Dass Biken im Baskenland spannend sein muss haben die Stages der European Enduro Series in diesem Jahr gezeigt. Rund um Ainsa gibt es grandiose Trails, die auch für das Rennen genutzt wurden. Uns war schnell klar, dass das Baskenland auf unsere Bike Bucket List gehört.
Gesagt, getan und abgehakt! Im Rahmen unserer Outdoormind Bike Safari durch Spanien haben wir auch Halt im Baskenland gemacht. Die Region an der Atlantikküste liegt in der Grenzregion der Staaten Spanien und Frankreich.

Backcountry Pyrenees mit BasqueMTB

An wen wir uns wenden liegt auf der Hand: BasqueMTB sind die Locals vor Ort. Doug und sein Team kennt diese Region aus dem Effeff. Wir werden 5 Tage lang mit ihnen und einer Gruppe das Backcountry vom Baskenland erkunden. Fokus liegt selbstverständlich auf den besten Trails. Ausserdem haben wir die Ehre, dass uns der Skill Trainer Ed Oxley begleitet. Er wird in den kommenden Tagen Tricks und Tips weitergeben, wenn es Situation erfordert.

Wir parken unser Hymermobil in Sabiñánigo und werden an unserem Campingplatz von BasqueMTB abgeholt. Los geht es Richtung Arguis und schliesslich ins Landesinnere. Hier werden wir mit der Gruppe von insgesamt 12 Leuten mit dem Van zum Ausgangspunkt der Trails gebracht. Der erste Trail ist super schön und vielfältig, aber sehr rutschig. Auf feuchten Kalksteinen schlängelt sich der Trail hinab. Ungewohntes Terrain und technische Passagen fordern den ein oder anderen Fahrer. Schnell kristallisiert sich heraus, wer eher bei Front und den Schnellen mit dabei ist und wer eher vorsichtig hinten mitfährt. Letztlich splittet sich die Gruppe in zwei auf, da das Fahrkönnen nicht ganz homogen ist. Aber das ist ja selten der Fall und immer eine Challenge bei Gruppenreisen.
Mittags gibt es ein Picknick inmitten der wunderschönen Natur bei Sonnenschein. Leckere spanische Spezialitäten wie Tortilla, Käse, Schinken und Obst werden serviert. Daran können wir uns gewöhnen! Insgesamt gestaltet sich der Tag mit viel Uplift, wenig Uphill aus eigener Kraft, wenn dann eher up and down. Die Trails sind sehr vielfältig und technisch anspruchsvoll.

Skill Trainer Ed Oxley
Skill Trainer Ed Oxley (c) Outdoormind
Roxy auf den Trails im Baskenland
Roxy auf den Trails im Baskenland (c) Outdoormind
Technische Trails im Backcountry
Technische Trails im Backcountry (c) Outdoormind
Rocky Trails im Backcountry
Rocky Trails im Backcountry (c) Outdoormind
Epische Trails mit BasqueMTB
Epische Trails mit BasqueMTB (c) Outdoormind

Schliesslich landen wir in einem der ursprünglichsten Orte weit und breit: Dem halb verlassenen Ort Nocito. Elektrizität war hier bis vor wenigen Jahren noch nicht vorhanden und der Ort ist auch erst seit 5 Jahren zugänglich. Wir können vom Trail direkt zu unserer Unterkunft fahren, wo unser Gepäck bereits auf uns wartet. Was für ein Service! Jetzt freuen wir uns aber erstmal auf ein After Bike Beer.

After Bike Beer in Nocito
After Bike Beer in Nocito (c) Outdoormind

Einheimische Spezialitäten

Das Gästehaus in dem wir übernachten ist total herzig, mit Kamin und einer urigen Einrichtung. Die Zimmer sind sehr gemütlich und nach einem langen und am Ende nassen Tag auf dem Bike, freuen wir uns über ein herrliches Abendessen. Die Gastgeber bereiten leckere lokale Gerichte zu und sind sehr herzlich. Ein paar Gläser Rotwein später sind wir jetzt schon von Land, Leuten und den kulinarischen Spezialitäten begeistert.

Wir lernen Doug und sein Team näher kennen und erfahren mehr über ihre Philosophie. BasqueMTB hat es sich bei der Backcountry Pyrenees Tour zum Ziel gesetzt den Kunden die besten Trails zu zeigen. Die meisten davon sind secret spots. Andere Biker findet man weit und breit nicht. Höchstens vereinzelt Pilzesammler, da zu dem Zeitpunkt Saison ist. Sie bieten 30-80% Uplift an, dennoch ist kein Downhill-Urlaub, da man immer noch Passagen treten muss. Mit einem Endurobike zwischen 160 – 170mm Federweg ist man bestens unterwegs. Neben der wilden Natur ist auch die Vielfältigkeit der Trails, die man in den 7 Tagen fahren darf, eine weitere Besonderheit.

Epische Trails im wilden Backcountry

Nach einem leckeren und reichhaltigen Frühstück geht es am nächsten Morgen weiter. Es regnet und die Motivation rauszugehen hält sich in Grenzen, aber wir sind ja nicht aus Zucker. Zum Warmwerden geht es 40 Minuten mit dem Bike und eigener Kraft einen recht angenehmen Aufstieg hinauf bis wir am Einstieg eines extrem coolen und vielseitigen Trails landen. Hinab geht es durch felsige und technische Passagen und über Slickrocks. Oh ja, so kann es unendlich weitergehen! Der Vormittag ist mit dieser Tour gut gefüllt und so geht es danach direkt zum Lunch. Anschliessend werden wir zum nächsten Trail mit den Vans gebracht und fahren schliesslich einen Grat entlang. Es folgt ein ein genialer, wenn auch anspruchsvoller Trail, der sich den Grat hinab schlängelt. Sensibel mit den Bremsen umgehen, Augen zu und durch… Eine rutschige Angelegenheit. Wir sehen von Weitem den imposanten Ort Ainsa, wo wir die nächsten Tage verbringen werden. Nach der letzten anspruchsvollen Passage münden wir in eine EWS Stage, um auf den Geschmack zu kommen. Recht flowiger Trail, aber knackig! Wir sind auf jeden Fall angefixt und wollen mehr von den Stages und den Trails in der Umgebung sehen. Durch Flüsse geht es flach zurück bis wir noch ein paar Höhenmeter bergauf überwinden müssen, um wieder bei den Vans zu landen. Ein langer Tag auf den Bikes geht zu Ende.

Bikes beladen und Bike repair
Bikes beladen und Bike repair (c) Outdoormind
Marc auf urbanen Trails der Sonne entgegen
Marc auf urbanen Trails der Sonne entgegen (c) Outdoormind
Biken auf Slickrocks Doug und Ed
Biken auf Slickrocks Doug und Ed (c) Outdoormind
Roxy im Backcountry
Roxy im Backcountry (c) Outdoormind
Ed Oxley
Ed Oxley (c) Outdoormind
Ed Oxley Jump
Ed Oxley Jump (c) Outdoormind
Trails und Flüsse
Trails und Flüsse (c) Outdoormind

Bikewäsche vom Chef persönlich (c) Outdoormind

Wir machen einen kleinen Zwischenstopp bei der Waschanlage um die Bikes abzuspritzen (denn das haben sie bitternötig), bis wir schliesslich in Ainsa einchecken. Die Apartments von Apartamentos Casa Rivera sind unser zuhause für die nächsten 4 Nächte. Die Gastgeber sind selbst eingefleischte Mountainbiker, haben Zona Zero sozusagen mit ins Leben gerufen und bieten für Biker natürlich alles was man sich nur wünschen kann an: Vom grossen Bikekeller, Bikewäsche, Trockenraum und Kartenmaterial. Die Apartments sind funktional eingerichtet und ideal für Gruppen.

 

Ainsa Plaza Mayor
Ainsa Plaza Mayor (c) Outdoormind

Ainsa selbst ist eine schnuckelige Kleinstadt in der Provinz Huesca und liegt auf einer felsigen Anhöhe. Die Steinhäuser und der Plaza Mayor sind wunderschön. Es gibt ein paar sehr nette Restaurants, die wir besuchen. Ein Bikeshop ist für alle Notfälle auch in der Nähe. Die Zona Zero ist das beste Wegenetz an Endurotrails in Spanien. Mehr als 1.000 Kilometer Trails (und mehr als 40% davon sind Singletrails) erstrecken sich in dieser Gegend der Spanischen Pyrenäen. Das Terrain ist felsig, steinig und wild. Einfach unbeschreiblich. Ein Aushängeschild dafür sollte das Stattfinden der Enduro World Series diesen Jahres sein.

Guten Morgen Ainsa
Guten Morgen Ainsa (c) Outdoormind
Aussichten ins Backcountry mit BasqueMTB
Aussichten ins Backcountry mit BasqueMTB (c) Outdoormind
Ed Oxley auf den Trails rund um Ainsa
Ed Oxley auf den Trails rund um Ainsa (c) Outdoormind
Trails and History im Backcountry
Trails and History im Backcountry (c) Outdoormind
Doug von BasqueMTB auf einer EWS Stage
Doug von BasqueMTB auf einer EWS Stage (c) Outdoormind

Am nächsten Morgen frühstücken wir gemeinsam und treffen uns mit den Bikes beim Plaza. Es steht ein langer Uplift ins hochalpine Gelände an. Ein wunderschöner Ausblick erwartet uns oben und bestes Wetter. Ed Oxley aka Great Rock zeigt uns noch die Technik für einen Bunny Hop, den wir auf den nachfolgenden Trails gut gebrauchen können. Bei einigen ist es eine Auffrischung, für einige Neuland. 2 Stages aus der Enduro World Series folgen. Wieder einmal grandiose Trails, von denen wir nicht genug bekommen können.

Skill Training Session mit Ed Oxley
Skill Training Session mit Ed Oxley (c) Outdoormind

Weinverkostung Ainsa

Am frühen Abend erwartet uns eine Weinverkostung in einem lokalen Weinshop. Wir erfahren etwas über die Geschichte von Ainsa, der Weinregion und verkosten drei leckere Rotweine. Grosszügigkeit ist hier grossgeschrieben und so sind wir nach einem langen Biketag und 1.5 Stunden „Weintrinken“ leicht angedudelt. Aber das gehört ja irgendwie auch dazu. ;) Wir sind hungrig und gehen auf Empfehlung von Ed und Doug gemeinsam zum Dinner in eine Brasserie nebenan. Hier gibt es Fleisch in bester Qualität auf einem heissen Stein und wir lassen den Abend gemütlich ausklingen.

Kulinarische Highlights Spanien
Kulinarische Highlights Spanien (c) Outdoormind

Am nächsten Tag starten wir mit einer langen Anfahrt inklusive langem Uplift. Der nachfolgende Trail ist einfach genial: Vom flowigen Waldboden über knackige Spitzkehren, schnelle Passagen, Wurzeln, Geröll und verblockten Passagen ist alles mit dabei. Wir haben einen späten Lunch und brechen noch zum letzten Abenteuer des Tages auf. Ein Uplift auf 2082m folgt und dann noch ein knackiger Hike a Bike von 30 Minuten.

Hochalpine Landschaft
Hochalpine Landschaft (c) Outdoormind
Traumkulisse in wilder Natur
Traumkulisse in wilder Natur (c) Outdoormind
Ready to go
Ready to go (c) Outdoormind
Wiesentrails im Baskenland
Wiesentrails im Baskenland (c) Outdoormind
Roxy auf den Trails im Baskenland
Roxy auf den Trails im Baskenland (c) Outdoormind

Oben angekommen haben wir einen sagenhaften Panoramablick auf die umliegenden Berge. Wir müssen nun aber Gas geben, da die Sonne bald untergeht und wir ja noch ein Stückchen vor uns haben. Es folgt ein flowiger, aber steiler Trail auf Waldboden und Wiesen. Wir landen im Wald und vor uns liegt einer der härtesten Trails, die wir bisher gefahren sind. Ich weiss nicht ob ich ihn lieben oder hassen soll. Es geht sehr steil, rutschig und off camber über den Waldboden hinab. Felsige Passagen inklusive. Grip ist nicht wirklich vorhanden. Also gilt es: Den Räder vertrauen, zart mit den Bremsen umgehen und ab geht die Post. Aber dazu braucht es viel Mut und am besten einen Knopf, der das Hirn ausstellt. Wir vergessen die Zeit und dass es bald dunkel wird, denn das Adrenalin schiesst uns ins Blut. Landschaftlich könnte man hier einen nächsten Teil von den Hobbits drehen. Es ist traumhaft! Dieser secret Trail ist wirklich etwas Besonderes und eine Herausforderung. Ich würde behaupten für jeden.

Rastpause und Wasser auffüllen
Rastpause und Wasser auffüllen (c) Outdoormind

Kurz vor der Dunkelheit kommen wir heile im kleinen Örtchen Bresca an. Wir beladen unsere Bikes und fahren zurück nach Ainsa. Ein sehr langer Tag geht zuende. Wir sind müde und hungrig. Eine Pizza to go reicht heute auch. Danach geht es ab ins Bett.
Am Freitag, unserem letzten Tag, checken wir aus und werden zurück zu unserem Ausgangspunkt gebracht, wo unser Wohnmobil steht. Müde in den Beinen und ein Haufen an Erlebnissen im Kopf, die wir erstmal verarbeiten müssen.
Wow, was für eine geniale Zeit!

Ausblick von Ainsa
Ausblick von Ainsa (c) Outdoormind

Fazit Biken im Baskenland

Mit BasqueMTB unterwegs zu sein war genial. Die Jungs verstehen es, Trail-hungrigen Bikern das perfekte Abenteuer zu bieten und auf die Bedürfnisse einzugehen. Es ist ein eingestimmtes Team, das wunderbar harmoniert und die Erwartungen deckt. Auf der einen Seite ein Team mit dem man gefühlt Pferde stehlen kann aber auf der anderen Seite auch so professionell ist, wie es nur sein kann. Wir haben uns bestens aufgehoben gefühlt und können euch die Jungs und natürlich auch die Trails wärmstens ans Herz legen. In den Tagen werdet ihr eine Vielzahl an wilden, technischen, secret Trails und neues Terrain kennenlernen und euch verlieben. Nicht umsonst kommen Jahr für Jahr viele „Wiederholungstäter“ wieder. BasqueMTB versucht auch immer wieder neue Spots für euch zu entdecken, damit sie neue Trails mit anbieten können. Es bleibt also immer spannend.
Neben Backcountry Pyrenees bietet BasqueMTB noch Trips an der Basque Coast, Bike Skills Weeks und Winter Enduro Holidays im Januar in den Pyrenäen an. Generell wird der Tagesverlauf an das Level der Gruppe angepasst. Uphill ist zwischen 300 – 1000 Höhenmeter pro Tag und Downhill ca 3.000 Höhenmeter geplant. Je nachdem gibt es mehr oder weniger Van support. Bei unserer Gruppe wurde in den Tagen starker Fokus auf Downhill gelegt.

Mehr Informationen gibt es auch unter http://www.basquemtb.com