November ist eine perfekte Zeit für Biken auf Madeira. Die Blumeninsel im Atlantik ist in knapp 4 Stunden von Zürich oder München erreichbar und mittlerweile ein beliebtes Ziel für Biker. Das ganze Jahr über herrscht auf Madeira ein angenehmes Klima – die Winter sind mild und die Sommer nicht allzu heiss. Im Winter gibt es zwar mehr Regentage, aber in der Regel halten sich diese in Grenzen und Biken ist das ganze Jahr über möglich.

Anflug auf die Blumeninsel

Biken auf Madeira steht schon länger auf unserer bucket list und den November verbringen wir gerne in der Sonne, während es in der Schweiz grau in grau ist und der Winter noch nicht da sein möchte. Perfektes Timing für uns also. Nach knapp 4 Stunden Flugzeit landen wir am Airport Santa Catarina. Die Landebahn wurde zur Hälfte auf Betonpfeilern zwischen Meer und Steilküste am Ufer von Madeira erbaut. Dementsprechend abenteuerlich und beeindruckend ist die Landung.
Begrüsst werden wir mit sommerlichen Temperaturen und Meeresluft. So haben wir uns das vorgestellt! Vor Ort entscheiden wir uns bei der Autovermietung für einen Renault Clio. Kaum zu glauben, aber in dieses kleine Raumwunder passen tatsächlich zwei EVOC Bikebags, zwei Dufflebags, ein Fotorucksack und ein Bikerucksack.

So düsen wir nach Ponta do Sol zu unserer Unterkunft, die circa 30 Fahrminuten vom Flughafen entfernt liegt. Das „Hotel da Vila“ ist der kleine Bruder vom Designhotel Estalagem Ponta do Sol. Das 3-Sterne Boutiquehotel liegt direkt an der Uferstraße vom Atlantik und macht einen sehr guten Eindruck. Alle 16 Zimmer sind modern eingerichtet mit Elementen aus einheimischen Holz und einem kleinen Balkon mit Meerblick. Besonders hervorzuheben ist die Einrichtung und das hervorragende Frühstück, welches täglich frisch zubereitet wird und sehr vielfältig ist. Das freundliche Personal und der nette Haushund runden die angenehme Atmosphäre ab. Und auch der Preis mit 67 EUR/Nacht pro Zimmer mit Frühstück ist sehr fair.

Hotel da Vila in Ponta do Sol
Hotel da Vila (c) Outdoormind
Zimmer Hotel da Vila Ponta do Sol
Zimmer Hotel da Vila Ponta do Sol (c) Outdoormind
Aussicht aus dem Hotel da Vila
Aussicht aus dem Hotel da Vila (c) Outdoormind
Designhotel Estalagem Ponta do Sol Pool
Designhotel Estalagem Ponta do Sol Pool (c) Outdoormind

Lohnenswert ist ein Dinner im Estalagem Hotel, welches nur 5 Minuten zu Fuss und dann per Aufzug zu erreichen ist. Netter Benefit: Die Gäste des Hotel da Vila dürfen den kompletten Wellness- und Poolbereich vom Estalagem mitnutzen.

Nasser Start in den Trailspass

Am Wochenende vom 15. und 16.11. findet ebenfalls das Sandokan Enduro Rennen auf Madeira statt. Da Jeremy und Joe von Bikulture dieses Rennen organisieren, haben sie uns eingeladen am zweiten Tag in der Experience Group mitzufahren. Einen vollständigen Bericht dazu gibt es hier.

Jeremy Frotey von Bikulture
Jeremy Frotey von Bikulture (c) Outdoormind

Der Start in den Trailspass beginnt nass und rutschig. Das kann ja heiter werden. Durch den vielen Regen wurden die Bedingungen für Bike und Fahrer härter. Wo ist die Sonne? Mittags zeigt sie sich kurz mit ihren wärmenden Strahlen, ansonsten ist es grau, nebelig und regnerisch. Wieso habe ich meine Regenhose eigentlich nicht eingepackt, frage ich mich. Naja, ich dachte wir fliegen in die Sonne und so…
Trotz taffer Bedingungen sind wir von Beginn an begeistert von der Trailvielfalt und freuen uns schon auf die nächsten Tage.

Ein klassischer Bikeshuttle-Tag mit Bikulture sieht so aus: Morgens starten wir mit einem stärkenden Frühstück in den Tag und fahren nach Prazeres, wo Bikulture einen eigenen Shop hat. Wer einen Shuttle-Tag mit den Jungs bucht, der trifft sich in der Regel beim Shop. Von da aus geht es mit dem Shuttle in die Berge und auf die verschiedensten Trails. Es werden morgens circa 2 Stunden gefahren und nach einem Lunch (der alleine schon ein Highlight ist, da die besten Restaurants in der Umgebung ausgesucht werden und man in den Genuss der portugiesischen Küche kommt) weitere 2 Stunden. Bei schönem Wetter gibt es zum Afterbike dann auch noch ein kühles Bier, einen Poncha oder einen Mojito zum Beispiel im Maktub Pub in Paúl do Mar.

Bikeshuttle Bikulture
Bikeshuttle Bikulture (c) Outdoormind
Spannende Trails auf Madeira
Spannende Trails auf Madeira (c) Outdoormind
Eukalyptus Wald von Madeira
Eukalyptus Wald von Madeira (c) Outdoormind
Trailvielfalt auf Madeira
Trailvielfalt auf Madeira (c) Outdoormind
Trailerbauer Joselino und sein Werkzeug.
Joselino von Bikulture und sein Werkzeug (c) Outdoormind
Sunsetride Madeira mit Roxy
Sunsetride Madeira mit Roxy (c) Outdoormind
Top to sea sunset ride
Top to sea sunset ride (c) Outdoormind
Golden Trail auf Madeira
Golden Trail auf Madeira (c) Outdoormind
Afterbike Chillout am Meer
Afterbike Chillout am Meer (c) Outdoormind
Maktub Bar Paúl do Mar
Maktub Bar Paúl do Mar (c) Outdoormind
Verschlammte Bikes
Verschlammte Bikes (c) Outdoormind

Die unendlichen Berghänge Madeiras bieten das perfekte Gelände für zahlreiche Enduro-Touren und Abfahrten aller Schwierigkeitslevel. Die Berge sind bis zu 1800 m hoch, geshuttlet wird meist auf die Hochebene namens Paul da Serra, die 1500 m hoch ist und von der aus es einige flache und tretintensive Trails gibt sowie Einstiege in flowige oder kackige Downhill-Passagen Richtung Meer. Hier findet auf jeden Fall jedes Bikerherz seinen Lieblingstrail! Spannend ist die sehr schnell wechselnde Vegetation. So kann man mit einem Wiesentrail beginnen und weiter unten landet man schnell auf Waldboden, teilweise flowig, teilweise felsig. Auch Büsche werden dichter, stellenweise sogar wie ein tunnelartig, wie beispielsweise beim legendären „Sandokan“ Trail der Fall ist. Weiter unten kommen wir in den Eukalyptuswald, wo die meisten gebauten Trails zu finden sind. Zwischen den mystischen Bäumen geht es immer wieder über Anlieger, Sprünge, Drops und Road Gaps. Besonders die „Black Line“ hat es uns angetan. Technisch anspruchsvolle Passagen und grössere Sprüngen machen diesen Downhilltrail aus.

Überblick Trails auf Madeira
Überblick Trails auf Madeira (c) Bikulture

Die Map zeigt die Übersicht über einen Teil der Trails auf Madeira, die beispielsweise für das Sandokan Enduro Rennen genutzt wurden und die wir während unseres Aufenthaltes grösstenteils gefahren sind: 1. Bica da Cana, 2. Estanquinhos, 3. Cabeças, 4. Pipeline, 5. Fatty Trail, 6. Hunters, 7. Bermudas, 8. Connection, 9. Redline, 10. Blackline, 11. Sandokan, 12. Fox Trail/Raposeira, 13. Picos, 14. Fanal ‘Rail’, 15. Fanal Pt. 2. Es gibt natürlich aber noch viel viel mehr zu entdecken!

Wir empfehlen in jedem Fall einen Guide zu buchen, um die besten Trails fahren zu können. Denn auch trotz GPS-Daten (an die man schwer kommt) kann man sich schnell verfahren. Für eine Eintagestour zahlt ihr bei Bikulture cira 70 Euro. Joselino und Jeremy leisten wirklich super Arbeit und gehen auch gerne individuell auf Kundenwünsche und unterschiedliches Fahrkönnen ein.

Madeira Nordküste
Madeira Nordküste (c) Outdoormind
Sonnenuntergang Madeira
Sonnenuntergang Madeira (c) Outdoormind
Wandern auf Madeira am Ostkap
Wandern auf Madeira am Ostkap (c) Outdoormind
Hauptstadt Funchal auf Madeira
Hauptstadt Funchal auf Madeira (c) Outdoormind
Markthalle Funchal
Markthalle Funchal (c) Outdoormind
Wasserfall über einer Strasse auf Madeira
Wasserfall über einer Strasse auf Madeira (c) Outdoormind
Traditionelles Haus auf Madeira
Traditionelles Haus auf Madeira (c) Outdoormind
Lava Pools auf Madeira
Lava Pools auf Madeira (c) Outdoormind

Biken auf Madeira Fakten

  • Unbedingt trinken: Poncha, das Nationalgetränk, welches aus Zuckerrohrschnaps, Honig und frisch gepresstem Orangensaft besteht.
  • Unbedingt essen: Steak on the stone
  • Unterkunftstipp: Estalagem oder Hotel da Vila in Ponta do Sol, ansonsten organisiert Jeremy euch gerne ein schönes Apartment im wunderschönen Ort Jardim do Mar.
  • Shuttle/Guides: Bikulture, lokoloko oder Freeride Madeira
  • Bikefreier Tag: Funchal besuchen, Wanderung zum Ostkap, Weinverkostung in der Blandy`s Wine Lodge, uvm. (Jeremy hat noch viele weitere Tipps).