Endlich Frühling! Die Wege sind trocken, die Tage werden länger und in vielen Familien steht jetzt ein grosser Moment an: Das erste richtige Fahrrad mit Pedalen. Doch wann ist der richtige Zeitpunkt, und wie klappt der Umstieg vom Laufrad ohne Tränen? Wir haben die wichtigsten Tipps gesammelt.
Warum das Laufrad der beste Start ist
Früher gehörten Stützräder einfach dazu. Heute sind sich Experten weitgehend einig: Das Laufrad ist die bessere Vorbereitung. Auf dem Laufrad lernen Kinder das Wichtigste überhaupt, nämlich das Gleichgewicht zu halten. Treten können sie später in wenigen Minuten lernen. Mit Stützrädern ist es genau umgekehrt: Die Kinder treten, aber das Balancieren muss danach mühsam neu gelernt werden.
Wann ist der richtige Zeitpunkt?
Ein festes Alter gibt es nicht. Viele Kinder steigen zwischen drei und fünf Jahren aufs Pedalrad um. Ein gutes Zeichen ist, wenn euer Kind auf dem Laufrad lange Strecken rollt, ohne die Füsse abzusetzen, sicher lenkt und auch schon mal kleine Abfahrten mit angehobenen Beinen geniesst. Dann ist es bereit.

Die richtige Grösse
Beim ersten Pedalrad ist die Grösse entscheidend. Das Kind sollte im Sitzen mit den Fussballen den Boden erreichen. Für den Start sind 14 oder 16 Zoll meist ideal. Ganz wichtig ist ein geringes Gewicht. Viele günstige Kinderräder wiegen fast so viel wie ein Erwachsenenrad. Für ein Kind mit 15 kg Körpergewicht ist das, als würden wir auf einem Motorrad lernen.
Darauf solltet ihr achten:
- Leichter Rahmen, idealerweise aus Aluminium
- Kurze Bremshebel für kleine Hände
- Freilauf statt Rücktritt, so kann das Kind die Pedale in die Startposition drehen
- Schmaler Lenker und kindgerechte Geometrie
So klappt der Umstieg
Unsere Schritt-für-Schritt-Tipps:
- Sucht euch einen leicht abfallenden, glatten Platz ohne Verkehr, zum Beispiel einen leeren Parkplatz
- Sattel so tief, dass beide Füsse auf den Boden kommen
- Erst einmal ohne Pedale rollen lassen wie auf dem Laufrad
- Dann ein Pedal in die obere Position bringen, Fuss drauf und los
- Nicht am Sattel festhalten, sondern höchstens leicht am Rücken oder an den Schultern begleiten
- Bremsen üben: Anhalten auf Kommando, an einer Linie stoppen
Plant kurze Einheiten ein und hört auf, solange es noch Spass macht. Viele Kinder fahren nach wenigen Tagen alleine, manche brauchen etwas länger. Beides ist völlig normal.
Sicherheit geht vor
Ein gut sitzender Helm ist Pflicht, und zwar von Anfang an. Er sollte waagrecht auf dem Kopf sitzen und darf nicht wackeln. Handschuhe schützen bei den ersten Stürzen die Hände. Für die ersten Ausfahrten eignen sich Parks, Radwege und autofreie Strassen. Im Strassenverkehr sind Kinder bis etwa zehn Jahre noch überfordert, hier fahren sie besser auf dem Gehweg (wo erlaubt) oder mit Begleitung.

Spielerisch besser werden
Ist der Anfang geschafft, beginnt der eigentliche Spass. Kleine Parcours mit Kreide, Slalom um Hütchen, über eine Wurzel rollen oder einen Pumptrack besuchen: So lernen Kinder Fahrtechnik ganz nebenbei. Viele Regionen bieten inzwischen auch Bikekurse für Kinder an, zum Beispiel in Serfaus-Fiss-Ladis oder in der Region Seefeld.
Fazit
Der Umstieg vom Laufrad aufs Pedalrad ist ein grosser Moment. Mit einem leichten Bike, einem ruhigen Übungsplatz und viel Geduld klappt er bei den meisten Kindern ganz ohne Stützräder. Und dann heisst es: Ab auf die Wege und gemeinsam die Bikesaison geniessen!






















