Im Oktober zog es uns für zwei Wochen zum Kitesurfen nach Mauritius. Zum Kitesurfen, ja ihr lest richtig. Wir haben, wie es scheint, eine neue Sportart für uns entdeckt. Ohne Bike machten wir uns auf den Weg nach Mauritius, die Trauminsel der Honeymooner. Die Erwartungshaltung war gross, denn schliesslich soll es hier von schneeweissen Stränden wimmeln und das Wasser soll Türkisblau bis Smaragdgrün schimmern.

Unterkunft auf Mauritius

Auf Mauritius trennt sich die Spreu vom Weizen, wenn es um die Unterkunftsmöglichkeiten geht. Entweder haust man in einem Apartment und verpflegt sich selbst, oder man lässt es sich in einem der 5-Sterne-Hotels gutgehen. Unser Fokus liegt bei diesem Trip auf dem Kitesurfen und daher entscheiden wir uns für ein schnuckeliges Apartment in La Gaulette. Für Kiter ideal, denn man ist schnell an einem der umliegenden Strände, hat einen Supermarkt um die Ecke, ausreichend Platz, um Equipment zu lagern, Wetsuit und Co zu trocknen. Ausserdem ist das Apartment sehr geschmackvoll eingerichtet und bietet alles, was man sich wünschen kann.

Zwischen Honeymoonern und Kitesurfern

Mauritius ist auf jeden Fall mehr als nur Honeymoon-Romantik. Wasserratten kommen hier voll und ganz auf ihre Kosten. Aber auch Ausflugsziele im Landesinneren lohnen sich. Die Insel sehr grün: Grashügel, endlose Zuckerrohrfelder, Teeplantagen und Wälder bedecken die Insel. Die Strände sind einmalig und bestätigen das, was man aus Magazinen und Erzählungen kennt. Da wurde uns definitiv nicht zu viel versprochen.

Traumstrände auf Mauritius
Traumstrände auf Mauritius (c) Outdoormind

Es wimmelt von Luxus-Resorts an den Stränden. Das spiegelt sich auch in den Preisen auf der gesamten Insel wieder. Mauritius ist sehr teuer und das sagen wir, die in der Schweiz leben! Das sollte Reisenden bewusst sein. Ansonsten ist Mauritius aber auf jeden Fall ein Must-See in jeglicher Hinsicht.

Kitesurfen auf Mauritius

Mauritius ist eine der top Kitesurf-Destinationen weltweit. Die Insel gehört zu den Nachbarinseln La Reunion und Rodriguez und damit zur Inselgruppe der Maskarenen. Mauritius ist fast komplett von vorgelagerten Korallenriffen umgeben. Dadurch entstehen riesige türkisfarbene und spiegelglatte Lagunen, die zum Kitesurfen einladen. Viele Spots bieten einen grossen Stehbereich, was für Anfänger ideal ist. Am Riff selber türmen sich mächtige Wellen auf, wie die berümtberüchtigten One-Eye, Manawa oder Chameau. Sie sind unter anderem der Grund, dass Mauritius regelmässig die internationalen Top Kitesurfing Teams zu Foto-und Videoshoots anzieht. Ausserdem war Mauritius 2017 Austragungsort der GKA Kite-Surf World Tour. Am „Hotspot“ Le Morne tummeln sich die besten Kitesurfer im Wasser und es herrscht bei guten Bedingungen reger Betrieb.

Le Morne Kitespot
Le Morne Kitespot (c) Outdoormind
Le Morne Kitesurfen auf Mauritius
Le Morne Kitesurfen auf Mauritius (c) Outdoormind

Für Anfänger ist das vermutlich nicht der beste Ort, um Kitesurfen zu erlernen. Dagegen bieten die beiden exklusiven Locations von Kiteglobing die besten Voraussetzungen für Anfänger, aber auch Fortgeschrittene, die es gerne etwas ruhiger und entspannter angehen lassen. Unseren Kurs machen wir in Bel Ombre und sind begeistert. Durch die einzigartige Location mit dem C Beach Club kann man den Tag am Meer in vollen Zügen geniessen. Auf dem Wasser sind wir zwischen zwei und vier Stunden am Tag, den Rest der Zeit relaxen wir, leihen uns ein SUP oder Windsurf-Board aus oder laufen am Strand entlang. Der C-Beach Club bietet die ideale Lage und sämtliche Annehmlichkeiten, die wir uns nur wünschen können. Für einen geringen Aufpreis kann man den ganzen C Beach Club mitbenutzen, wenn man Gast von Kiteglobing ist. Das bedeutet auch Wassersport-Equipment, neben dem Kiten.

Genialer Standort in Bel Ombre von Kiteglobing
Genialer Standort in Bel Ombre von Kiteglobing (c) Outdoormind
C Beach Club
C Beach Club (c) Outdoormind

Eine Woche lässt sich der Wind leider kaum blicken, aber die restliche Zeit haben wir Glück und schaffen es sogar bis zum VDWS Level 5 (unser grosses Ziel!). Nun dürfen wir offiziell Equipment ausleihen und sind schon fleissig am Überlegen, wo es als nächstes hingeht. Vielleicht testen wir es sogar einmal auf einem der Schweizer Seen. Wir werden sehen und euch auf dem Laufenden halten.

Kitesurfen bei Kiteglobing auf Mauritius
Kitesurfen bei Kiteglobing auf Mauritius (c) Outdoormind
Traumhafter Strand in Bel Ombre Mauritius
Traumhafter Strand in Bel Ombre (c) Outdoormind

Interview mit Kiteglobing

Das sympathische Pärchen Kathrin und Max haben Kiteglobing ins Leben gerufen. Wir finden ihr Konzept einmalig und daher gibt es hier ein Interview mit Kathrin, um sie und Kiteglobing noch besser kennenzulernen.

Wie bist du zum Kitesurfen gekommen und vor allem, was hat dich dazu inspiriert, dein Hobby zum Beruf zu machen?

Kitesurfen ist ein sehr großes Thema in meinem jetzigen Leben. Das war nicht immer so. Sportarten, wie Kunstturnen und Stabhochsprung habe ich leistungsmäßig betrieben, danach kam jahrelang nichts. Warum? Warum gab es keine Sportart, die mich voll und ganz in ihren Bann ziehen konnte? Dies änderte sich während eines Urlaubes vor etwa vier Jahren auf Fuerteventura. Damals nahm ich an einem sechs stündigen Kitekurs teil, für sage und schreibe 250 Euro. Fahren konnte ich danach noch nicht. Das erste Erfolgserlebnis kam ein halbes Jahr später bei sehr leichten Übungsbedingungen auf der Isla de Coche in Venezuela. Danach standen zwei Jahre lang andere Projekte auf dem Programm, bis ich nochmals spontan auf Fuerteventura war. Hier setzte ich mir in den Kopf, das Kiten richtig zu erlernen. Aber wie? Ohne eigenes Material oder ein kleines Vermögen auf dem Bankkonto zu haben?

Mein Vorhaben nahm ziemlich schnell Gestalt an. Ich bewarb mich als Beach Assistentin am Pro Center René Egli auf Fuerteventura. Eingestellt wurde ich letztendlich nicht am Beach, sondern auf Grund meiner Ausbildung an der Administration im Office. Nicht mein Traum, aber der erste Schritt in Richtung Materialnutzung ohne Bezahlung war getan. Mein zweiter Gedanke war natürlich, dass ich nicht einfach so zum Arbeiten und Kiten nach Fuerteventura gehen konnte. Ich beschloss meine Diplomarbeit über diesen Trendsport zu schreiben. Mit Unterstützung des soziologischen Instituts der Sporthochschule Köln entwarf ich einen Fragebogen; denn ich wollte eine empirische Untersuchung der Kitesportszene durchführen. Mit Fragebögen, Laptop und Boardshorts unterm Arm machte ich mich auf den Weg zu den Kanaren. Mein Arbeitsplatz war perfekt für die Befragung, da alle Kiter bei mir vorbei mussten. Ich drückte jedem einen Fragebogen in die Hand, welchen sie in meinen selbst gebastelten Briefkästen am Office und unten am Beach anonym einwerfen konnten. Das lief einwandfrei. Ich hatte mal wieder mehrere Fliegen mit einer Klappe geschlagen! Arbeit, Spanisch lernen, meine Diplomarbeit voranbringen und jeden Tag Kitesurfen mit dem neuesten Material und nicht zu vergessen die Traumlandschaft in der ich mich befand. In kürzester Zeit eignete ich mir etliche Kenntnisse in dieser verrückten Sportart an. Nach vier Monaten wechselte ich meinen Arbeitsplatz vom Office zum Strand, wo die Arbeitsatmosphäre mir so gut gefiel, dass ich mich entschied, einen Instructor-Schein zu machen. Nach einigen Wochen intensiven Kitetrainings flog ich zurück nach Deutschland und machte meinen VDWS Kiteinstructor-Schein am Norddeich. Seitdem habe ich sehr vielen Gleichgesinnten das Kiten rund um den Globus beigebracht.

Auf Mauritius bin ich eher durch Zufall und ganz spontan gelandet. Ich hätte eigentlich für 3 Monate mit einem Kite Event Team nach Brasilen fliegen sollen, aber da ich an letzter Stelle der Instruktoren war und sich nicht soviel Gäste angemeldet hatten, wurde mein Einsatz kurzerhand gestrichen. Schliesst sich aber eine Tür, öffnet sich sehr oft eine ganz andere! Und siehe da, ich hatte plötzlich das Angebot, eine Kitesurf Schule auf Mauritius für 3 Monate zu leiten. Dort traf ich dann Max und verliebte mich in ihn und auch in die Insel.
Instructor Kathrin gibt eine Kitesurf-Stunde
Instructor Kathrin gibt eine Kitesurf-Stunde (c) Outdoormind

Du kommst ursprünglich aus Deutschland. Nun lebst du auf der wunderschönen Insel Mauritius und betreibst gemeinsam mit deinem Mann Max „Kiteglobing“. Eure drei verschiedenen Locations auf der Insel sind einmalig und exklusiv. Was zeichnet Kiteglobing mit deinen Worten noch aus?

Exklusivität. Qualität. Individueller Service. Mix aus deutscher Organisation und mauretanischen Lockerheit.

Eure beiden Kinder haben das Paradies vor der Haustür. Hättest du es dir jemals erträumen lassen, einmal so zu wohnen?

Haha, nein ehrlich das hätte ich nie. Ein Traum den ich hier leben darf. Es ist zwar auch hier nicht immer einfach, aber wenn man es liebt gegen den Strom zu schwimmen, dann schafft man es auch.

Vermisst du manchmal die Heimat?

Am Anfang ab und an etwas, gerade als Josy und Jayden geboren waren hätte ich schon gerne einen DM im nächsten Village gehabt. Oder wenn jemand krank ist, hat man nicht den nächsten Arzt in der Nähe, sondern muss 45min fahren und weiss dann immer noch nicht ob man die richtige Diagnose gestellt bekommt. Aber ansonsten vermisse ich nichts, Mauritius kann mir mehr bieten als andere Länder und 2 – 3 mal im Jahr besuche ich ja auch meine Heimat. Meisten zum Skifahren.

Kathrin und Max auf der Wave beim Kiten
Kathrin und Max auf der Wave beim Kiten (c) Harry Winnington

Mauritius gehört zu den Top-Kitesurf-Destinationen weltweit. Wie hat sich der Wassersport, insbesondere das Kitesurfen, in den letzten Jahren entwickelt? Hast du eine Veränderung wahrgenommen?

Es werden immer Kitesurfer die jedes Jahr hier her kommen. Ansonsten hat sich eigentlich nicht ganz so viel geändert.

Kathrin und Max Ernest von Kiteglobing
Kathrin und Max Ernest von Kiteglobing (c) Kiteglobing

Was ist die beste Reisezeit für Kitesurfen auf Mauritius?

Mauritius ist ein Ganzjahresrevier. Ab Mitte Januar bis März kann es schon mal vermehr regnen und es ist nicht jeden Tag windig. Aber der Rest des Jahres ist super. Man sollte sich dann nur entscheiden, ob man es etwas kühler von Juli – September mag oder sehr warm von Oktober bis Mai. In Bel Ombre haben wir gerade in den mauretanischen Sommermonaten von Oktober – April eine lokale Thermik, die uns sehr guten Wind bringt.

Was steht demnächst bei euch auf dem Plan, woran arbeitet ihr gerade?

Wir arbeiten an unserem plan wie der Name KiteGlobing verrät „global“ zu werden.

Vielen Dank, wir wünschen euch alles Gute und bis bald! :)

Sonnenuntergang in Le Morne
Sonnenuntergang in Le Morne (c) Outdoormind

Weitere Informationen zu Kiteglobing gibt es unter http://kiteglobing.com/de

und zur Unterkunft in La Gaulette unter http://www.morne-side-apartments.com

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Romina Lemmert
Outdoor & Sport: Hier bin ich zuhause. Sei es beim Biken im Sommer oder Freeriden im Winter – Draußen sein in der Natur ist für mich ein Geschenk. Das bedeutet, völlig lebendig zu sein. Bei Outdoormind setzte ich im Speziellen auf frauenspezifische Produkte und berichte über Abenteuer mit Bike & Ski.