Tina Bek ist MTB Guide, Influencer und MTB Photo Rider. Die leidenschaftliche Bikerin ist vor Kurzem zum ersten Mal Mama geworden. Kein besserer Grund, ein Interview mit ihr zu führen, um sie zu fragen wie es ihrer Familie geht und was zukünftig ansteht.

Hallo Tina, du bist MTB Guide, Influencer und MTB Photo Rider. Ist das dein Hauptberuf?

Nein nicht mehr. Das war ich 7 Jahren lang und habe hauptsächlich Alpencross Touren geguidet und Fahrtechnik Kurse gegeben. Jetzt arbeite ich Teilzeit als Lehrerin für das Fach Sport und bin bei topplan, einem Planungsbüro für Rad-, MTB- und Wanderkonzepte, angestellt. Als Sportlehrerin habe ich viel Zeit in den Ferien und bei topplan kann ich flexibel arbeiten, so dass ich immer noch recht häufig guiden und für Fotoshootings gebucht werden kann. Darüber bin ich froh, denn mir macht es immer noch Spass meine Radl-Leidenschaft weiterzugeben.

Ausserdem bist du Teil vom „Canyon Mädelsteam”. Was genau können wir uns darunter vorstellen?

Mich freut es, dass ich zum CANYON Mädelsteam dazugehöre. Die Räder taugen mir total. Meine Aufgaben sind sehr vielfältig. Ich bin als Markenbotschafter auf MTB Camps und in den sozialen Medien unterwegs. Beantworte immer gerne alle Fragen, gebe Kauftipps oder lasse bei Interesse meine Räder auch Probefahren. An CANYON gebe ich regelmäßig Feedbacks zu den Rädern oder Komponenten und ich darf den ein oder anderen Prototypen auf Herz und Nieren testen. Ansonsten bin ich bei Fotoshootings und Videodreharbeiten dabei, die auch echt mit dem witzigen Team immer total Spass machen.

Tina Bek Portrait
Tina Bek Portrait (c) Markus Greber

Große Aufmerksamkeit hast du auf dich gezogen, also du noch bis kurz vor der Geburt mit deinem Babybauch Mountainbiken warst. Wie kam es dazu, dass du das noch während deiner Schwangerschaft durchgezogen hast, wo jeder Arzt vielleicht die Hände über den Kopf zusammenschlagen würde? Hast du auch negative Kommentare erhalten?

Ganz ganz am Anfang der Schwangerschaft war ich sehr verunsichert. Überall liest und hört man was man als Schwangere nicht machen darf. Zum Beispiel nicht schwer heben, Erschütterungen seien nicht gut, nicht Fenster putzen, sich nicht über 2000m aufhalten usw. Vorsichtshalber sagte ich einen MTB Influencer Trip ab und dann wurde ich mit einer Mandelentzündung 8 Wochen ausser Gefecht gesetzt. Diese Zeit nutze ich um mich während dieser Zeit intensiv mit dem Thema Sport in der Schwangerschaft auseinanderzusetzen.

Tina Bek mit Babybauch
Tina Bek mit Babybauch

Es gibt nämlich auch viele positive Artikel und Studien über Sportarten wie Mountainbiken, Skifahren und Reiten in der Schwangerschaft. Ausserdem konnte ich mich mit einigen (Profi-)Sportlerinnen austauschen, wie es ihnen in der Schwangerschaft erging. Da gibt es die Freundin, die bis einen Tag vor der Entbindung noch Skitouren gemacht hat, eine Bekannte, die im zweiten Trimester noch Fitnesskurse angeboten hat und eine Instagramerin schrieb mir, sie ist im 6. Monat noch Klettern gegangen. Auf der anderen Seite gibt es auch Sportlerinnen, die überhaupt keine Bedürfnisse hatten weiter sportlich aktiv zu sein oder für die es genügte leichte Wanderungen zu unternehmen. Eine Freundin aus der MTB-Szene erzählte mir, sie wäre so gerne eine aktive Schwangere gewesen, nur musste sie leider aus medizinischen Gründen absolut Ruhe geben. Was ich damit sagen will, ist, dass es immer jemanden gibt, der es einfacher oder schwerer in der Schwangerschaft hat. Es gibt nicht ein klares JA oder NEIN. Man muss in sich hineinhorchen, um festzustellen, was einem gut tut und nicht auf die vielen unterschiedlichen Meinungen der anderen hören. Letztendlich sagt einem der Körper ganz genau was richtig oder falsch ist. Ich würde auch keine neue Sportart anfangen. Aber, von den Ärzten empfohlene Sportarten wie Yoga, Schwimmen, Nordic Walking , macht mir keinen Spass, deshalb habe ich mich doch wieder aufs Rad getraut.

Tina Bek beim Biken mit Babybauch
Tina Bek beim Biken mit Babybauch

Negative Kommentare habe ich keine erhalten, wenn dann sowas wie: „bitte aufpassen Tina.“ Es gibt da bestimmt noch Kritiker, die sind mir aber nicht zu Ohren gekommen. Dafür habe ich viel positiven Zuspruch erhalten, gerade von anderen Müttern, die selbst sportlich aktiv sind.

Welche Trails und Touren konntest du in der Schwangerschaft noch fahren? Hast du dich sehr eingeschränkt gefühlt? Bzw. inwieweit hast du dich selbst eingeschränkt (Safety First)?

Klar, bin ich nur noch Trails gefahren die ich auswendig kenne und bei denen ich mich zu 100 % sicher fühle. Mir ging es nur darum in den Bergen und in der Natur zu sein, als auf der Suche zum nächsten Adrenalin Kick. Ich bin z. B. gemeinsam mit Freunden bergauf gefahren und wenn es zu technisch bergab ging, den Schotterweg hinunter gefahren. Ganz ehrlich, es hat mich überhaupt nicht gestört.

Tina Bek auf dem Bike im Achten Monat
Tina Bek auf dem Bike im Achten Monat

Was hat sich für dich (auch Bike-technisch) geändert seit du erfahren hast, dass du schwanger bist?

Mein Bauch war bis zur letzten Schwangerschaftswoche verhältnismässig klein. Trotzdem bevorzugte ich Räder, die eine aufrechtere Haltung möglich machten. Rennradfahren wäre nix mehr gewesen.

Zum Ende der Schwangerschaft ging mir schnell die Puste aus, da war ich mega froh, dass es das CANYON Spectral auch als E-MTB gibt. Dank den verschiedenen Powerstufen konnte ich meinen Puls stets niedrig halten, was wiederum wichtig für die Sauerstoffversorgung des Babys ist.

Dein kleiner Emil ist seit ein paar Wochen auf der Welt. Wie geht es euch? Hat er schon sein erstes Bike?

Uns geht es super. Momentan dreht sich alles um stillen, wickeln und den Emil in den Schlaf wiegen. Irgendwie verfliegt trotzdem die Zeit.

Er hat sein erstes „Windelbike“ von den Arbeitskollegen meines Mannes bekommen ( Windeltorte in Radlform) haha. Ein richtiges Rad hat noch Zeit, aber mein Mann schaut schon während meiner Schwangerschaft nach Kinderbikes und Snowboards. Er kann es kaum erwarten dem Kleinen Radfahren beizubringen.

Wie wird sich dein Lifestyle nun ändern? Wann geht es wieder auf das Bike, weißt du das schon?

Aufs Rad möchte ich sobald wie möglich, allerdings warte ich noch so lange, bis meine Beckenbodenmuskulatur wieder aufgebaut ist. Ich habe gehört, wenn man zu früh mit dem Sport anfängt, verzeiht sie einem das nicht so schnell.

An meinem Lifestyle wird sich nicht viel ändern. Wir möchten nach wie vor viel mit unserem Camper unterwegs sein, nur werden wir in Zukunft vielleicht mehr Aufstiegshilfen benutzen und in Bikeparks fahren.  Ach ja und wir werden weniger zusammen radeln können, was schon schade ist, aber dafür werden wir uns ein Bikeparkticket nun immer teilen können.

Was möchtest du an alle (werdende) Mütter weitergeben, die leidenschaftliche Bikerinnen sind?

Ich empfehle keineswegs, dass alle während der Schwangerschaft Mountainbike fahren sollen. Ich möchte auch nicht sagen, dass dies eines der grossen Probleme des Lebens ist. Du solltest in Dich hineinhorchen und das tun was Du für richtig hältst. Dein Körper sagt Dir was richtig ist und nicht die Meinung der anderen Leute. Wenn es Dir gut geht, dann geht es Deinem Baby auch gut. Wenn Dein Körper keine sportlichen Aktivitäten während der Schwangerschaft zulässt, versuche es zu akzeptieren.

Danke Tina für deine Zeit. Wir wünschen euch alles Gute!

Gerne jederzeit wieder.

Weitere Informationen zu Tina findet ihr auch auf ihrer Webseite unter https://www.tina-bek.com oder auf ihrem Instagram Account @_tinabek_

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Romina Lemmert
Outdoor & Sport: Hier bin ich zuhause. Sei es beim Biken im Sommer oder Freeriden im Winter – Draußen sein in der Natur ist für mich ein Geschenk. Das bedeutet, völlig lebendig zu sein. Bei Outdoormind setzte ich im Speziellen auf frauenspezifische Produkte und berichte über Abenteuer mit Bike & Ski.