Ingalena Heuck ist Sportwissenschaftlerin, Buchautorin, Langstreckenläuferin und Laufexpertin. Die 26-jährige Münchnerin hat bereits diverse Titel im Laufsport abgesahnt. Ihr größter Erfolg ist der Sieg der deutschen Halbmarathon-Meisterschaft 2010 mit ihrer persönlichen Bestzeit von 1:14:54.

Neben dem Laufsport widmet sie sich den Themen Ernährung, Immunsystem, Stabilitätstraining und gesundheitsorientiere Lebensweise, die sie auch in Laufseminaren vermittelt. In ihrem Buch „Moving Coach“ überzeugt sie außerdem als Buchautorin.

Leider musste sie vor ein paar Tagen ihre Laufkarriere beenden. Fußprobleme, die sie nicht in den Griff bekommt, seien die Ursache. „Ich werde mich aus dem Leistungssport zurückziehen, meinen Fuß ausheilen lassen und meine Schwerpunkte verlagern. Dem Laufsport werde ich immer treu bleiben, das ist sicher“, schreibt sie auf ihrer Facebook-Seite.

Ingalena Heuck im Interview

Auf deiner Webseite schreibst du, dass ein Auslandsaufenthalt in Australien das Laufen für dich in den Mittelpunkt rückte. Wieso? Wie kam es dazu?

– Während meiner Zeit im Ausland habe ich angefangen viel über mich und mein Leben nachzudenken, Probleme in der Familie machten die Zeit nicht leicht. Im Laufen fand ich dann die Ruhe und Zeit für mich. So wurde das Laufen zur wichtigsten Zeit des Tages – die Zeit, in der ich ganz bewusst oder unterbewusst denken und verarbeiten konnte.

Wie hast du dich bisher motiviert immer weiter zu machen und wie nimmst du Rückschläge hin?

– Wenn das Laufen von innen heraus kommt, gibt es keine Motivationsprobleme. Die intrinsische Motivation ist entscheidend, um langfristig dabei zu bleiben und dies egal bei welchem Wetter. Als Profisportler gehört natürlich noch mehr dazu, denn in Phasen der hohen Umfänge und der hohen Intensität sind der Körper und besonders der Kopf manchmal müde. Die beste Motivation ist dann der Gedanke an das gesteckte Ziel.

Bei Rückschlägen heißt es sich auf seine Stärken zu besinnen, die Schwächen zu erkennen und an ihnen zu arbeiten und dann hoffentlich besser zu werden. Das klingt in der Theorie immer einfach, in der Praxis fiel es mir trotzdem teilweise schwer damit umzugehen. Hier waren mir meine Familie und Freunde immer eine gute Stütze. Besonders wichtig war für mich das Wissen, dass ich auch noch etwas anderes tun könnte als Hochleistungssportlerin zu sein.

Einen vermeintlich großen Rückschlag gibt es aktuell. Leider wirst du dich nun aus gesundheitlichen Gründen aus dem Leistungssport zurückziehen. War das absehbar oder ist nun dein Traum zerplatzt?

– Nein, absehbar war das für mich so zeitnah nicht. Die Verletzung in meinem Fuß trage ich nun schon seit 1,5 Jahren mit mir herum, trotzdem habe ich immer gehofft, dass es mir gelingt diese loszuwerden. Eine Verletzung belastet einfach sehr, denn ein gezieltes, konstantes Training ist nicht möglich, gleichzeitig schwingt im Hinterkopf immer eine Unsicherheit mit. Ich muss nun meine Gesundheit in den Vordergrund stellen, diese habe ich früher immer wieder vernachlässigt. Daher akzeptiere ich die neue Situation und versuche positiv damit umzugehen. Veränderungen bergen auch immer Chancen.

Wie sieht es nun für dich in der Zukunft aus? Worauf wirst du dich fortan konzentrieren?

– Ich bin gerade noch auf der Suche. Es gibt viele Ideen und Möglichkeiten, ab April weiß ich dann mehr. Eines ist jedoch schon sicher: ich werde weiterhin im Laufsport tätig sein, nun aber eben nicht mehr als Leistungssportlerin, sondern als Laufexpertin, Laufcoach und „Breitensportlerin“. Und dann mal sehen, wie sich alles entwickelt…

Du hast Ende 2011 dein Studium abgeschlossen und bist nun Diplom-Sportwissenschaftlerin. Geht es in diese Richtung?

– Sicherlich möchte ich die Inhalte meines Studiums in meinen weiteren beruflichen Weg integrieren. Das habe ich in den letzten Jahren neben dem Sport bereits getan, jetzt werde ich wohl auf der Basis der letzten Jahre aufsetzen.

Welche Sportarten begeistern dich noch? Wirst du nur auf das Laufen verzichten müssen oder spielt da noch mehr mit ein?

– Schon als Kind haben mich Ballsportarten und jegliche Outdoor-Sportarten begeistert. In den letzten Jahren habe ich jedoch nichts der gleichen gemacht, daher freue ich mich nun auch mal mit dem Bike oder den Wanderschuhen in die Berge zu gehen. Kürzlich war ich das erste Mal seit 7 Jahren wieder Skifahren, kombiniert mit einer Skitour. Traumhaft!

Wie siehst du das Thema „Frauen“ und „Sport“. Siehst du da einen Trend?

– Absolut! Ich finde es toll, dass sich viele Sportfirmen speziell um die Bedürfnisse von Frauen kümmern und auch Veranstalter eigene Frauenevents anbieten. Der Trend gefällt mir, da wir Frauen eben doch andere Bedürfnisse haben. Der Women’s Run ist hier beispielsweise eine super Geschichte!

 Was ist dein Lieblings-Sportprodukt, ohne dass du nicht kannst?

– Puuuh… ich liebe meine ODLO-Hoodys, da sie funktionell, fesch und vielseitig sind. Und ohne passende Schuhe und Pulsuhr kann ich auch nicht laufen, deswegen sind diese Produkte ebenso wichtig.

Sonst noch etwas, was du mitteilen möchtest? :)

– Genießt die Natur – Bewegung ist die beste Medizin!

 

Mehr erfahrt ihr auch auf ihrer Webseite und bei Facebook.

Weitere Interviews mit Persönlicheiten gibt es bei Outdoormind unter der Rubrik PEOPLE zu lesen.

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Ingalena Heuck