Trek Session an den Betonbloecken der Nato Base in Finale Ligure
Das Trek Session 88 macht optisch einen guten Eindruck (c) Outdoormind

Den ausführlichen Trek Session 88 Test gibt es bei Outdoormind. Das Outdoormind Team hat das Trek Session 88 (Modeljahr 2013) knapp 3 Monate in verschiedenen Bikeparks und beim Shuttlen in Finale Ligure getestet. Das Trek Session 88 hat bereits Aaron Gwin den Sieg im Downhill World Cup 2011 verschafft und dieses Jahr ist damit Brook MacDonald unterwegs. Klingt doch schon mal vielversprechend.

Warum braucht man ein Downhillbike?

Downhill ist eine der vielen Varianten im Mountainbike Sport. Hier gilt es Naturtrails im gröbstem Gelände mit natürlichen Hindernissen oder im Bikepark angelegte Trails zu bewältigen. Dazu kommt die hohe Geschwindigkeit, die die Schwierigkeit maßgeblich bestimmt.

Dabei ist mentale Stärke, Routine, Training, Bike Beherrschung und eine gesunde Selbsteinschätzung gefragt. Noch dominieren die Männer diese Sportart, aber mehr und mehr Frauen wagen sich an diese Extremsportart. Die hohe Geschwindigkeit und das ruppige Gelände stellen nicht nur Anforderungen an das persönliche Fahrkönnen, sondern auch an die Ausstattung des Bikes. Um auf Downhilltrails oder im Bikepark richtig Spaß und entsprechende Fortschritte im Fahrkönnen zu erleben, ist ein Downhill Bike ein gutes Invest. Durch die robuste Bauweise kommt das Bike nicht so schnell an die Grenzen, was bei anderen Bikes defekte Komponenten oder sogar einen Rahmenbruch zu Folge haben könnte. Für ein Downhill Bike rechnet man circa 3.000 – 7.000 EUR. Das Trek Session liegt bei 4.999 EUR (UVP), bietet einen soliden Rahmen und gute Komponenten zu einem moderaten Preis.

Trek Session 88 beim Drop im Bikepark Lenzerheide
Das Trek Session 88 macht sich beim Drop sehr gut (c) Outdoormind

Trek Session 88 Test

Ausstattungstechnisch hat das Trek Session 88 einiges zu bieten und auch optisch macht es viel her. Farblich sind alle Komponenten perfekt aufeinander abgestimmt und das Gesamtbild kann sich sehen lassen.

Komponenten/Materialwahl

Alle Bauteile eines Downhill Bikes sind in erster Linie auf Rubustheit ausgelegt. Mit einem bewerten Aluminiumrahmen und moderner Geometrie macht man nichts falsch und mit knapp 17 kg reiht sich das Trek Session 88 im Mittelfeld ein. Bei Trek arbeitet man, wie nicht anders zu erwarten ist, mit viel Bontrager und Truvative Komponenten. Dagegen ist nichts zu beanstanden, was sich im Test auch bestätigt hat. Ansonsten hat Trek sich für einen Mix aus SRAM Komponenten aus verschiedenen Baureihen und Avid Bremsen entschieden.

Fahrwerk und Federung

Die Belastung bei Downhillstrecken ist enorm und starken Bodenunebenheiten muss Stand gehalten werden. Dafür ist eine entsprechende Federung und Dämpfung vorne und hinten notwendig. Heute sind im Bereich Downhill 200mm Doppelbrückenfedergabeln standard und hinten am Dämpfer sind es um die 240mm. Das Fahrwerk lässt sich individuell anpassen, bei teureren Komponenten meist mehr als bei günstigen. Das Trek Session 88 bietet als Komplettbike die 2013er Fox 40 RC2 Stahlfederung mit einstellbarer Zugstufe und doppelt einstellbare Druckstufen. Hier gilt anzumerken, dass die Gabel für Frauen (unter 70kg) meist zu hart ist. Beim Dämpfer setzt man auf die Fox DHX RC2. Der Dämpfer erlaubt zwar nur wenig externe Verstellmöglichkeiten, war aber so gut eingestellt, dass keine weiteres Tuning notwendig war.

Scheibenbremsen

Beim Trek Session 88 sind hydraulische Avid CODE 9-Scheibenbremsen verbaut. Die Bremsen sind kraftvoll, leicht dosierbar und sind sehr zuverlässig. Im Laufe vom Test mussten sie nicht einmal entlüftet werden, was bei anderen Tests schon mal vorgekommen ist.

Rahmen

Der Alpha Platinum Aluminium Rahmen hat sich als sehr robust erwiesen. Das Bike erwies sich als äußerst agil, obwohl es viel Laufruhe ausstrahlt und einen extrem robusten Eindruck hinterlässt. Die Geometrie ist up-to-date und der Rahmen garantiert sicher viele Jahre Fahrspaß. Gut gemacht!

Reifen

Das Trek Session 88 wird mit Bontrager G4 Team Issue, 26×2.35″ Reifen geliefert. Wir haben uns gleich die Frage gestellt, wie sich die Bontrager Reifen im Vergleich zu den bewährten Maxxis Minions schlagen werden. Kein Platten trotz shuttlen in Finale Ligure und vielen Bikepark Sessions ist schon mal eine Ansage. Super Halt auf jeglichem Untergrund und der Rollwiederstand war auch akzeptabel. Wir waren positiv überrascht.

Größe

Das Bike ist in den Größen S, M, L und XL verfügbar. Das Outdoormind Team hat mit 174 cm wie auch 186 cm das Bike in M getestet. Im Fachhandel wie auch im Internet wird darauf hingewiesen, dass das Bike „etwas kleiner und kürzer ausfällt“. Um die ideale Größe herauszufinden ist ein Testride ratsam. Bei Körpergrösse 174 cm war das Bike optimal. Bei 186 cm würde ein L auch passen, es sei denn man mag eine „Race ready“ Größe, sprich ein extrem wendiges Bike, das etwas kleiner ausfällt.

Trek Session an den Betonbloecken der Nato Base in Finale Ligure
Das Trek Session 88 macht optisch einen guten Eindruck (c) Outdoormind
Ab zum nächsten Trail
Ab zum nächsten Trail (c) Outdoormind
Trek Session in Finale Ligure im Test
Trek Session in Finale Ligure im Test (c) Outdoormind

Fazit

Natürlich fährt man mit dieser Maschine nicht automatisch so wie Brook MacDonald, aber das gut abgestimmt Trek Session 88 würde es definitiv ermöglichen. Das Trek hat ein unglaublich gutes Fahrwerk und strahlt enorme Laufruhe aus. So gewinnt man nach dem ersten Aufsitzen Vertrauen zum Bike. Passagen und Sprünge, die mit einem Endurobike nur zögerlich machbar waren oder wo solch ein Bike eher unsanftes Feedback gibt, steckt das Trek locker weg und motiviert vielmehr auf das Gas zu gehen. Mit neugewonnenem Vertrauen und Fahrgefühl kann man als Fahrer/Fahrerinn wachsen. Besonders für Einsteiger macht ein Downhill Bike absolut Sinn, um maximalen Fahrspaß auf anspruchsvollen Trails zu haben und gleichzeitig möglichst schnell Fahrkönnen und Vertrauen zu gewinnen.

Die Komponentenwahl ist solide und hat alles mitgemacht, sogar den einen oder anderen Sturz, was beim Downhill dazu gehört. Der einzige Wehrmutstropfen ist die harte Federgabel. Man merkt einfach, dass Downhill Bikes hauptsächlich für Männer entworfen werden. So ist die durchschnittliche Frau mit der straffen Gabel eher überfordert. Dies ist bei vielen Downhill Bikes der Fall, da der Fokus auf den Bedürfnissen der Männer liegt. Dafür gibt es zwei Lösungen: entweder die Feder in der Gabel beim Fachhändler tauschen lassen (Dauer circa 30 min) oder, sollte man eine andere Doppelbrückengabel besitzen, kann man diese verbauen (Dauer circa 15min, selber leicht zu bewältigen). Nach Umrüstung auf eine weich abgestimmte Marzocchi 888 aus dem Jahre 2012 waren auch die Frauen im Test infiziert und wollten es nicht mehr hergeben.

In dieser Preisklasse gibt es viele Bikes zur Auswahl, aber das Trek Session 88 sticht mit der guten Komponentenauswahl heraus. Hierfür gibt es den Outdoormind Kauttipp!

Stimmen zum Trek Session 88

„Dieses Bike steckte alles einwandfrei weg, was mir in den Weg gekommen ist.“

„…spielerisch lässt es sich in allen Lagen fahren und verhält sich auch nach Fahrfehler gutmütig und verzeiht alles“

„…kann guten Gewissens weiterempfohlen werden“</>

„Es ist der ideale Begleiter für Parkaction, auf Naturtrails und liegt sauber auf dem Track.“

„Ein überzeugendes Bike zu einem fairen Preis!

Weitere Informationen gibt es natürlich auch auf der Trek Website.

Weitere Bike Tests gibt es bei uns unter der Rubrik Mountainbike Test und Neuigkeiten aus der Bikeszene unter BIKE.

Überblick der Rezensionen
Gewicht
Preis
Ausstattung
Anfälligkeit
Verlässlichkeit
Stylefaktor
Ergonomie
Handling
Verarbeitung
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Romina Lemmert
Outdoor & Sport: Hier bin ich zuhause. Sei es beim Biken im Sommer oder Freeriden im Winter – Draußen sein in der Natur ist für mich ein Geschenk. Das bedeutet, völlig lebendig zu sein. Bei Outdoormind setzte ich im Speziellen auf frauenspezifische Produkte und berichte über Abenteuer mit Bike & Ski.