Unsere Bucketlist ist lang und ganz oben steht natürlich „Biken in Schottland“. Wenn Schottland in Verbindung mit Mountainbiken gebracht wird denken wir als erstes an den World Cup in Fort William, der auch dieses Jahr die weltbesten Fahrer herausforderte. Doch Schottland hat weitaus mehr zu bieten: Neben den unzähligen Trail-Centern gibt es grandiose Trails in den faszinierenden Highlands.
Wir entscheiden uns für das Abenteuer „Torridon and Skye“ mit H+I Adventures. Eine Woche lang werden wir die Lieblingstrails von Steve Pat, Danny MacAskill und Co nachfahren. Wenn das mal nicht vielversprechend klingt! Da müssen wir jedenfalls nicht zweimal drüber nachdenken und packen unsere Sachen.
Wir wissen, dass es kein Badeurlaub sein wird und die Temperaturen diesem auch nicht annähernd entsprechen werden. Also lassen wir den Bikini und die Badehose daheim. Stattdessen packen wir ordentlich Regenkleidung, warme Funktionskleidung und zwei Paar Schuhe ein. Nach unserem Biketrip auf Madeira wissen wir nur allzu gut, worauf wir bei unbeständigem Wetter achten müssen.
Aber wir wollen ja Wetter, Whiskey und wilde Trails!

Unser Flug geht direkt von Basel nach Edinburgh. Von dort aus nehmen wir die Tram zur Haymarket Station und dann den ScotRail direkt nach Inverness. Ständig werden wir mit unseren „grossen Taschen“ bestaunt und angesprochen. Auch der Kontrolleur im Zug kriegt sich gar nicht mehr ein. Wir fragen uns, ob wir die einzigen sind, die ihre Bikes vom Flughafen mit dem Zug nach Inverness transportieren? Die schottische Gelassenheit kommt uns hier jedenfalls zugute, wir dürfen im Zug bleiben und kommen pünktlich in der Hauptstadt der Highlands an, wo wir eine Nacht in einem netten B&B verbringen.

Auf geht es nach Schottland
Auf geht es nach Schottland (c) Outdoormind
Mit dem ScotRail nach Inverness
Mit dem ScotRail nach Inverness (c) Pierre Steiner
ScotRail Bike Transport
ScotRail Bike Transport (c) Outdoormind

Biken mit H+I Adventures

Samstagmittag treffen wir uns um 12 Uhr an der Trainstation in Inverness, wo Euan (Mitinhaber von H+I Adventures) uns freudig empfängt und die anderen Gruppenteilnehmer langsam eintrudeln. Mit zwei Vans geht es zum Office von H+I Adventures wo uns Catherine, die Frau von Euan, begrüsst. Bei einer Brotzeit und Kaffee bekommen wir ein professionelles Briefing von Euan, der uns erklärt, was uns die kommenden Tage erwartet. Vom Ablauf der Reise, Timing, Packen und Inhalt des Rucksackes, Sicherheit bis hin zum Food Management denkt er wirklich an jedes Detail. Da gibt es erst mal keine offenen Fragen mehr.

Briefing von Euan im Office von H+I Adventures
Briefing von Euan im Office von H+I Adventures (c) Outdoormind
Bike Rucksack richtig packen
Bike Rucksack richtig packen (c) Outdoormind
Komfortable Bike Werkstadt im Office von Briefing von Euan im Office von H+I Adventures
Komfortable Bike Werkstadt im Office von Briefing von Euan im Office von H+I Adventures (c) Outdoormind

Nun gilt es daran die Bikes ready zu machen. Von 7 Teilnehmern haben 3 Personen ihr eigenes Bike mitgebracht. Die anderen haben sich für Mietbikes entschieden und werden mit sehr guten Yeti-Bikes ausgestattet. Wir bevorzugen aber dennoch unsere eigenen Bikes, die auf unsere Bedürfnisse genau abgestimmt sind.
In der Werkstatt des Bürogebäudes können wir gut und schnell unsere Bikes aufbauen und die Bikebags verstauen. Denn die brauchen wir bis Ende der Woche nicht mehr.

Für ein erstes Kennenlernen auf dem Bike geht es für einen Ride auf den Hometrail direkt vor der Tür. Macht Sinn, denn bevor man uns in die Wildniss der Highlands lässt, sollte ja schon gecheckt werden, ob ausreichend Kondition und Technik vorhanden ist. Schnell wird klar wer bergauf und bergab schneller und wer langsamer unterwegs ist. 500 Höhenmeter geht es bergauf und ein paar Trailabschnitte bergab. Euan stellt sicher, dass jeder einen Bunny Hop beherrscht oder zumindest in der Lage ist, das Vorder- und Hinterrad zu heben, da uns in den nächsten Tagen viele Abflussrinnen mit Felsstufen erwarten werden. Das ist das „must have“ für Biker in Schottland. Dass diese fiesen Rinnen auch tatsächlich alle naselang quer über die Pfade verlaufen, können wir nun bestätigen.

Einfahren auf den Hometrails in Inverness
Einfahren auf den Hometrails in Inverness (c) Outdoormind
Bike Trailer vor dem Office von H+I Adventures
Bike Trailer vor dem Office von H+I Adventures (c) Outdoormind
Der Van ist gepackt
Der Van ist gepackt (c) Pierre Steiner

Zurück im Office laden wir die Bikes auf den Trailer und das Gepäck in den Van. Auf geht es zur ersten Unterkunft in Drumnadrochit (wtf? – ja, so heisst der Ort). Eine nette Unterkunft und eine warme Dusche warten auf uns. Anschliessend geht es zu einem Restaurant in der Nähe direkt neben Loch Ness. Über 100 Whiskeysorten werden im „Fiddlers“ zur Probe und typisch lokales Essen angeboten. Welcome to Scotland!

Nettes B&B in Drumnadrochit
Nettes B&B in Drumnadrochit (c) Outdoormind
Whiskey Karte im Fiddlers
Whiskey Auswahl im Fiddlers (c) Outdoormind

Wetter, Whiskey und wilde Trails

Whiskey bekommen wir schon mal an jeder Ecke, wie sieht es mit den Trails aus? Gut, auf das Wetter können wir verzichten. Zumindest auf das schlechte. Aber das gehört ja bekanntlich dazu, wenn man sich auf schottischem Boden aufhält. Wir sollen uns nicht wundern, wenn wir an einem Tag alle vier Jahreszeiten erleben, sagt Ben Nevis, der uns am heutigen Tag in Fort William begleitet. Ben ist Besitzer vom Bikeshop Nevis Cycles, dem heutigen Ausgangspunkt. Nach einem ausgiebigem English Breakfast und knapp 1.5 Stunden Fahrt sind wir jetzt voll motiviert die populären Trails in Fort William zu erkunden. Nach ein paar Höhenmetern bergauf geht es den Cow hill flowig entlang. Danach machen wir die angelegten Trails in Glen Nevis unsicher. Nach einem Café Stop geht es in den Lenachan Forest wo wir weitere Trails entdecken und eine kleine Kostprobe der „hidden local trails“ in Fort William bekommen. Eine einzige Schlammschlacht geht es auf den Naturtrails bergab. Wer bremst verliert. Hier ist viel Geschick und Können gefragt. Sogar Danny Macaskill hatte hier scheinbar seine Probleme. Na dann…Auf jeden Fall ist klar: Wer hier ohne Schlammpackung im Gesicht und ohne versuchtes Bremsen den Trail heil runterkommt kann es. Alles andere wirkt plötzlich wie Pillepalle…

Ben Nevic Cycles Bikeshop
Ben Nevic Cycles Bikeshop (c) Outdoormind
Ausblick auf Fort William
Ausblick auf Fort William (c) Outdoormind
Biken in Fort William
Biken in Fort William (c) Outdoormind
Trailspass in Fort William
Trailspass in Fort William (c) Outdoormind
Felsige Passagen in Fort William
Euan auf felsigen Passagen in Fort William (c) Outdoormind
Cow Hill Trail mit jeder Menge Flow
Cow Hill Trail mit jeder Menge Flow (c) Outdoormind
Grüne Wiesen in Fort William
Grüne Wiesen in Fort William (c) Outdoormind
Downhill Worldcup Strecke in Fort William
Downhill Worldcup Strecke in Fort William (c) Outdoormind
Vorbei an der Ben Nevis Distillery
Vorbei an der Ben Nevis Distillery (c) Outdoormind

Ein bisschen Flow hat ja noch niemanden geschadet und so entscheiden wir uns nach Betrachtung der World Cup Downhillstrecke dann auch dagegen und für die Jump Line mit Dauergrinsen-Garantie. Hier könnten wir sicher noch gut einen Tag verbringen. Aber wir haben noch einiges auf dem Plan und so geht es über einen letzten Trail bergauf und bergab Richtung Ausgangspunkt. Sagenhaft wie viel Flow man hier bergauf entwickelt! Mittlerweile regnet es in Strömen, aber das ist ja das Wetter.
Nach einem bitternötigen Bikewash checken wir abends in unserem Bed and Breakfast in Fort Williams ein. Auf`s Neue ist es eine kleine Challenge die nassen und dreckigen Sachen „sauber“ ins Zimmer zu bringen, geschweige denn für das Trocknen auszubreiten. Dank der verbreiteten Teppichböden in den Unterkünften eine wahre Herausforderung. Aber es geht alles!
Das Dinner ist mal wieder ein Highlight des Tages. Am Fusse des Ben Nevis, dem höchsten Berg Schottlands, gibt es vermutlich eines der urigsten Restaurants mit den besten Burgern des Landes.

Ben Nevis Inn Weather Forecast
Ben Nevis Inn Weather Forecast (c) Outdoormind

Bike and Hike am Devil`s staircase

An diesem Morgen gibt es ein extra grosses Frühstück, denn es wird ein langer Tag. Wir brechen auf Richtung Glen Coe mit Stop beim Supermarkt, um für nächsten 3 Tage Verpflegung für tagsüber einzukaufen. Dann parken wir den Van und Trailer an unserer heutigen Unterkunft, dem Clachaig Inn. Von dort aus geht es 5 Kilometer und 250 Höhenmeter über die viel befahrene Strasse zum Einstieg der Devil`s Staircase. Der Name wirkt etwas angsteinflößend. Der Aufstieg hat es in der Tat in sich und so schieben wir knapp 50% vom Trail, da dieser mit einigen kniffligen technischen Passagen und in Sachen Steilheit einiges zu bieten hat. Rein theoretisch wäre aber fast alles fahrbar laut Euan (das möchten wir sehen). Circa 45 Minuten später sind wir aber schon oben am Pass. Weniger schlimm als erwartet.

Devils Staircase
Devils Staircase (c) Outdoormind
Devils Staircase - Gleich oben
Uphill Devils Staircase (c) Outdoormind
Euan auf dem Devils Staircase Trail
Euan auf dem Devils Staircase Trail (c) Outdoormind
Jede Menge Spass auf den Trails in Torridon
Jede Menge Spass auf den Trails in Torridon (c) Outdoormind
Technischer Trail Devils Staircase
Technischer Trail Devils Staircase (c) Outdoormind
Wasser auffüllen
Wasser auffüllen (c) Outdoormind
Lunch Break am Blackwater Reservoir
Lunch Break am Blackwater Reservoir (c) Outdoormind

Lasst den Spass beginnen! Einen super schönen, technischen und langen Trail geht es nun anfangs bergauf und bergab und dann nur noch bergab über das Aonach Eagach Bergmassiv. Nach diesem epischen Trailspass fahren wir den Kanal zum Blackwater Reservoir entlang und geniessen die Ruhe der Natur und den Ausblick beim Lunch.
Gestärkt geht es weiter über den Staudamm und einem nahezu überfluteten Weg zu unserem nächsten Schmankerl, dem Ciaran Path. Der lange und technische Trail führt teilweise über lose Steine durch ein Bachbett mit felsigen, aber auch flowigen Passagen. Auf jeden Fall eine Herausforderung, aber eine grossartige! Auch die Kulisse ist ein Traum. Immer wieder kommen wir an schönen Waldabschnitten und Wasserfällen vorbei. Wir landen in Kinlochleven, verschnaufen kurz und kaufen uns ein kaltes Getränk im Supermarkt. Energieaufladen ist angesagt, denn wir müssen wieder zurück zu unserem Ausgangspunkt und das bedeutet knapp 300 Höhenmeter Strasse und Feldweg. Die Motivation dafür ist gering, aber hilft ja alles nichts. Wir haben Abenteuer gebucht und das gibt es jetzt. Als wir das Ziel erreichen sind wir happy und stolz diesen langen Tag mit knapp 1.200 Höhenmetern gut und heil überstanden zu haben. Das Afterbike Bier haben wir uns heute verdient.

Verschnaufpause mit Meerblick

Halbzeit! Auf dem Programm steht ein halber Tag auf dem Bike. Wir fahren auf dem Weg Richtung Küste noch am Ben Nevis Shop in Fort William vorbei, um ein Bike zu richten. In der Zwischenzeit gibt es Kaffeepause für alle. Zur Mittagszeit kommen wir in Glenelg an. Der kleine Ort liegt in den Highlands im nordwestlichen Schottland und liegt an der Meerenge von Kylerhea, welche die kürzeste Distanz zwischen der Insel Skye und dem Festland darstellt. Wir parken beim Glenelg Inn und machen uns ready. Regenkleidung ist wie immer allzeit dabei. An der Küste ist das Wetter ja bekanntlich unberechenbar. Nach ein paar Höhenmetern bergauf geht es bergab Richtung Meer, wo wir in Kylerhea direkt am Meer landen. Wir treten einen Wiesentrail am Meer entlang, der unseren müden Beinen ein Stück Arbeit bergauf abverlangt.

Kylerhea Strand
Kylerhea Strand (c) Outdoormind
Slickrock Session in Glenelg
Slickrock Session in Glenelg (c) Outdoormind
Glenelg Strand
Blick auf Kyle Rhea (c) Outdoormind
Über Wiesen zurück nach Glenelg
Über Wiesen zurück nach Glenelg (c) Outdoormind
Glenelg Inn Restaurant und Pub
Glenelg Inn Restaurant und Pub (c) Outdoormind

Eine Slickrock-Session später sind wir bereits auf dem Rückweg zum Glenelg Inn, wo ein leckerer Cider am Kamin auf uns wartet. Nach dem Check-in und einer heissen Dusche im B&B geht es über die wunderschöne Hügellandschaft nach Plockton zum Dinner direkt am Hafen.

Bike, Eat, Sleep, Repeat

Der Metabolismus läuft auf Hochtouren, der Rucksack ist abends bereits für den nächsten Tag gepackt und das Wasser aufgefüllt. Mittlerweile haben wir uns an das English Breakfast gewöhnt und wissen auch was wir am liebsten haben. Haggis jedenfalls nicht. ;) Heute gilt es mal wieder ordentlich zu frühstücken, denn es steht wieder ein langer Tag von 6-8 Stunden an. Am Frühstückstisch sehen wir bereits aus dem Fenster dass es nass wird. Mit noch trockenen Sachen geht es vom Kintail Ranger Service Office los. Wir fahren uns auf grobem Schotter warm, vorbei an Schafen, Bächen und durch tiefe Pfützen bis wir uns inmitten der idyllischen Landschaft von Morvich wiederfinden. Einmal kurz durchatmen und den Ausblick geniessen bevor es mit dem ersten von zwei knackigen Anstiegen des Tages losgeht. Es gibt Regen, viel Regen, Matsch, tiefen Matsch, Matschlöcher die unsere Füsse knöcheltief versinken lassen. Zu Beginn versuchen wir noch eine intelligente und „trockene“ Variante zu wählen, dann zu suchen und irgendwann ist es nur noch egal. Die Schuhe sind so oder so nass und so oder so verschlammt. Also ab durch die Mitte. Wer die Tage zuvor nicht an seine Grenzen gekommen ist, kommt es spätestens jetzt.

Biken in Morvich Loch Duich
Biken in Morvich Loch Duich (c) Outdoormind
Biken in Morvich
Biken in Morvich (c) Outdoormind
Bike and Hike in Morvich
Bike and Hike in Morvich (c) Outdoormind
Flussartige Trails in Morvich
Flussartige Trails in Morvich (c) Outdoormind

Sei es auch nur Mutter Natur noch näher kennenzulernen. Zustände wie in den Alpen bei einem Unwetter (nur thanks god ohne Gewitter) bei Temperaturen um die 5 Grad machen es uns nicht leicht.
Man kann sich vorher auch kaum ausmahlen, dass man ungefähr (zumindest gefühlt) die zehnfache Kraft benötigt, um unter diesen Bedingungen auf triefnassen Wiesen voran zu kommen. Aufgeben, kein Bock oder geht nicht gibt es nicht. Dafür ist keine Zeit. Und dafür ist die Natur um uns herum und das Erlebnis auch zu wertvoll. Wir sehen uns in diesen Momenten aber natürlich schon nach der Abfahrt. Und da ist sie auch schon und Juhu, die Quälerei hat sich gelohnt, denn wir werden mit 9 Kilometer Singletrail belohnt! Die technischen Passagen in den Kurven sind felsdurchsetzt und rutschig, es lauern überall Abflussrinnen, über die es zu springen gilt, aber der Rest ist super flowig und abwechslungsreich. Komplett nass aber megahappy kommen wir am Van an. Beim Bikewash werden nicht nur die Bikes sondern auch wir komplett abgespritzt. Der Hinweis mit der Wechselkleidung war eine sehr weise Idee, Euan! :) Direkt im Anschluss geht es nach 8 Stunden auf dem Bike zum frühen Dinner, was von allen begrüsst wird. So haben wir mehr Regenerationszeit.

Urquhart Castle Schottland
Urquhart Castle Schottland (c) Outdoormind

Biken in Torridon

Wir sind ein wenig müde, aber der Körper hat noch Energiereserven. Beim Frühstück werden wir mal wieder mit Regen begrüsst, aber das ist uns mittlerweile egal. Die Motivation ist da, denn wir wollen schliesslich die besten Trails Schottlands fahren. Skye lassen wir aufgrund des schlechten Wetters ausfallen, zumal die Trails dort  entweder sehr einfach und unspektakulär (bis auf die Landschaft) sind oder extrem anspruchsvoll und nicht für jeden, wenn auch guten Fahrer, geeignet. Kurz nach neun geht es mit dem Van nach Torridon. Für uns heisst es 20 Minuten auf die Strasse zum Einfahren bis wir dann auf einen Schotterweg und schliesslich einem Trail münden, der uns über steinige Passagen und flussartige Stellen bergauf führt. Irgendwann geht es steiler und felsiger bergauf und wir müssen die Bikes tragen. In Regenkleidung sind wir bereits gestartet und die nassen Schuhe gehören mittlerweile dazu. Oben angekommen werden wir zwar mit einem erneuten Regenschauer begrüsst, aber auch mit einem atemberaubenden Blick belohnt.
Schottlands Landschaft ist einfach einzigartig! So viel Grün haben wir noch nie gesehen. Und so wenige Menschen am Berg ebenfalls. Wir folgen dem Trail, der unendlich scheint. Teilweise geht es über Slickrocks, loses Geröll, Steinplatten und Kanten. Bei den Bedingungen zwar rutschig, aber es hält dafür erstaunlich gut. Ein technischer Trail mit epischer Kulisse und jeder Menge Spass!

Biken in Torridon
Biken in Torridon (c) Outdoormind
Lunch Break in einer Hütte in Torridon
Lunch Break in einer Hütte in Torridon (c) Outdoormind
Sonnenuntergang in Torridon
Sonnenuntergang in Torridon (c) Outdoormind
Dinner im Torridon Stores & Cafe
Dinner im Torridon Stores & Cafe (c) Outdoormind

Am frühen Nachmittag stellt Euan die Frage ob wir noch 2 Stunden auf der Strasse und über Schotter inklusive Uphill zum Van treten möchten oder lieber nur noch die Hälfte und dann in ein Cafê. Was für eine Frage… Also macht er sich alleine auf den Weg und kämpft sich durch das fiese Wetter zum Van. Das ist mal ein Service! Gut, wir haben schon auch noch eine Stunde Strasse vor uns, aber ohne Höhenmeter und am Ende lockt der Kaffee und der Kachelofen. Nach der Ankunft heisst es erst mal Kaffee, Kuchen und Aufwärmen. Was für ein abenteuerlicher Tag! Nach dem Check-in in der urigne Unterkunft in Kinlochewe gibt es eine heisse Dusche und eine kurze Verschnaufpause. Dann fahren wir nach Torridon zum Dinner, an einen der spektakulärste Orte der Woche: Torridon Stores & Cafe. Extra für uns hat die Besitzerin geöffnet und zaubert uns ein unbeschreibliches 3-Gänge-Menü inklusive Blick auf den Upper Loch Torridon und Bergblick, den wir so schnell nicht vergessen werden…

Last but not least: Trailcenter Besuch

WOW die Zeit vergeht wie im Fluge. Am letzten Tag fliehen wir vor dem Wetter in den Bergen und machen uns bereits auf den Rückweg Richtung Inverness. Auf dem Weg machen wir in Golspie Trailcenter Halt. Trailcenter sind in Schottland extrem im Trend. Die Idee dahinter: Angelegte Trails verschiedener Schwierigkeitsstufen ohne Liftzugang anzubieten. Die Philosophie ist unterschiedlich und teilweise werden die Trailcenter durch kommunale Unterstützung von den örtlichen MTB-Clubs errichtet und gepflegt oder sie verfolgen den kommerziellen Gedanken. Wir sagen jedenfalls Daumen hoch für diesen coolen letzten Tag auf Trails inklusive Meerblick. So lassen wir gerne eine Woche Abenteuer ausklingen!

Singletrail bergauf in Golspie
Singletrail bergauf in Golspie (c) Outdoormind
Euan von H+I Adventures beim Biken in Golspie
Euan beim Biken in Golspie (c) Outdoormind
Patrick auf den Trails in Golspie
Patrick auf den Trails in Golspie (c) Outdoormind
Roxy im Trailcenter Golspie
Roxy im Trailcenter Golspie (c) Outdoormind
Patrick beim Sprung in Golspie
Patrick beim Sprung in Golspie (c) Pierre Steiner
Trails in Golspie mit Roxy
Trails in Golspie mit Roxy (c) Outdoormind

Mit müden Beinen aber überglücklich steigen wir in den Van Richtung Office von H&I Adventures in Inverness, um unsere sieben Sachen wieder zusammenzupacken. Eine Nacht bleiben wir noch, bevor es am nächsten Morgen nach Edinburgh geht, wo wir ebenfalls eine Nacht dranhängen. Wenn wir schon mal da sind gibt es noch einen Tag Kultur.

Abschiedsdinner in Inverness
Abschiedsdinner in Inverness (c) Outdoormind

Wir zehren immer noch von diesem Erlebnis und würden uns gerne wieder zurückbeamen.

Facts Biken in Schottland

Ein paar Dinge, die es zu beachten gilt, gibt es wie immer bei uns im Überblick:

  • bitte Anforderungen/Kondition & Skills bei H+I Adventures beachten
  • „Schönwetter Biker“ sollten sich besser für eine andere Destination entscheiden
  • unbedingt gute Regenkleidung (Regenhose, Regenjacke, wasserdichte Handschuhe und ggf. wasserdichte Socken und zwei Paar Schuhe mitnehmen (wir haben bei solchen Bedingungen sogar ganz dekadent unseren Schuhtrockner von Alpenheat dabei)
  • Gutes Food Management ist bei diesen Touren unabdingbar
  • Bike-Verleih gibt es vor Ort von Euan organisiert, für eigene Bikes ist natürlich auch für Sicherheit, Bikewäsche etc. gesorgt
  • Anreise: Direktflüge gibt es nach Edinburgh oder Glasgow. Von Edinburgh Airport gibt es eine Tram nach Haymarket und von dort aus kann man den Zug oder einen Bus nach Inverness nehmen. Mit Bikebags aber nicht ganz unproblematisch. Vorher gilt es eventuell einen Bikeplatz im Zug zu reservieren oder worst case „doof stellen“ (auf Dauer vermutlich auch nicht die sinnvollste Variante). Hier muss es definitiv noch eine Verbesserung geben, da das nicht wirklich geregelt ist. Am besten Euan nach dem Staus quo fragen oder direkt bei ScotRail anrufen. Wer auf eigene Faust Schottland erkundet sollte sich natürlich am besten einen Van mieten.
  • Wir empfehlen eine Nacht vor dem ersten Tag der Tour anzureisen, um Puffer für Gepäckverlust, Flugverspätung usw. zu haben. Und es ist einfach entspannter.
  • Beste Reisezeit: Das ist ganz unterschiedlich und für Schottland vermutlich nie vorhersehbar. Wir empfanden Mai eigentlich als recht angenehm (okay, vielleicht ein bisschen zu nass). UND: Es ist noch wenig Mücken da. Später im Jahr ist es vielleicht etwas trockener aber dafür dann eben scheinbar nicht so angenehm was die fiesen Midges betrifft (was man so liest). Ansonsten gibt es natürlich auch noch guten Mückenschutz, den man vor Ort kaufen kann oder online bestellen kann (Avon Skin so soft soll super sein).

Für mehr Informationen stehen euch auch Catherine und Euan jederzeit zur Verfügung.
Auf der Website von H+I Adventures findet ihr mehr Infos zu dieser Tour.
oder schreibt ihnen eine E-Mail.