseeing-Tour mit dem Auto: Kapstadt Downtown, Boo-Kap, Woodstock und die Waterfront. Kapstadt ist eine Stadt mit vielen Facetten. Unterhalb vom Tafelberg machen wir Halt und geniessen den traumhaften Ausblick. Wir überlegen kurz, ob wir uns für eine Fahrt mit der Table Mountain Aerial Cableway nach oben anstellen, aber die Schlange ist mit einer Wartezeit von bis zu 1,5 Stunden sehr lang. Da es die Tage zuvor so windig war, konnte die Seilbahn nicht fahren. Übrigens haben die Schweizer in Engelberg am Titlis die gleiche Rotair-Seilbahn (Schwesterbahn). Klar, dass es an einem sonnigen, windstilleren Tag wie diesem so übermäßig zugeht.


Traum-Fotokulisse am Strand von Llandudno
Die Zeit nutzen wir lieber, indem wir zum Llandudno Beach fahren. Der Strand ist bei Surfern besonders beliebt. Sicher ist aber auch, dass er zu den schönsten Strände der Umgebung zählt: Weisser Sand, gesäumt von Felsen und glasklarem Wasser. Das kalte Wasser und die Warnschilder vor Haien schrecken uns jedoch ab, hinein zu gehen. Stattdessen spazieren wir am Ufer entlang zu einer spannenden Felsformation. Dort verbringen wir eine ganze Weile und geniessen den Meerblick und die Sonne. Juhu, wir sind erfolgreich dem grauen Herbst zu Hause entflohen!

Vor dem Feierabendverkehr geht es zurück. Stau bestimmt das Leben der Menschen in Kapstadt. Da das öffentliche Verkehrsnetz schlecht ausgebaut ist, sind Pendler auf Busse oder das eigene Auto angewiesen. Schwarze nutzen das chaotische und durchaus sicherheitstechnisch bedenkliche Minibusnetz, welches Touristen abzuraten ist. Durch das erhöhte Verkehrsaufkommen sind die Strassen zu den Stosszeiten morgens zwischen 6 und 9 Uhr und abends zwischen 16 und 18 Uhr massiv überfüllt. Daher sollte man sich bestenfalls zu den Randzeiten durch die Metropole bewegen.
Die Kulinarik darf an diesem Tag natürlich auch nicht zu kurz kommen und so halten wir auf dem Rückweg für einen leckeren Kuchen im 12 Apostles Hotel & Spa. Abends gibt es in unserer Unterkunft ein leckeres Curry von Carmen.

Trailsafari Roadtrip
Wir verlassen den Blouberg Beach, denn vier Tage Roadtrip stehen auf dem Programm.
Trails auf dem Rhebokskloof Weingut
Erster Halt: Rhebokskloof. Das Weingut liegt am nördlichen Teil des Paarl Mountain und ist für einige der schönsten Aussichten des Westkaps bekannt. Rhebokskloof bietet malerische Bike-Routen auf über 30 Kilometern. Die Trails sind zum Teil flowig, zum Teil felsig. Die 18 Kilometer und 500 Höhenmeter unserer Route haben es in sich.

Auf den Spuren vom Cape Epic
Intervalltraining vom Feinsten. Es geht hoch und runter mit schnellen Passagen. Ein Beweis für das perfekte Terrain zum Trainieren. Nicht umsonst legen Bikegrössen wie Jolanda Neff, Nino Schurter, Andreas Frischknecht und Jenny Rissveds in Südafrika regelmässig Trainingstage ein und bereiten sich auf die Saison oder spezielle Rennen vor. Alleine schon der Cape Epic ist Grund genug für Profi- oder Amateurbiker Südafrika zu besuchen. Für uns ist das Intervalltraining auf Singletrails hoch und runter nach wie vor ungewohnt, wir beginnen aber es zu mögen. Ziel ist das Restaurant vom Weingut. Ein idyllischer Ort, wie er wohl in so einigen Bilderbüchern zu finden ist. Vor uns ein See, an dem wir uns zum Picknicken niederlassen. Romantik pur. Wir schmelzen dahin und geniessen unser leckeres Essen bei einem Glas Wein.

Nächster Halt: Canetsfontein am Welvanpass
Die wunderschöne private Wein Farm „Canetsfontein“ in der Nähe von Wellington unterhalb vom Welvanpass. Erfrischung finden wir im Pool des Hauses. Hier kann man es definitiv aushalten!

Das Anwesen bietet alles, was das Herz begehrt: Trails vor der Haustür, Pool und natürlich Wein ohne Ende. Wir lassen den Abend gemütlich bei Braai und Wein ausklingen.



Am nächsten Morgen machen wir die Trails rund um Wellington unsicher. Trails wie „Full Monty“, „Cry me a river“, „Angel’s Tears“, „Rodeo Run“ und „Cool Runnings“ zaubern ein Lächeln auf unsere Lippen.
Der Uphill verlangt zwar viel Energie von uns und die Sonne sticht, aber die Trails machen alles wett. Wir halten Ausschau nach Pavianen, die die Wälder bewohnen. Warntafeln über das ganze Land erinnern immer wieder daran, dass Paviane wilde Tiere sind und wenn es ums Essen geht keinen Spass verstehen. So bleiben unabgeschlossene Autos, lose Gegenstände und Rucksäcke nicht sicher. Locals erzählen uns, dass Paviane eher Frauen oder einzelne Fahrern als Gruppen ins Visier nehmen. Zum Glück treffen wir an diesem Tag auf keine Affen.



Zurück auf der Wein Farm gibt es noch schnell eine bitternötige Abkühlung im Pool, bis es dann zur nächsten Station geht: Kaleo.
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