Nach dem Interview mit Lorraine Huber und Eva Walkner widmet sich Outdoormind dieses Mal der amtierenden Weltmeisterin der Freeride World Tour vom Arlberg, Nadine Wallner (FWT Siegerin 2014 & 2013) und der schwedischen Powder-Lady Matilda Rapaport (2. Platz FWT Fieberbrunn 2013, 1. Platz Extreme Verbier 2013).

Interview mit Nadine Wallner & Matilda Rapaport zur Freeride World Tour 2015

Bereitet ihr euch speziell auf die Freeride-Tour vor? 

NW: Die Vorbereitung beginnt natürlich schon im Sommer. Ich bin viel in den Bergen unterwegs, gehe bergsteigen am Schnee und Eis, klettern, paragleiten und versuche auch im Sommer auf den Skiern unterwegs zu sein – Südamerika oder Neuseeland.  Diesen Sommer musste ich in den sauren Apfel beißen. Ich war verletzungsbedingt Zuhause und musste viel gezieltes Indoor-Training und Therapie machen, was sich aber sicher bezahlt machen wird! (Info d. Red.: Nadine hat sich bei ihrem Alaska Trip im Frühjahr 2014 schwere Unterschenkelverletzungen zugezogen und musste mehrmals operiert werden)
MR: Mit verschiedenen Trockentrainings bringe ich mich in Winter-Form. Diesen Sommer war beim mir sogar Trampolin-Training angesagt, damit ich mich in der Luft besser kontrollieren kann.

Wie schaut das Workout-Programm in den Wochen davor aus?

MR: Laufen, Gewichtheben, Gleichgewichtstraining – ich variiere mein Workout so gut es geht.

NW: Verletzungsfrei versuche ich viele Trainingseinheiten draußen zu absolvieren- berglaufen, klettern usw. aber es benötigt auch ein paar gezielte Indoor Trainingseinheiten, bei denen man am Besten unter professioneller Anleitung von einem Trainer auch mit Gewichten arbeitet und u.a. Kniebeugen, Kreuzheben oder sich in die Beinpresse zwängt. Wichtig sind auch koordinative Balance und Stabilisationsübungen, vor allem für, im Winter, unvorhergesehene Dinge im Gelände, die passieren können. Das erfordert meistens eine schnelle Reaktion und eine gute Stabilität!

Nadine Wallner
Nadine Wallner (c) Jeremy Bernard
Nadine Wallner (c) Dom Daher
Nadine Wallner (c) Dom Daher
Gewinnerin Nadine Wallner (c) Dom Daher
Gewinnerin Nadine Wallner (c) Dom Daher
Matilda Rapaport (c) Dom Daher
Matilda Rapaport (c) Dom Daher
Matilda Rapaport (c) Dom Daher
Matilda Rapaport (c) Dom Daher
Mathilda Rapaport (c) David Carlier
Mathilda Rapaport (c) David Carlier

Euer absoluter Lieblingsspot? 

MR: Engelberg in der Schweiz – gleichzeitig meine Homebase. Super Berg, Schnee und die Atmosphäre stimmt einfach.

NW: Im Winter auf jedenfall meine Heimat, der Arlberg. Ich bin zwar durch meinen Sport schon viel herum gekommen und habe viel gesehen, jedoch zieht es mich immer wieder zurück. Der Arlberg ist sehr verspielt, kann aber auch eine richtige Herausforderung sein, nicht zuletzt liebe ich das Gebiet auch wegen seiner Vielfältigkeit.

Wo sollten die Outdoormind-Leser zum Freeriden unbedingt mal hinfahren?

NW: Ein guter Tip ist sicher, da wo es am meisten Schnee hat. Was auf meiner persönlichen To DO Liste noch immer steht ist: La Grave, Davos, Andermatt, Südamerika und viele mehr!

MR: Heli-Skiing in Alaska ist einfach unschlagbar. Einmal im Leben sollte man dort hin fliegen, wenn man die Möglichkeit dazu hat. Es ist das magischste Gebirge der Welt.

Welcher Tourstopp ist am anspruchsvollsten? Welcher macht den meisten Spaß?

MR: Verbier. Es ist der Abschluss der Tour mit vielen Zuschauern, einem extrem steilen Gelände und oft extremen Konditionen. Und genau aus diesem Grund macht es dort auch am meisten Spaß! Aber auf Alaska freue ich mich auch schon total!

NW: Anspruchsvoll sind alle Tourstops, da jeder unterschiedliche Verhältnisse, Schnee und Begebenheiten mit sich bringt. Ich glaube aber in Verbier ist der Druck am Größten.  Der Bec des Rosses ist ein sehr steiler, schwieriger, klassicher Big Mountain Berg. Bei der Lineauswahl muss jeder Schwung genau durchdacht werden! ;) Am meisten Spaß macht mir der österreichische Stop in Fieberbrunn. Hier bin ich immer locker drauf. Die Familie und Freunde sind hautnah mit dabei und fiebern mit dir mit. Gemeinsam haben wir immer einen super Tag draußen am Berg. Und ganz nach Motto …do kum i her, do kenn i mi us! ;) ..haha..

Wie würdet ihr euren Signature Style beim Fahren beschreiben?

NW: Aggressiv, technisch und mit viel Speed! Aber auch ein wenig verspielt; ich versuche immer, mich dem Gelände anzupassen und eine möglichst logische, smoothe Line zu wählen. Ski with the mountain, not against it!!!

MR: Ich fahre schnell und flüssig.

Matilda Rapaport in Courmayeur (c) Jeremy Bernard
Matilda Rapaport in Courmayeur (c) Jeremy Bernard

Ziel bei der Tour?

MR: Mich fahrtechnisch zu verbessern und mehr Features in die Lines zu packen. Ein Sieg wäre natürlich auch fantastisch.

NW: Das ist im Moment schwer zu sagen, da ich noch immer mitten im Aufbau von meinem verletzen Bein bin . Ich werde versuchen bis Ende Jänner startklar zu sein, aber ob es bis dorthin wirklich funktioniert kann man noch nicht genau sagen. Nach meinem offenen Schienbein-Waden-Bruch im April, hatte ich Vorgestern eine weitere OP und bin selbst gespannt, wie schnell mein Körper im Stande ist, sich zu regenerieren. Ich hoffe natürlich fit zu sein. Werde aber, falls ich nicht 100%fit bin, nicht starten, was zwar bitter ist, aber auf lange Sicht mir mein Körper sicher danken wird.

Welches Gericht gibt die nötige Kraft zum Freeriden?

NW: Hahaha.. meine Lieblingsspeise ist eine gute deftige Kaspressknödelsuppe!! ;) Ansonsten ist glaube ich ausgewogen und vielseitig eine gute Devise! :P

MR: Ich steh im Moment total auf grüne Smoothies. Am liebsten mixe ich gerade Grünkohl, Zitrone, Ingwer, Banane und Kiwi – ein echt gesunder Powerdrink. Keeps the Doctor away!

Outdoormind bedankt sich bei den vier Powder-Stars und drückt allen Ladies die Daumen für die Freeride-World-Tour by The North Face 2015!