Dieses Mal haben wir uns ein Bikegirl der Szene rausgepickt: Stefanie Klostermeier erzählt uns im Interview bei Outdoormind wie sie zu ihrer Leidenschaft, dem Biken, kam und wie sie ihren Alltag mit Jobs, Studium, Training und Family & Friends organisiert.

Interview Stefanie Klostermeier

Hallo Stefanie. Wie geht es dir? Du warst gerade in Madeira zum Biken. Madeira ist vermutlich noch nicht so bekannt in der Bikeszene wie Finale Ligure und Co. Wie hat es dir gefallen? Welche Hot Spots, welchen Bike Shuttle und welche Unterkunft würdest du empfehlen?

Ich bin noch bis Ende Mai als Bike Guide für Bikulture auf Madeira, daher geht es mir toll danke. Die Insel ist ein Traum, die Trails sind sehr abwechslungsreich, von flowig bis technisch sehr anspruchsvoll und dabei hat man fast immer einen Blick aufs Meer, das lässt das Biker Herz natürlich höher schlagen. Man sollte auf jeden Fall einmal in dem kleine Örtchen Jardim do Mar einen Espada (= Degenfisch) gegesssen haben und in eine Poncha Bar gehen, um einen frischen Poncha zu trinken. Als Shuttle-Service würde ich würde Bikulture empfehlen, die Jungs sind super lustig und als Locals & Trailbuiler wissen sie nicht nur die besten Spots zum Biken, sondern auch wo man am besten essen gehen kann.

Wie bist du zum Biken gekommen? Hattest Du keine Angst vor Verletzungen?

Ich bin auf Youtube durch Zufall auf die Szene mit Stevie Smith aus Seasons gestoßen, in der er von seinem großen Traum Profi Mountainbiker zu werden, erzählt. Ich wollte bereits im Alter von 16 Jahren MTB fahren, aber damals hat das Geld nicht für ein Bike gereicht. Durch diesen Clip ist die Lust aufs Biken bei mir wieder aufgeflammt und als ich genug Geld hatte, habe ich mir meinen ersten Downhiller gekauft, das war 2010. Gleich beim 2. Bikepark Besuch habe ich mir dann das Kreuzband gerissen, den Oberschenkel und das Schienbein angebrochen, weshalb ich 2010 dann gar nicht mehr biken konnte. Das hat mich allerdings nicht aufgehalten und ich habe  2011 verletzungsfrei überstanden und fahre seither mit großer Begeisterung Downhill und Enduro.

Stefanie Klostermeier auf Madeira beim Biken
Stefanie Klostermeier auf Madeira beim Biken
Stefanie Klostermeier im Trail Paradies Madeira
Stefanie Klostermeier im Trail Paradies Madeira

Wir suchen immer mehr das aussergewöhnliche und grossartige Naturtrails. Welche Orte kannst du noch empfehlen, die noch nicht so bekannt sind? Hast du Geheimtipps (die du verraten magst ;))?

Abgesehen von Madeira kann ich  das Vinschgau wärmstens empfehlen. Mit dem Enduro kann man sich hier alle Trails erfahren, beim Hochpedalieren der 1445 Höhenmeter nach St. Martin hat man einen sehr schönen Ausblick auf die gegenüberliegenden Berge, die Apfel- und Wein Reben. Oben angekommen kann man sich in einer Hütte nochmal stärken bevor es einen wunderschönen, abwechslungsreichen Single Trail bergab geht.

Du bist seit dieser Saison Commencal Teamfahrerin. Eine Ehre für diesen tollen Brand fahren zu dürfen, oder? Mit welchen Partnern arbeitest du diese Saison noch zusammen?

Ich habe mich sehr gefreut, dass ich nun Teil des Commencal-Teams bin und so gute und zuverlässige Unterstützung bekomme. Zusätzlich arbeite ich mit Sram, Continental, Hope, Drift, Kettenwixe, Bikulture ,Sponser und SQ Lab zusammen. Die Mischung aus diesen tollen Partnern nimmt mir die Sorgen um mein Material wodurch mich voll und ganz aufs Biken konzentrieren kann, darüber bin ich unglaublich froh und weiß es sehr zu schätzen. Ohne diese Unterstützung wäre der Sport in diesem Ausmaß für mich sicher nicht möglich.

Wie sind dein Alltag sonst aus? Womit verdienst du dein Geld? Hast du noch einen Berufsalltag oder dreht sich bei dir alles um das Thema Biken?

Meine Tage sind sehr klar strukturiert, um alles schaffen zu können muss ich viel Disziplin an den Tag legen. Morgens gehe ich gegen 08:00 in die Uni – ich studiere Molekulare Medizin- meist komme ich gegen 19:00 nach Hause. Danach trainiere ich noch und arbeite. Ich habe 2 Nebenjobs, in der Hautklinik und bei Siemens, um mir alles finanzieren zu können. Manchmal ist es dann nicht ganz einfach noch Zeit für meine Freunde & Familie zu finden, aber zum Glück haben alle Verständnis.

Stefanie Klostermeier auf Madeira beim Biken
Stefanie Klostermeier auf Madeira beim Biken
Stefanie Klostermeier auf Madeira beim Biken
Stefanie Klostermeier auf Madeira beim Biken
Stefanie Klostermeier beim Downhill BIken
Stefanie Klostermeier beim Downhill BIken

Was steht für dieses Jahr alles auf dem Programm? An welchen Rennen und Events nimmst du teil und wo geht es hin zum Biken?

Mit meinen Team Kollegen Matthias Jansen und Joe Corr werde ich dieses Jahr noch auf einigen Rennen unterwegs sein und sicherlich auch außerhalb der Rennen gemeinsam shredden. Joe kommt mich auf Madeira besuchen um gemeinsam zu trainieren, das wird sicher ein Spaß. Außerdem ist ein weiterer Trainingsbesuch auf Madeira im Winter für mich geplant. Ich werde auf einigen German Downhill Cups  sowie European Downhill Cups sein, außerdem fahre ich noch das ein oder andere Enduro Rennen der Specialized Sram Enduro Series und der European Enduro Series mit und bin natürlich auf den großen Festivals wie Riva und Winterberg sowie auf der Eurobike.

Last but not least: Was magst du sonst noch loswerden?

Ab auf‘s Rad und ne Runde Spaß haben!