Beim vergangenen Medienanlass von adidas Sport eyewear wurde die neue Sportbrillen-Kollektion 2017 vorgestellt. Mit dabei war Jolanda Neff und wir hatten die Chance ihr ein paar Fragen zu stellen.

Mountainbikerin Jolanda Neff im Gespräch

Jolanda Neff ist nicht nur Nummer eins auf der Weltrangliste unter den Cross Country Frauen, sondern sieht auch noch gut aus. Die sympathische und offene Thalerin ist bekannt für ihr Bike Talent und ihre gekrausten Haare. Letztes Jahr stand bei ihr unter keinem guten Stern. Ihre Herausforderungen: Mehrere Verletzungen, die Pleite in Rio und dann auch noch der Rückzug von Stöckli. Dass sich Jolanda so schnell aber nicht unterkriegen lässt, merkt man schnell, wenn man sie persönlich kennenlernt. Auch dieses Jahr gibt es wieder neue Herausforderungen, aber das gehört für einen Profi nun mal dazu. Seit sie letztes Jahr ihr Studium in Geschichte an der Uni Zürich gestartet hat, trainiert sie unter der Woche auch gerne mal am Uetliberg.

Jolanda Neff im Interview bei Outdoormind
Jolanda Neff im Interview bei Outdoormind (c) Outdoormind

Hallo Jolanda, wie geht es dir? Du hattest letztes Jahr ein turbulentes Jahr mit Verletzungen, der Niederlage in Rio und dann ist auch noch dein Sponsor Stöckli abgesprungen. Nun fährst du für Kross. Wie kam es dazu?

Gut geht es, danke. Nachdem Stöckli abgesprungen ist, musste ich mich für 2017 nach einer neuen Lösung umsehen. Ich habe mit verschiedenen Teams Kontakt gehabt und mit unterschiedlichen Personen gesprochen, was am besten ist, am meisten Sinn macht und was mich eben auch weiterbringen kann. Ich habe einfach gemerkt, dass es wichtig ist, sich mit den Teamkollegen gut zu verstehen. Wir sind viel unterwegs, jedes Wochenende am Reisen und im Winter im Trainingslager. Und ob das nun bei einer grossen Marke ist, wo man schlussendlich auch viel Geld verdient, oder bei einer kleineren Marke, wo man zwar finanzielle Abstriche macht, aber das Team stimmt. Für mich ist letzteres am Ende vom Tag entscheidend. Denn es ist wichtig, dass man mit den Personen, mit denen man zusammenarbeitet, eine Basis hat und das gleiche Ziel verfolgt. Es ist die Freude am Sport, die einen überhaupt zu Höchstleistungen führen kann und nur wenn man sich in einem System wohlfühlt, kann man diese Höchstleistungen erbringen. Vor zwei Jahren bin ich schon mit der Maja und dem Fabian gemeinsam im Team gewesen. Sie fahren beide bereits für das Kross Team und ich habe auch mit ihnen gesprochen und sie haben gesagt, dass ich zu ihnen kommen darf. Und das ist für mich die ideale und beste vorstellbare Lösung gewesen. Ich vertraue Maja zu 100 %, sie ist ein grossartiger Mensch, nicht nur eine Top-Athletin. Sie hat zweimal Silber gewonnen in Rio, also sie ist wirklich Top of the Game. Ich freue mich wirklich sehr, dass das geklappt hat und mit ihnen im Team zu sein.

Jolanda Neff Im Interview
Jolanda Neff Im Interview (c) Outdoormind

Du hast gesagt, dass Maja eine Top-Athletin ist, aber ja entsprechend auch deine Konkurrentin?

Also wenn sie für mich eine Gefahr darstellen würde, dann wäre ich vermutlich nicht in das Team gewechselt. Nein, es ist in diesem Sinne ja nicht so und der Bikesport funktioniert da auch anders. Letzten Endes ist beim Rennen ja jeder auf sich alleine gestellt. Du kannst nicht wie auf der Strasse mit verschiedenen Team-Taktiken zusammenarbeiten, sondern es ist jeder wirklich auf sich gestellt. Abgesehen von der Zeit, wo man im Rennen auf sich gestellt ist, verbringt man den ganzen Tag zusammen und da kann man so viel voneinander profitieren und zusammen machen. Maja ist einfach eine Person, bei der ich weiss, dass sie keine Geheimnisse vor mir hat, ich habe keine Geheimnisse vor ihr und das macht es so viel einfacher zu zusammenzuarbeiten. Von dem her ist sie für mich keine Konkurrentin, sondern eine sehr gute Freundin. Wir können uns auch gegenseitig pushen, also wenn der eine im Training etwas mehr macht, feuern wir den anderen an das auch mal zu probieren. Und so kann man sich dann gegenseitig weiterhelfen. Wir beide können nur davon profitieren.

Einer deiner letzten Instagram Posts hiess „Why I never train on rollers“. Wie ist das bei dir, gehst du wirklich bei Wind und Wetter raus und auch im Dunklen? Wie sieht dein Trainingsalltag aus?

Ja, also Rollentraining ist wirklich etwas, was ich gar nie mache. Wenn ich auf der Rolle bin, dann vor dem Rennen zum Aufwärmen, also meist die letzte halbe Stunde vor dem Rennen, weil da ist meist so viel los auf dem Gelände. Auch im Trainingsalltag bin ich nie auf der Rolle. Selbst als ich letzten Winter meine Hand gebrochen hatte, da habe ich mir ein Tandem organisiert. Mein Vater ist dann vorne gefahren und ich hinten. Also mir ist das noch lieber draussen auf dem Tandem als drinnen auf der Rolle. ;)

Und zum Training geht es auch raus, wenn es nass ist. Klar ist es dann anfangs kalt und unangenehm, aber sobald ich auf dem Trail bin, merke ich das gar nicht mehr. Und letzten Endes ist es ja auch das, was es an einem Rennen ausmacht. Wenn du immer nur bei schönem Wetter trainierst, wie willst du dann über nasse Wurzelfelder fahren können? Für mich macht es einfach Sinn draussen zu trainieren, denn das ist ja die Natur.

Und den Uetliberg-Trail bist du nun auch zum ersten Mal gefahren?

Ja genau, das war zum Beispiel auch an einem Tag, wo es gerade geregnet hat. An einem Dienstag, wo ich eigentlich Ruhetag habe, aber da ich an dem Wochenende zuvor kein Rennen hatte, bin ich dann noch trainieren gegangen. Also bin ich um halb neun abends im Dunklen los. Da bin ich dann den Uetliberg hochgefahren, obwohl ich den ja gar nicht kenne. Dort bin ich den Schlittenweg hoch und dachte, dann fahre ich halt den gleich Weg wieder runter, bevor ich im Dunklen suche. Aber dann bin ich doch noch auf den Antennentrail gestossen und war hellauf begeistert! Ich fand es einfach genial, dass ich zu dieser Uhrzeit noch einen Trail gefunden habe.

Das Cape Epic steht ja jetzt grad an. Hättest du da auch Ambitionen zur Schönwetter-Fahrerin zu werden?

Das ist für dieses Jahr nicht auf dem Plan. Letztes Jahr waren wir in Südafrika zum Trainingslager mit dem Team und es sind sehr spezielle Bedingungen in Südafrika. Es ist extrem heiss und ganz anders als bei uns im Winter. Auf der Strasse kannst du zum Beispiel fast nicht trainieren. Ich glaube Südafrika hat einen mega coolen Ruf und es ist ein grosser Hype. Es hat sicher auch was, es ist ein cooles Land, es hat eine coole Stadt, aber für mich wird es für Bike Trainings fast zu sehr gehypt. Es ist aber so, dass wir im März zum ersten Weltcup in Südafrika sind und es sein kann, dass wir das Cape Epic Rennen dann noch dranhängen. Wir sind dann ja eh schon vor Ort und es würde sich anbieten. Es wird daher sicher die Diskussion aufkommen, ob wir es nächstes Jahr fahren werden. Rein vom Rennen her habe ich aber gehört, dass beim Cape Epic viele Schotterstrassen dabei sind und nicht so viele Trails, wie beispielsweise beim Swiss Epic.

Vielen Dank Jolanda, für deine Antworten. Wir wünschen dir weiterhin viel Erfolg auf den Trails dieser Erde und bei deinem Studium. Alles Gute!

Weitere Informationen zu Jolanda gibt es unter http://jolandaneff.ch/

adidas Sport Eyewear Medienanlass

An diesem Tag präsentierte adidas Sport eyewear exklusiv die neue Sportbrillen-Kollektion 2017. Mit dabei war Jolanda Neff, eine der weltbesten Mountainbikerinnen und adidas Sport eyewear Athletin. Neben der Präsentation der mit dem erfolgreichen Strassen-Radsport-Team Movistar entwickelten Zonyk Aero sowie der Sport essentials Modelle horizor und baboa, die Women Special Color Edition und die Mountainbike Goggle Backland Dirt, wurden auch die Neuheiten der Herbst/Winter Kollektion 2017 vorgestellt.