Der Perskindol Swiss Epic ist eines der anspruchsvollsten Mountainbike-Rennen der Welt. Das Renn-Format ist einzigartig: In Zweier-Teams absolvieren rund 600 Profis und ambitionierte Mountainbiker einer der anspruchsvollsten Singletrail-Touren von rund 400 km Länge und 15.000 Höhenmetern in 5 Tagen. Im Vordergrund steht das einzigartige Erlebnis in Kombination von Singletrails, Flow und Siwssness. Nicht umsonst hat das Rennen nun zum zweiten Mal im Wallis stattgefunden. Verbier, Leukerbad, Grächen und Zermatt gehören zu den Top Bikedestinationen der Schweiz, ja sogar weltweit. National wie international stösst dieses Mountainbike-Etappenrennen auf reges Interesse und die UCI klassifiziert Swiss Epic mit der höchsten Klassifizierung (HC = Hors Catégorie).

Perskindol Swiss Epic Erlebnis

Auch wir durften einen Tag lang Race-Luft schnuppern und waren bei der letzten Etappe mit dabei. Dieses Jahr fand das Rennen vom 14. bis 19. September statt. Zweierteams aus dem In- und Ausland gingen im Wallis beim Swiss Epic mit rund 400 Kilometern und 15.000 Höhenmetern und beim Shuttleunterstützten Rennformat Swiss Epic Flow mit 300 Kilometern und 8.000 Höhenmetern an den Start. Neben den Weltklassefahrern setzte sich das Teilnehmerfeld mehrheitlich aus nichtlizenzierten aber ambitionierten Mountainbikern und -bikerinnen zwischen 18 und 62 Jahren zusammen. Obwohl das Rennen wie schon letztes Jahr in den Etappenorten Verbier, Leukerbad, Grächen und Zermatt Halt machte waren dieses Jahr über 70% der Strecken neu.

Perskindol Swiss Epic in Grächen
Perskindol Swiss Epic in Grächen (c) Swiss Epic

Da wir nur die Finisher-Etappe von Grächen nach Zermatt mitfahren machen wir uns erst am Freitag auf den Weg nach Täsch, parken dort unser Auto und fahren mit dem Zug nach St. Niklaus. Von da aus geht es mit dem Postbus weiter nach Grächen. Im Dorf angekommen ist die Zieleinfahrt und das Info-Office nicht zu verfehlen. Wir kommen kurz nach der Siegerehrung an, an der täglich die Tagesbesten gekürt werden. Pünktlich zum Rennbriefing für die 5. Etappe sind wir aber aber da. Die letzte Etappe ist die kürzeste, aber eine der schönsten. Uns erwarten 37 Kilometer, 1.300 Höhenmeter bergauf und 2.650 Höhenmeter bergab. Achja und es gibt nur eine Verpflegungsstation für die Swiss Epic Flow Teilnehmer. „Das sollte reichen“ betont der Moderator. Könnte man meinen, wenn man es mit den Kollegen des wahren Rennformats vergleicht, denn die haben 60 Kilometer und 2.400 Höhenmeter vor sich.
Wir erhalten unsere Startnummern wobei auf der Rückseite ein Transponder für die Zeitmessung aufgeklebt ist. Ausserdem erhalten wir einen GPS Tracker. Über eine App kann so jedes Team geortet werden. Der Abstand (Abstands-Zeit) zwischen den zwei Fahrern darf zu keinem Zeitpunkt des Rennens mehr als 2 Minuten betragen. Also muss der Mann sich wohl ein wenig bremsen. Oder ich einfach mehr Gas geben. Schauen wir mal.
Bei dem Rennen sind keine E-Bikes zugelassen und nur Mountainbikes, die sich in einem einwandfreiem Zustand befinden. Deshalb werden diese bei einem Bike Check überprüft und mit einem Sticker markiert. Anschliessend werden die Bikes in der überwachten Bike-Garage untergebracht. Wir checken in unsere Unterkunft ein und machen uns direkt auf den Weg zum Abendessen.

Es werden verschiedene Packages angeboten, für die man sich im Vorfeld entscheiden kann. So gibt es quasi das Rundum-sorglos-Paket, damit man sich nicht mehr selbst um Übernachtung, Verpflegung, etc. kümmern muss. Von dem All-inklusive Package Budget (ab 2.950 CHF pro Zweierteam) mit einfachen Leistungen bis hin zum All-inklusive Package Heaven mit Unterkunft und Verpflegung im 4-5-Sterne Bereich (ab 6.950 CHF pro Zweierteam) ist alles möglich. Bei allen All-inklusive Packages sind jede Menge Basis-Leistungen inkludiert, die das Rennen schöner machen. Mehr Informationen dazu gibt es auch hier.

Swiss Epic Flow Stage 5
Swiss Epic Flow Stage 5 (c) Swiss Epic

Für uns geht es früh ins Bett, denn am nächsten Morgen gilt es das Gepäck bereits zwischen 7 und 7.45 Uhr abzugeben, damit dieses auch rechtzeitig in Zermatt ankommt. Danach geht es zum Frühstück bevor wir die Elite anfeuern, die bereits um 8 Uhr an den Start geht. Wir sind um 9 Uhr dran. Die Bikes sind bereits ready und wir auch. Um kurz vor neun stehen wir an der Startposition und sind doch ein wenig nervös. Ungewohnt ist es hier schon mit weiteren 48 Teams an den Start zu gehen. Der Startschuss fällt uns los geht es. Der erste Teil bis St. Niklaus führt uns über einen zu Beginn mässigen Anstieg, der dann aber recht knackig wird. Nach der letzten Rampe beginnt ein sehr schöner Trail, der durch den Wald parallel zum Hang verläuft. Im Intervall geht es hoch und runter. Die Downhillpassagen haben es in sich, da der Boden sehr rutschig ist und steile off-camber Passagen dabei sind. Hinab trennt sich die Spreu vom Weizen genauso wie bergauf. Interessant zu sehen ist, dass diejenigen, die bergauf noch zackig unterwegs waren, bergab dann extrem nachlassen und andersrum. Die Challenge ist aber natürlich beide Disziplinen besser als die Konkurrenz zu beherrschen.
Die erste Sektion ist geschafft und wir sammeln uns an einem Ort wo die Shuttles bereits auf uns warten. Mit mehreren Vans geht es hinauf nach Zermatt. Das heisst für uns 30 Minuten Pause, in den Riegel beissen und verschnaufen. Für die Epic riders sieht dieser Teil natürlich ganz anders aus, denn die haben die gesamte Strecke zurückzulegen. Wir sind jedenfalls froh über die Shuttleunterstützung.

Epische Trails in Zermatt
Epische Trails in Zermatt (c) APIX
Biken mit Blick auf das Matterhorn
Biken mit Blick auf das Matterhorn (c) APIX
Swiss Epic
Swiss Epic (c) Dobslaff-EGOPromotion
Epische Trails mit epischer Kulisse
Epische Trails mit epischer Kulisse (c) APIX

Oben in Zermatt angekommen geht es mit der Sunegga Bergbahn hinauf bis zur Station Blauherd. Dort werden wir wieder „gescannt“ und es geht weiter mit einer epischen Downhillpassage. Jede Menge Platten inkludiert. Gott sei Dank aber nicht bei uns. Im Intervall geht es weiter auf super schönen Singletrails mit Blick auf das Matterhorn. Wer das zum ersten Mal sieht vergisst vermutlich total dass er gerade ein Rennen fährt. Aber zum Geniessen bleibt wenig Zeit. Knappe 2,29 Stunden später kommen wir ins Ziel und sind happy dass wir es geschafft haben. Perfekte Teamarbeit!

Kurz vor dem Ziel: Schiebepassage über die Brücke
Kurz vor dem Ziel: Schiebepassage über die Brücke (c) APIX
Kurz vor dem Ziel auf den Flowtrails in Zermatt
Kurz vor dem Ziel auf den Flowtrails in Zermatt (c) APIX

Direkt neben der Zieleinfahrt werden unsere Bikes entgegengenommen, wir können etwas trinken, essen und entspannen. Die Sonne lacht und das kühle Bier wird frisch gezapft. So kann man ein Rennen wunderbar ausklingen lassen. Auch wenn wir es uns vielleicht nicht ganz so sehr verdient haben, wie diejenigen, die es 6 Tage durchgezogen haben. Respekt! Aber wer weiss was nächstes Jahr noch kommt. Wir sind jedenfalls angefixt vom Swiss Epic, dem schönsten Mountainbike Rennen der Schweiz.

Gesamtsieger Flückinger und Buchli
Gesamtsieger Swiss Epic Men Flückinger und Buchli (c) lightmoment.ch
Gesamtsieger Swiss Epic Women Morath und Bingham
Gesamtsieger Swiss Epic Women Morath und Bingham (c) lightmoment.ch
Im Ziel angekommen
Im Ziel angekommen (c) Sportograf

Ergebnis Perskindol Swiss Epic 2015

Beim SWISS EPIC MEN holten sich Lukas Buchli und Mathias Fleckiger vom Team BiXS-STÖCKLI den Gesamtsieg. Jochen Käse und Daniel Geismayr vom Team CENTURION VAUDE landeten somit auf Platz 2, gefolgt vom Topeak Ergon Racing Team mit Alban Lakata und Kristian Hynek.

Perskindol Swiss Epic Gesamtsieg
Perskindol Swiss Epic Gesamtsieg (c) lightmoment.ch

Bei den Frauen siegten Adelheid Morath und Sally Bigham vom Topeak Ergon Racing Team, den zweiten Platz machten Annika Langvad und Ariane Kleinhans vom Team Specialized RECM und den dritten Platz Hielte Elferink und Anne Terpstra vom Team Rent a Plant – Habitat.

Perskindol Swiss Epic Gesamtsieg Frauen
Perskindol Swiss Epic Gesamtsieg Frauen (c) lightmoment.ch

In der Kategorie Mixed holten sich Anita Bucher und Hans Flück, Giant Team Obwalden, Gold. Bei den Masters ging der Gesamtsieg an das von Beginn weg völlig überlegene Team DANI SCHNIDER RADSPORT mit Dani Schnider und Oliver Imfeld.

Im Rennformat SWISS EPIC FLOW gewann bei den Männern das Team world of mtb mit Sönke Wegner und Daniel Eiermann. Die Kategorie Mixed entschieden Anita Gehrig und Balz Weber vom Team Ride Flow Trail für sich. Bei den Frauen holte zum Schluss knapp das Team SCOTT’s Chicken Club mit Sarah Merminod und Daniela Michel den Titel.

Early Bird für Perskindol Swiss Epic 2016 – Jetzt anmelden!

Wer dieses Mountainbike-Abenteuer nicht verpassen will sollte sich schnellstmöglich anmelden. Frühbucher erhalten eine attraktive Early-Bird-Vergünstigung. Das Rennen findet nächstes Jahr vom 12.-17. September 2016 statt und verspricht noch mehr Flow. Im Format Swiss Epic stehen rund 360 Kilometer und 12.500 Hähenmeter auf dem Programm und bei Swiss Epic Flow 280 Kilometer und 8.000 Hähenmeter sowie über 15.600 Tiefenmeter flowigste Abfahrten.
Mehr Informationen gibt es auch unter www.swissepic.com

Hinter dem schönsten Mountainbike-Rennen der Schweiz steht übrigens eine hochkarätige Equipe, die viel Leidenschaft und noch mehr Fachwissen vereint: Die Veranstalter Joko Vogel, Dany Gehrig und Thomas Frischknecht haben den wahren Riecher für ein episches Rennformat. Wir sagen Daumen hoch zu den grandiosen Trails, der tollen Organisation und freuen uns schon jetzt auf das kommende Jahr.