Merinowolle vom Merinoschaf
Merinowolle vom Merinoschaf (c) Icebreaker

Merinowolle – die  neue (alte) Wunderwaffe in der Outdoorbranche. Kaum eine Firma kommt ohne sie aus und kaum jemand hat eine schlechte Meinung über sie – nachhaltig, geruchsneutral, isolierend, usw. Doch was ist dran an der Naturfaser? Outdoormind war mit The Woolmark Company und Peter Veider, Botschafter für Merinowolle und Leiter der Tiroler Bergrettung, auf der Innsbrucker Hütte, um sich selbst ein Bild von der Wolle zu machen und sie im Gelände zu testen.

Merinowolle im Test

Die warme Herbstsonne umspielt die umliegenden Berge und wirft ein goldenes Licht auf den Trail. Peter Veider treibt uns unermüdlich an und legt ein ordentliches Tempo vor. Wir wollen schließlich die Merinowolle im Einsatz testen. Anlässlich der Kooperation von The Woolmark Company mit der Österreichischen Bergrettung sind wir im Stubaital auf dem Weg zur Innsbrucker Hütte auf 2369m. Alle perfekt ausgestattet, um die neusten Merinoprodukte zu testen. Auf der Hütte angekommen erhalten wir bei einer Brotzeit und einem Tiroler Marillenbrand erste Einblicke in die Arbeit des Österreichischen Bergrettungsdienstes und der Kooperation mit der Woolmark Company.

Marketing von Merinowolle

Über die Hälfte der heutigen Schafpopulation stammt von Merinoschafen ab bzw. ist eine Kreuzung davon. In Spanien wurden die Schafe das erste Mal im Jahr 1307 gehandelt und von dort wurden sie vor ca. 200 Jahren nach Australien exportiert. Heute wird die Zahl der Schafe weltweit auf über eine Milliarde geschätzt, wobei Australien mit insgesamt 73 Mio. Schafen der weltweit führende Exporteur von Merinowolle ist. The Woolmark Company ist verantwortlich für das Marketing von Merinowolle weltweit und arbeitet mit den Produzenten, Exporteuren, Importeuren und dem Handel in den Vertriebsländern zusammen. Mit ihrem Wollsiegel (Woolmark) soll ein einheitlicher weltweiter Standard für Wolle geschaffen werden, indem nur Produkte aus 100% Schurwolle mit dem Siegel gekennzeichnet werden. Jahrelang kannte man das Woolmark-Siegel lediglich aus der Casualwear, doch zunehmend findet man Wolle auch in Funktionskleidung wieder. Innerhalb der letzten Jahre gab es sogar ein regelrechtes Comeback der Merinowolle in der Outdoorbranche. Einige Firmen stellen teilweise ganze Kollektionen aus der Naturfaser her.

Eigenschaften von Merinowolle

Temperaturregulierend, guter Feuchtigkeitstransport, Geruchsneutral und recycelbar
Und das auch aus gutem Grund: die Eigenschaften der Merinowollfaser bieten für den Einsatz im Sport zahlreiche Vorteile. Merinowolle besitzt eine natürliche Thermoregulation, d.h. die Fasern können Wasser aufnehmen und die Kühlung des Körpers wird so auf natürliche Weise unterstützt. Trotz Schwitzen auf der Wanderung hatten wir bei kleinen Pausen nicht das Gefühl uns etwas Warmes überziehen zu müssen. Die Feuchtigkeit wurde tatsächlich abtransportiert und es musste keiner Angst haben sich eine Erkältung zu holen. Zudem verfügt die Wollfaser über eine natürliche Kräuselung  und bauscht sich auf, wodurch sie eine größere Oberfläche als Synthetikstoffe besitzt. Dadurch wird mehr Luft eingeschlossen und die Faser isoliert besser. Ein dritter Pluspunkt, ist die Geruchsneutralität. Selbst nach unserer 3-stündigen Wanderung, haben unsere Shirts keinerlei Geruch angenommen. Wir konnten uns problemlos abends in die Hütte setzen und den Kaiserschmarrn genießen, ohne die anderen Hüttengäste mit unserem Geruch zu belästigen. Last but not least ist Merinowolle ein Naturprodukt und somit zu 100% recycelbar und ein nachwachsender Rohstoff. Doch warum fand die Faser dann erst so spät wieder Einzug in die Sportbekleidungsindustrie?

Back to nature – back to wool

Bis in die 80er Jahre fanden sich noch allerlei Wollprodukte in der Outdoorszene, doch mit der Entdeckung von Synthetikmaterialien als Sportbekleidung verschwanden diese immer mehr vom Markt. Die neuen Materialien waren in, pflegeleicht und vor allem waren sie billig. Zudem hatte die Marketingbranche ein deutliches Wort mit zu reden und vermarktete Polyester als neuen Gral der Funktionsbekleidung. Jeder wollte sie haben und jeder konnte sie sich vor allem leisten. Während heute Wolle oft mehr als 10$/m² kostet, bekommt man billige Synthetikstoffe oft schon für 1$/ m². Doch im Zuge der Diskussionen um den Klimawandel und der Forderung auch in der Bekleidungsindustrie auf nachhaltige Rohstoffe zu setzen, ist auch die Merinowolle wieder mehr in den Fokus gerückt. Firmen wie Icebreaker oder Smartwool haben schon vor 10 Jahren auf die Naturfaser gesetzt und auch in Europa verwenden nun immer mehr Brands, wie Ortovox oder Mover die feine Naturfaser.

Merinowolle schützt Bergretter in extremen Situationen

Seit Jahren setzt auch die Österreichische Bergrettung auf Merinowollprodukte. Genau aus diesem Grund, ist Peter Veider seit 2013 auch der offizielle Botschafter für Merinowolle der Woolmark Company. Schon im Interview mit ihm wird schnell klar, dass er ein wahrer Anhänger der Wolle ist. „Bei dem Plastikzeug stellt es dir auch die Haare auf, als hätte der Blitz eingeschlagen. Merinowolle dagegen ist ein Material, welches für unsere Aktivitäten optimal geeignet ist und auf das wir seit Jahren vertrauen“, sagt er im Gespräch. Mitglieder des Rettungsdienstes tragen Merinowoll-produkte während ihrer oft mehrtägigen Aktivitäten in den Bergen, wo sie meistens unter extremsten Bedingungen arbeiten. Sie müssen sich auf ihre Kleidung und Ausrüstung zu 100% verlassen können. Aus diesem Grund hat Peter Veider eine Kooperation mit Ortovox ins Leben gerufen, derzeit Produzent der Merinowollprodukte für die Tiroler Bergrettung.

Natur als das Maß aller Dinge?

Am Ende des Tages haben wir genug Eindrücke gesammelt, um uns selbst ein Bild machen zu können. Die Merinoprodukte sind angenehm zu tragen und alle Vorteile haben sich bestätigt. Und wenn schon die Österreichische Bergrettung, also absolute Outdoorexperten, auf Merino setzt, warum dann nicht auch jeder von uns? Gute Produkte haben allerdings auch immer ihren Preis und sind mit Kosten von 50 – 100€ pro Shirt wohl eher als Investition zu sehen, die auch im Wollwaschgang gepflegt werden will. Doch auch hier überzeugt Merino als nachhaltig und umweltfreundlich, da hier bekanntlich „Klasse statt Masse“ gilt. Zu guter Letzt, solltet ihr beim Kauf trotzdem darauf achten, dass die Wolle auch nachhaltig und im Sinne der Tierschutzbestimmungen hergestellt worden ist. Mit gutem Beispiel geht hier Icebreaker voran. Für die mühelose Nachverfolgbarkeit ihrer Produkte gibt es hier den Baacode. Anhand dieses Codes, der in jedem Icebreaker-Produkt steht, kann die Herkunft der Merinowolle bis zur Quelle zurückverfolgt werden. Man kann sehen, unter welchen Bedingungen die Schafe leben, lernt die Schafzüchter kennen und kann den Produktionsprozess von der Faser bis zum Endprodukt nachverfolgen.
Also geht los und holt euch ein natürliches Produkt, das euch bei euren Aktivitäten auf keinen Fall im Stich lässt. Denn die Naturfaser hat nichts mehr mit den guten alten gestrickten Socken von anno dazumal zu tun, sondern ist ein Hightech-Produkt mit höchsten Standards.

 

Mehr Informationen gibt es auch unter http://www.woolmark.com/

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Brand Name
The Woolmark Company
Product Name
Merinowolle