Sabine Listmann vom Powdermagazin im Interview. Sie betreibt das E-Magazin seit knapp 3 Jahren und ist seitdem sehr erfolgreich. Freeride Ski Magazine gibt es im Printbereich einige. Online gibt es dagegen zwar diverse gute Portale, aber E-Magazine so gut wie gar nicht. Das ist der USP vom Powdermagazin. Wie das Ganze entstand, was die Macher bewegt und was noch ansteht, lest ihr im nachfolgenden Interview.

Sabine Listmann vom Powdermagazin im Interview

Seit wann betreibst du das erste Online Ski Freeride Magazin „Powdermagazin“ und wie kam es zu dieser Idee?
Die Idee entstand im Januar 2009, in einer schlaflosen Nacht in der Höhe von Livigno.
Viele Magazine, die sich nur dem Thema Freeriden widmeten, gab es damals noch nicht. Aus ein paar Brainstorming-Abenden ist schließlich ein Web-Magazin entstanden, weil wir glauben, dass der Freerider an sich dem Internet sehr aufgeschlossen gegenüber steht und dies auch die stärker wachsende Plattform für die Firmen darstellt. Auf die Print-Optik wollten wir dennoch nicht verzichten, weil man dadurch die Bilder und Geschichten schöner transportieren kann. Einer unserer Slogans heißt: …aus Liebe zum Berg und zum Schnee – klingt vielleicht etwas episch, passt aber gut!

Wer ist bei dir im Team und wie teilt ihr euch die Arbeit auf?
Ich produziere das Mag mit der Organisation, Redaktion und Grafik weitgehend allein. Die Umsetzung im Netz hat unser Webmaster Wolfgang Watzke entwickelt (http://www.kontur-webdesign.de/). Mein Mann hat einen Fulltime-Job als Redakteur, er hilft aber am Wochenende auch mal aus – vor allem beim Ski-Test, weil ich ja Snowboard fahre. Freie Mitarbeiter und Fotografen sind fester Bestandteil bei der Erstellung jeder Ausgabe.

Als E-Magazin begeistert ihr den Wintersportler dreimal in der Saison mit neuen Inhalten aus der Skiwelt zum Thema Freeski, Snowboard und Backcountry. Und das auch noch kostenlos. Wie finanziert ihr das Magazin?
Das Mag finanziert sich klassisch über Anzeigen. Einige große Firmen, wie z.B. Salomon oder Salewa haben an uns geglaubt und uns von Anfang an unterstützt. Das finden wir toll! Leben können wir davon allerdings nicht – wie so oft bei Projekten, in denen Herzblut steckt.

Die emotionale Bildgestaltung, das Design und das einfache, leichtgängige Lesevergnügen kommt gut an. Wer ist eure Zielgruppe und wen wollt ihr zukünftig noch mehr erreichen?
In erster Linie Freerider, ob mit Ski, Snowboard, Telemark, ob jung oder alt – das ist uns gleich. Es geht um das Lebensgefühl, das alle Freerider verbindet. Wir sprechen sicher mehr Männer an, weil die eher ins Gelände gehen, aber ich persönlich merke, dass die Frauen in der Disziplin echt auf dem Vormarsch sind.
Die ganz jungen Park- und Pipe-Fahrer sind bei uns sicher nicht so gut bedient, aber die werden ja auch mal älter und viele gehen dann vermehrt ins Gelände. Das sieht man ja auch schon bei den Contests…

Das Thema „Frauen“ wird bei euch auch bedient. Es gibt immer mehr Produkte und Angebote für diese Zielgruppe. Ist da bei euch zukünftig (noch) mehr geplant bzw. wie geht ihr damit um?
Es ist wirklich toll, wie die Hersteller mittlerweile auf die Bedürfnisse der Mädels eingehen. Spezielle Ski, Brillen, Helme und die Bekleidung sowieso. Es gibt einiges an Camps und Kursen nur für Frauen. Manchmal ist das schon ein Vorteil, ohne die Männer loszuziehen, die kräftemäßig überlegen und auch risikobereiter sind.
Wir versuchen die Frauen in der Branche zu unterstützen durch Portraits, Portfolios, Interviews – um auch die Professionalität zu unterstreichen, mit der viele Frauen das Thema Freeriden angehen und leben.

Du selber bist sportlich auch sehr aktiv. Wie sieht dein perfekter Tag aus und für was kann man dich begeistern?
Das tolle am Freeriden ist ja, dass der Tag nicht perfekt sein muss, um ein guter zu sein! Manchmal reicht auch schon ein Moment: Das Aufziehen der Sonne nach einem vernebelten Morgen, die erste Powder-Abfahrt, die man sich mit ein einem Aufstieg erarbeitet hat, den Schweinehund den man besiegt hat, die Aussicht, wenn der Schnee am Hang glitzert… Gerade habe ich das Aufsteigen für mich entdeckt und mir ein Splitboard zugelegt. Bisher waren die Touren noch recht überschaubar, aber das Käsebrot aus dem Rucksack schmeckt am Gipfel einfach großartig!

Als Betreiber von so einem tollen E-Mag erweckt es den Eindruck, dass ihr immer unterwegs seid, die besten Spots kennenlernt und die tollsten Produkte testen dürft. Ist das wirklich so oder steckt da viel Arbeit dahinter?
Tatsächlich durften wir in den letzten Jahren durch das Mag viele neue Reviere kennen lernen, dabei waren dies aber vor allem Gebiete direkt vor unserer Nase in den Alpen. Eigentlich ist unsere Erfahrung, dass man nicht weit reisen muss, um tolle Backcountry- Erlebnisse zu haben. Natürlich ist es auch spannend, immer die neuesten Produkte zu testen – unser Keller ist im Winter immer voll damit. Manchmal strengen die vielen Termine aber auch an, weil man sich nicht zerreißen kann und gerne noch viel mehr machen würde. Meine zwei kleinen Kinder mussten in diesem Winter öfter mal am Wochenende ohne Mama auskommen. Da muss man zwangsläufig auch mal ‘nen Gang runterschalten und ein paar Events absagen.

Was steht in 2013 bei euch an? Was ist das Ziel für die nächsten Jahre? Wo wollte ihr mit dem Powdermagazin hin?
2013 geht‘s mit Vollgas weiter – wir schmieden schon jede Menge Kooperationen, haben neue Ideen für Spotguides, Storys, Portraits. Das ist ja das Gute an der Szene – die schläft nicht und es geht immer weiter vorwärts.

Zu guter Letzt: Was möchtest du noch loswerden?
Nach so vielen Lawinentoten in den letzten Wochen empfehle ich: Besucht endlich ein SAAC Camp oder einen anderen Lawinenkurs. Ohne wenigstens dieses Grundwissen und die Sicherheitsausrüstung darf sowieso keiner ins Gelände!

Mehr Informationen zum Powdermagazin und alle bisherigen Ausgaben findet ihr unter http://powdermagazin.de/

Weitere Interviews mit Persönlicheiten gibt es bei Outdoormind unter der Rubrik PEOPLE zu lesen.

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Sabine Listmann
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Romina Lemmert
Outdoor & Sport: Hier bin ich zuhause. Sei es beim Biken im Sommer oder Freeriden im Winter – Draußen sein in der Natur ist für mich ein Geschenk. Das bedeutet, völlig lebendig zu sein. Bei Outdoormind setzte ich im Speziellen auf frauenspezifische Produkte und berichte über Abenteuer mit Bike & Ski.