Es nun schon einige Zeit her, seit wir die Trails in Südafrika unsicher gemacht haben. Zurück in der Schweiz reflektieren wir über unsere Reise und werden auch von Freunden und Bekannten gefragt, wie es denn eigentlich im Detail war und wie es mit der Sicherheit aussieht. Wie bewegt man sich mit einem Bike im Gepäck in Südafrika von a nach b? In unserem Bericht Trailsafari in Südafrika gibt es viele Informationen über unser Erlebnis vor Ort. Im Folgenden geben wir euch noch ein paar Tipps für eine Mountainbike Reise in Südafrika.

Tipps und Tricks für das Biken in Südafrika

Zuallererst müsst ihr euch natürlich Gedanken machen, welche Trails ihr vor Ort unsicher machen möchtet. Es gibt eine Vielzahl an Regionen, die unendlich viele Trails bieten. Tour-Anbieter wie Supertrail-Rides, Mountainbikereisen, Bike-Adventure-Tours, Abenteuerreisen, Fahrtwind und viele weitere bieten massgeschneiderte Bike Reisen an. Natürlich wird der kulturelle und kulinarische Aspekt auch nicht ausser Acht gelassen und so findet ihr hier sicher spannende Angebote vor. Der Vorteil mit einem Reiseanbieter unterwegs zu sein, liegt auf der Hand: Die Guides kennen die besten Trails, die besten Restaurants, Unterkünfte und sind für eure Sicherheit und Wohlbefinden zuständig. Besonders in Südafrika ist das sicher ein nicht ganz unwichtiger Aspekt. So muss man sich nicht selbst die Gedanken machen und alles im Detail planen. Bei einer organisierten Reise steht ihr im Mittelpunkt und natürlich der Spass auf dem Bike.

Roxy auf den flowigen Trails in Contermanskloof
Roxy auf den flowigen Trails in Contermanskloof (c) Outdoormind

Unsere Fakten zum Biken in Südafrika auf einen Blick

Flughafen

Wenn ihr das Westkap besucht, solltet ihr natürlich nach Kapstadt fliegen. Wir empfehlen euch einen Direktflug zu buchen. Aus der Schweiz fliegt die Edelweiss und Swiss direkt. Hier darf man sogar das Bike kostenlos mitnehmen! Wenn das mal kein Service ist. Für uns als Biker ist das definitiv die beste Fluggesellschaft. Bei der Lufthansa und Co zahlt man bis zu 400 EUR für den Bike Transport. Also Augen auf bei der Buchung. Generell ist ein Direktflug immer angenehmer und die Chance, dass das Bike gleichzeitig mit dir ankommt, ist so auch grösser.

Unterkünfte in Südafrika

Wenn ihr mit einem Reiseanbieter unterwegs seid, wird das alles für euch organisiert beziehungsweise Tipps gegeben, wenn ihr noch ein paar Tage an die gebuchte Reise dranhängt. Auf eigene Faust unterwegs zu sein bedarf einen guten Plan, aber Unterkünfte könnt ihr eigentlich problemlos bei Hotels.de und die weiteren bekannten Buchungsplattformen buchen. Wir empfehlen vor der Dunkelheit bei der Unterkunft zu sein, da es nicht so gut ist, in Südafrika nachts nach Hotels zu suchen, vor allem wenn man sich nicht auskennt.

Wir empfehlen euch wärmsten bei Carmen und Bernd im Surf and Bike Hostel einzuchecken! Die beiden bieten eine tolle Unterkunft für Biker an und kennen sich bestens aus. Hier seid ihr in guten Händen und für den Start in Kapstadt ist das die perfekte Ausgangslage.

Die besten Trails in Südafrika

Unsere Top 10 Bike Destinationen in Südafrika am Westkap können wir wärmstens empfehlen und raten euch diese Regionen zu besuchen. Die Trailsafari mit Supertrail-Rides ist ein einmaliges Erlebnis. Wir haben aber auch gehört, dass es zum Beispiel auch in Botswana und Durban gigantisch gute Trails geben soll. Dazu können wir aktuell aber keine Auskunft geben.

Helderberg Trails Enduro
Helderberg Trails Enduro (c) Outdoormind

Wie finde ich die besten Trails?

Auch hier weiss ein Anbieter in der Regel bestens Bescheid und versucht euch die besten Trails vor Ort zu zeigen. Es ist natürlich immer so eine Sache für jeden Geschmack innerhalb einer Gruppe Trails zu finden. Und Gruppenreisen muss man auch mögen. Ansonsten empfehlen wir Locals ausfindig zu machen, die euch ihre Trails zeigen. Es gibt Kartenmaterial (Trailforks etc.) und Tracks, die man auch alleine finden kann, jedoch ist Südafrika eines der Länder, wo wir das nicht empfehlen würden. Im “Busch“ alleine unterwegs zu sein, ist sicher nicht jedermanns Sache. Wichtig ist, dass ihr euch genau informiert, was in einem Notfall zu tun ist.

An welche Locals wende ich mich denn vor Ort, wenn ich alleine unterwegs bin?

Für das Eingewöhnen ist Stellenbosch ideal. Ihr solltet euch mit Joanna Dobinson in Kontakt setzen. Sie zeigt euch ihre Trails und kennt viele Leute vor Ort. Ihr Bruder ist auch ein Bikeguide (von iRide Africa) und “Jo“ kann euch dann, je nachdem, wo ihr noch hinwollt, lokale Guides weiterempfehlen.

Joanna in Stellenbosch auf dem Eden Trail
Joanna in Stellenbosch auf dem Eden Trail (c) Outdoormind

Wie bewege ich mich von a nach b?

In einer Gruppe mit einem Anbieter, werdet ihr schön von a nach b gebracht und müsst euch um nichts kümmern. Ansonsten empfehlen wir ein Mietauto zu organisieren. Wir haben uns auch noch für ein paar Tage auf eigene Faust unterwegs gemacht und uns mit verschiedenen Locals verabredet, die uns ihre Trails gezeigt haben.

Haltet euch fest, wir haben in einen VW Polo (!!!) zwei Bikes, zwei grosse Dufflebags und das Kamera Equipment reingebracht. Als wir das Fahrzeug abgeholt haben, hätten wir das niemals gedacht, aber wenn man beide Räder ausbaut, funktioniert das wunderbar. Hier müsst ihr also nicht unbedingt das grösste Auto mieten. Autos in Südafrika zu mieten ist auch sehr unproblematisch. Die grossen Anbieter wie Sixt, Avis etc. gibt es vor Ort. Wir empfehlen aber über Billiger Mietwagen zu buchen. Da bekommt ihr den besten Preis.

VW Polo für zwei Bikes und Equipment
VW Polo für zwei Bikes und Equipment (c) Outdoormind

Autofahren in Südafrika ist speziell. Wer sich an das Chaos gewöhnt hat und bekannte Verkehrsregeln missachtet, kommt hier am schnellsten vorwärts. Geschwindigkeiten werden nie eingehalten und jeder fährt seinen eigenen Style. Ausserdem laufen die Menschen auf den Autobahnen am Randstreifen entlang. Dass dieser Randstreifen auch gerne für das Überholen von Fahrzeugen genutzt wird, ignorieren sie gerne. Rennradfahrer haben hier sicher nicht viel Spass. Der Strassenzustand ist sonst sehr gut, allerdings kann eine Autobahn auch schon mal auf einer Schotterstrasse münden. Google Maps ist hier sicher nicht der beste Guide und man sollte sich Routen vorher gut aussuchen und checken. Sonst erlebt man ein kleines Abenteuer (wir können davon ein Lied singen, aber unser Polo hat sich tapfer geschlagen).

Was mache ich wenn ich Bike-Equipment brauche?

Wir raten euch: Nehmt nicht zu viel Ersatzmaterial mit, denn ihr kriegt eigentlich alles vor Ort. Neue Bremsbeläge könnt ihr daheim lassen, wenn ihr vor Abflug noch neue einsetzt. Ausser ihr geht nur in Helderberg fahren, dann könnte es schon ein wenig Verschleiss geben. Ansonsten ist Biken in Südafrika eher CC-lastig und eher up and down. Was eher ein Thema ist, sind gute Reifen, denn auf den Trails gibt es vereinzelt Dornen, die sich gerne in den Reifen bohren. Tubeless ist ein Muss, aber mit einem aufgeschlitzten Reifen kommst du auch damit nicht mehr weiter. Dazu raten wir immer einen „Self Healing“ MTB Schlauch mit dabei zu haben. Das ist ein Schlauch mit Dichtflüssigkeit, der Pannen verhindert, indem er entstehende Löcher sogar während der Fahrt verschliesst. Und für die Dornen gibt es ein Reparatur-Set für Tubeless-Reifen – zum Beispiel „Maxalami“. Der Name kommt nicht von ungefähr, denn sie sehen tatsächlich aus wie „Gummiwürstchen“. Das Loch wird damit quasi gestopft. Funktioniert übrigens wunderbar, haben wir selbst getestet.

Selbst ist die Frau: Auch mit Bike-Reparaturen kennt sich Jo gut aus
Selbst ist die Frau: Auch mit Bike-Reparaturen kennt sich Jo gut aus (c) Outdoormind

Ansonsten gibt es (zumindest rund um das Westkap) sämtliche Bikeshops, die alles haben, was das Herz begehrt.

Specialized Bike Shop in Kapstadt
Specialized Bike Shop in Kapstadt (c) Outdoormind

Was machen wir an einem „Rest Day“?

Kein Problem, dafür seid ihr in Südafrika bestens bedient. Alleine in Kapstadt könnte man sich zwei Wochen lang nur damit beschäftigen, die ganzen Weingüter zu besuchen und die Kulinarik zu geniessen. Es gibt wunderschöne Märkte, die ihr besuchen könnt und Highlights wie den Tafelberg und Lions Head.

Table View Kapstadt
Table View Kapstadt (c) Outdoormind

Die Mischung macht es und so empfehlen wir euch auch über den Chapman’s Peak Drive das “Kap der Guten Hoffnung“ zu besuchen, die Garden Route entlang zu fahren und den Elephant Park in Knysna zu besuchen. Dort kann man Elefanten füttern, streicheln und Zebras begutachten. Für die “richtigen Safaris“ empfehlen wir euch auf den nächsten Trip nach Botswana zu warten. Ansonsten gibt es noch das private Wildlife Reserve “Sanbona“. Bringt einfach das nötige Kleingeld mit.

Die Möglichkeiten sind unbegrenzt und langweilig wird es euch sicher nicht.

Wie sieht es mit dem Thema Sicherheit aus?

Jetzt kommen wir zu einem Thema, was viele am meisten bewegt und auch uns vor unserer Reise beschäftigt hat. Mit Südafrika verbindet man wilde Tiere, Kriminalität und Krankheiten wie Malaria. Letzteres ist zumindest in der Region rund um Kapstadt nicht vertreten und die medizinische Versorgung ist sehr gut. Einzig und alleine im „Busch“, also da wo wir Biker natürlich unterwegs sind, gibt es nicht an jeder Ecke ein Krankenhaus oder einen Arzt. Das sollte einem bewusst sein. Das heisst, wenn etwas passiert, kann es ein wenig dauern, bis man versorgt wird. Aber das ist in den Alpen ja auch oft nicht anders.

Kriminalität ist sicher ein grosses Thema in Südafrika. Was sofort auffällt: Sämtliche Häuser sind verschanzt, wie beim Militär. Hohe Mauern, Stacheldraht-Zaun und Elektrozäune sind völlig normal. So baut man sein Haus. Und ein Wachhund gehört natürlich auch dazu. Am Anfang ist es etwas ungewohnt, aber das Leben ist in Südafrika einfach anders. Seine Kinder lässt man nicht einfach so auf der Strasse herumlaufen. Das ist nicht möglich. Die Kluft zwischen Arm und Reich ist deutlich zu spüren.

Sicherheit auf dem Bike in Südafrika
Ride at your own risk – Schild in Stellenbosch (c) Outdoormind
Stacheldraht um Häuser in Südafrika
Stacheldraht soweit das Auge reicht (c) Outdoormind
Schild mit Sicherheitsanweisungen vor einem Shop
Schild mit Sicherheitsanweisungen vor einem Shop (c) Outdoormind

Wir haben uns sehr vorsichtig verhalten und die Grunddinge beachtet (keine Wertsachen offensichtlich mit dabei haben, nicht alleine in der Nacht auf den Strassen herumlaufen oder im Auto fahren und natürlich schon gar nicht in irgendwelche Townships fahren oder gehen). Am besten vorher erkundigen wie man sicher von a nach b kommt, das heisst in welche Strasse man vielleicht besser nicht reinfahren sollte. Dann kann man eigentlich nicht viel falsch machen und sollte sich sicher bewegen können. Mit Bikes im Wert von knapp 8.000 EUR ist man natürlich auch Gefahren ausgesetzt, die man sonst vielleicht nicht hätte. Das ist viel Geld für einen Schwarzen, das muss euch klar sein. Jedoch haben sie wenig Gefühl dafür, wie viel die Bikes überhaupt Wert sind und würden sie wahrscheinlich für umgerechnet 500 EUR weiterverkaufen. Lange Rede, kurzer Sinn: Nicht unbedingt durch Kapstadt mit dem teuren Bike “cruisen“ und schon gar nicht am Tafelberg. Es gibt ein paar Ecken, die man vermeiden sollte. Locals oder Bikeshops geben euch dazu Auskunft.

Tierwelt in Südafrika

Das Thema Tiere hat uns natürlich auch beschäftigt. Weit verbreitet sind die sogenannten “Baboons“ (Paviane). Auch wenn sie ganz ungefährlich aussehen: Füttern ist strengstens untersagt, da sie aggressiv werden können und dann auch angreifen. Ausserdem solltet ihr euer “Hab und Gut“ im Auge behalten, da sie geübte Langfinger sind. Auf Baboons sowie auf Elefanten, Zebras, Schildkröten, Pinguine, Steinböcke und ungewöhnlich bunte Grashüpfer sind wir gestossen.

In den Bergen leben Leoparden, der Wüstenluchs und “Honey Badger“ (Honigdachs). Das klingt auch eher “süss“, allerdings gehört dieses Raubtier zu den grössten Feinden von Cobras. Er jagt diese nämlich erfolgreich und ist sogar gegen ihr Schlangengift immun.

Es gibt drei giftige Schlangenarten am Westkap: Die Cape Cobra, die Boomslang und die Puffotter. Von beiden sollte man besser nicht gebissen werden. Wenn doch gibt es eine Telefonnummer für Schlangenbisse, die man anrufen kann. Bestenfalls so schnell wie möglich das Gegengift organisieren und ruhig bleiben. (Weitere Informationen könnt ihr googlen.;))

Ihr seid auf jeden Fall schon mal gut unterwegs, wenn ihr einen Bunny Hop drauf habt, denn die Puffotter ist recht faul und chillt schon mal auf dem Trail. Ist kein Witz und Locals haben das bestätigt. Aber um es mal nicht zu dramatisieren: Wir haben in der Tat in den dreieinhalb Wochen keinen direkten Kontakt mit einer Schlange gehabt. Einmal war eine Cape Cobra in der Nähe, die ein Guide gesehen hat und einmal ist eine recht schnell vom Trail abgehauen. Die sind sehr scheu und in der Regel weg, bevor ihr da seid. Aber klar, solche Schilder vermitteln nicht das beste Gefühl:

Mit diesem Thema muss man sich auseinandersetzen, wenn man in Südafrika auf dem Bike unterwegs ist. Wir als sicherheitsbedürftige Europäer waren dann schon das ein oder andere Mal etwas angespannt. Und scheinbar gibt es auch nicht wirklich Vorfälle, die für grosses Aufsehen erregt haben. Das sagt zumindest Google und die Locals. ;) Nichtsdestotrotz empfehlen wir mit Guides unterwegs zu sein. Die wissen sich in solchen Situation zu verhalten, kennen die Trails und Leute. In Südafrika macht das wirklich Sinn. Ansonsten sind wir ja auch gerne alleine unterwegs.

Fazit: Biken in Südafrika ist für jeden geeignet

Generell ist Biken in Südafrika für jedes Schwierigkeitslevel geeignet, denn das Land hat so viele tolle Trails zu bieten. Dazu kommt die Kombination mit der kulinarischen Vielfalt samt Weine und der traumhaften Landschaft: Das macht den Biketrip perfekt. Auch das Klima ist ideal: In Südafrika könnt ihr das ganze Jahr über auf dem Bike unterwegs sein. Perfekt ist sicher der Herbst, Winter und Frühling. Also nichts wie hin!

Für weitere Fragen stehen wir euch gerne zur Verfügung.