Garmin Vivofit Fitness Armband im Praxistest
Garmin Vivofit Fitness Armband im Praxistest (c) Outdoormind

Movement equals happinez. Meiner Meinung nach ist Bewegung nicht nur eine Wohltat für den Körper, sondern auch für die Seele. Gerade am Wochenende, wenn die Zeit mehr Planungsfreiraum erlaubt. Nach einem arbeitsreichen Tag fällt es jedoch nicht jedem leicht, sich noch einmal für ein Workout aufzuraffen. Doch gerade diejenigen, die beruflich den ganzen Tag am Schreibtisch sitzen, sollten sich einen bewegenden Ausgleich schaffen. Eine Möglichkeit, die eigene Motivation wiederzufinden, bieten sogenannte Fitnessbänder, die mittlerweile von vielen Herstellern angeboten werden. Da ich selbst zu den Schreibtischtätern zähle und weiß, dass es nach einem langen Bürotag nicht immer leicht ist, sich aus einer Komfortzone heraus zubewegen, haben mich Fitnessbänder, die das tägliche, persönliche Bewegungspensum anzeigen, sehr neugierig gemacht. Das Angebot von Garmin, deren vivofit Fitness Armband einmal austesten, habe ich daher gerne angenommen und vier Wochen lang das gute Stück Tag und Nacht bei mir getragen. Wer neugierig geworden ist, sollte dran bleiben. Denn wir stellen euch den Vorgänger der aktuellen Vivofit 2 vor.

Fakten Garmin vivofit Fitness Armband

Im Lieferumfang waren neben dem ein größeres und ein kleineres Armband enthalten. Natürlich gibt es auch eine Gebrauchsanweisung zum Armband. Der zusätzliche USB-ANT-Stick ermöglicht die Datenübertragung vom Vivofit auf PC oder MAC Book. Für die Erfassung des Pulses gibt es auch einen Brustgurt, den man sich extra zulegen müsste.

Garmin Vivofit Fitness Armband Design
Garmin Vivofit Fitness Armband Design (c) Outdoormind

Design

Optisch ist das Fitnessarmband funktional und schlicht, was im Alltag ganz praktisch ist, aber immer einen etwas sportlichen Eindruck macht. Neben schwarz, ist das Armband auch in den Farben dunkelgrau, grün, blau und lila erhältlich. Mit einem Gewicht von 25,5 g ist das Vivofit recht leicht und lässt sich angenehm tragen. Das E-Ink Display gibt alle wichtigen Daten gut leserlich wider. Zudem ist das Armband bis auf 50 m wasserdicht, wodurch es auch beim Duschen getragen werden kann.

Was kann das Vivofit?

Das Vivofit ist in erster Linie ein Schrittzähler. Dabei misst es nicht nur die einzelnen Schritte, die man im Verlauf eines Tages tätigt, sondern auch die zurückgelegte Distanz und berechnet den daran angelehnten Kalorienverbrauch. Dabei sollte man mit den Kalorienwerten etwas großzügiger sein. Denn jeder Mensch hat einen anderen Körperbau und einen entsprechend individuellen Energieumsatz. Wenn zwei Personen 70 kg wiegen, die eine Person aber mehr Muskelmasse als die andere besitzt, verbrennt erstere automatisch mehr Kalorien. Das Armband ist aber nicht darauf ausgerichtet, die individuelle Körpermassezusammensetzung zu messen. Das nur am Rande. Zurück zur eigentlichen Funktion: Das Armband zählt die zurückgelegten Schritte durch die mit dem Laufen einhergehende Armbewegung. Das klappt ganz gut. Wer nun aber seine Bewegungsaktivität in anderen Bereichen, wie z.B. beim Fahrradfahren, messen möchte, sollte das nicht mit dem Vivofit versuchen. Beim Biken registriert das Armband nämlich keine Bewegung, wodurch weder Distanz noch Kalorienverbrauch festgehalten werden. Aber das ist auch ok, es handelt sich bei dem Armband schließlich um einen Schrittzähler.

Eine kleine Besonderheit an dem Armband ist die Bewegungserinnerung bei zu langer körperlicher Pause. Wenn man sich länger als 15 Minuten nicht bewegt, erscheint ein roter Balken auf dem Display. Je länger der Körper nun ruht, desto länger wird dieser rote Balken, was den Träger daran erinnern soll, sich in Bewegung zu setzen. Eine ganz nette Idee, die ich aber nicht wirklich wahrgenommen habe. Wenn ich arbeite, kann ich schließlich nicht alle 15 Minuten vom Schreibtisch aufstehen und durchs Büro rennen, damit mir das Display kein schlechtes Gewissen einjagt. Für mich also eine nicht ganz so wichtige Funktion.

Was mich aber tatsächlich überrascht hat, ist die Tatsache wie viel weniger Schritte man im Joballtag zurücklegt als am Wochenende. Das Armband setzt dem Träger Tagesziele vor, die je nach individueller Bewegungsaktivität vom Vivofit angepasst bzw. gesteigert werden. Diese Funktion hat mich wirklich motiviert, häufiger meine Laufschuhe rauszuholen. Und das auch nach der Arbeit.

Auch ganz praktisch ist die integrierte Datums- und Zeitanzeige, was das Tragen einer Uhr überflüssig macht. Auch beim Laufen im Freien fand ich es ganz praktisch zu sehen, wie spät es ist, und welche Distanz ich in der Zwischenzeit zurückgelegt habe. Zum einen erhält man so einen guten Überblick über die eigene Laufkondition. Zum anderen erspart es auch die zusätzliche Mitnahme eines Handys, was ich persönlich als Ballast empfunden und gemieden habe.

Eine weitere Funktion, die das Vivofit bietet, ist die Schlafanalyse. Sie wertet aus, wie ruhig man nachts geschlafen hat, indem sie die Häufigkeit der Bewegung erfasst. Um die Funktion zu nutzen, muss man das Armband vor dem Schlafengehen per Knopfdruck in den „Sleep-Modus“ versetzen. Da ich vor dem Einschlafen aber meist nicht daran gedacht habe, habe ich die Funktion auch nicht weiter genutzt.

Übrigens läuft Vivofit batteriegetrieben. Im Schnitt muss nach einem Jahr die Batterie gewechselt werden – in meinen Augen eine gute Leistung. Denn es gibt Fitnessbänder, deren Akkus häufiger geladen werden müssen.

Wie werden die Daten ausgewertet?

Das Armband gibt nicht nur jeden Tag aufs Neue einen Überblick über die Strecken, die man zurückgelegt hat. Die Daten lassen sich auch auf lange Zeit via Garmin Connect auswerten. Dabei handelt es sich um eine Software, die sich ganz leicht auf den PC bzw. als App aufs Handy laden lässt (IOS- und Android-kompatibel). Ich persönlich habe die Daten am PC eingelesen, was super funktioniert hat. Dazu schließt man einfach den mitgelieferten USB-ANT-Stick am PC an – der Programm-Download startet von ganz allein. Jetzt muss man sich nur noch online registrieren und Daten wie Größe und Gewicht einpflegen, um so genauere Berechnungen vom Vivofit zu erhalten. Ist das erledigt, lässt sich das Band problemlos mit der Software synchronisieren – bluetooth Funktion sei Dank. Einfach neben den PC legen, Programm starten, Knopf am Armband drücken und schon werden die Daten auf Garmin Connect überspielt und ausgewertet. So erhält man einen guten Überblick über seine Bewegungsmuster, kann einsehen an welchen Tagen es besser lief und kann sich zudem online auch für „Challenges“ mit anderen Vivo-Trägern anmelden – wen es motiviert, wieso nicht.

Garmin Connect
Garmin Connect (c) Outdoormind

Persönliches Fazit

Das Vivofit Fitness Armband wurde als Schrittzähler und Bewegungsmotivator konzipiert. Und diesen Funktionen kommt es auch nach. Unter der Woche hat es mich mit den gesetzten Tageszielen angespornt, meinen Körper nach der Arbeit noch in Schwung zu bringen. Am Wochenende ist das für mich kein Thema. Auf den roten Balken als Bewegungsreminder sprang ich persönlich gar nicht an – für mich ein eher überflüssiges Detail. Aber das ist auch ok – manch anderem mag es helfen. Als Laufbegleitung fand ich das Armband jedoch gut und würde es auch nicht missen wollen. Dadurch, dass sich meine sportlichen Aktivitäten nicht nur auf das Laufen beschränken, fängt es nicht meinen ganzen Aktivitätsumfang ein. Dessen sollte sich jeder Besitzer bewusst sein. Wenn ich also beispielsweise mein angegebenes Tagesziel von 7 km laut Vivofit nicht erreicht habe, bedeutet das nicht, dass ich mich nicht bewegt habe. Ich hätte beispielsweise 25 km Strecke mit dem Bike zurück legen können, ohne dass das Vivofit Armband es registriert. Ich denke, das Vivofit ist eine gute Partie für alle, die sich gerne mehr bewegen möchten, der eigene Schweinehund aber bisher immer größer ist. Für Sportler, die intensiver oder vielseitiger unterwegs sind und sich detailliertere Aktivitätsanalysen erhoffen, ist ein solcher Schrittzähler meiner Meinung nach eher ein Nice to Have. Ich bin gespannt, was der Markt in Zukunft an Innovationen bereit hält!

 

Mehr Informationen zur Vivofit gibt es hier und zu den aktuellen Modellen gibt es unter http://sites.garmin.com/de-DE/vivo/vivofit