Schon länger stand Biken im Aostatal auf unserer Bike Bucket List. Nachdem Mathias Fredriksson mit den Contessa Mädels von SCOTT beim Shooting vor Ort war und wir die wunderschönen Aufnahmen gesehen haben, wurde unsere Sehnsucht noch grösser. Also entscheiden wir uns für einen Biketrip noch in diesem Jahr für Ende September, wo perfekte Bedingungen im Aostatal herrschen sollen. Hierzulande ist es bereits herbstlich kalt und die Berge sind schon mit Schnee angezuckert. Im Aostatal findet man dagegen aufgrund der geographischen Lage gut sechs Klimabereiche und zwei Teilregionen vor, die sich in Klima und Vegetation unterscheiden. Die zwei Regionen werden adrett und envers genannt: der erste Begriff meint die nach Süden gerichtete Seite und die zweite dagegen die eher schattige Seite, die von Wäldern und Wiesen bedeckt ist. Je nachdem lassen sich also unterschiedliche klimatische Aspekte wiederfinden. Generell ist es aber eher mild und trocken. Und deswegen ist dort das Biken im Herbst ideal.

An wen wir uns wenden liegt auf der Hand: Aosta Valley Freeride sind DIE Locals vor Ort und kennen das Gebiet aus dem Effeff.

Das Aostatal

Biken in Italien ist immer ein Highlight für uns. Alleine schon wegen Pizza, Pasta und Vino. Allerdings gibt es im Aostatal noch die Besonderheit, dass sich die höchsten Berge Europas um das langgezogene Tal versammeln (Montblanc, Monte Risa und Trabanten) sowie viele der topographisch wie alpin bedeutendsten (Gran Paradiso, Matterhorn, Grand Combin). Das Panoramaerlebnis ist hier folglich grossgeschrieben! Bekannt ist das Aostatal bei Bikern insbesondere für den La Thuile Bikepark, die Downhillstrecke Pila und Breuil-Cervinia – Valtourneche.

Wir möchten die Gegend von Aosta aus erkunden und packen unsere Endurobikes ein. Die grossen Bikes lassen wir zuhause, da wir hoch hinaus wollen und die Bergbahnen zu diesem Zeitpunkt (leider) auch nicht mehr in Betrieb sind. (Das hat uns vor Ort etwas erstaunt, denn es wären noch perfekte Bedingungen für eine Bikepark-Session gewesen…)

Die Anreise verläuft unkompliziert. Von Zürich aus ist man in knapp 4 Stunden vor Ort. Ein später Check-in am Mittwochabend ist kein Problem. Das Hotel Le Charaban wird in den nächsten Tagen unsere Unterkunft sein.

Biken im Aostatal
Guten Morgen Aostatal (c) Outdoormind

Bikehotel Le Charaban in Aosta

Warum wir im Bikehotel Le Charaban einchecken hat einen guten Grund, denn dieses Hotel ist sehr bikerfreundlich und bietet alle Annehmlichkeiten, die sich ein Biker nur wünschen kann. Vom sicheren Bikeabstellplatz (in Italien nicht ganz unerheblich ;)), Bikewaschplatz, grossem Parkplatz vor der Tür, einem sehr freundlichen Personal und super Service bis hin zum leckerem Frühstück für Sportler sowie schönen Zimmern ist alles dabei. Nach diversen Erfahrungen, die wir in Italien bisher gemacht haben sind wir extrem positiv überrascht. 3-Sterne sind hier auch wirklich 3-Sterne und zum Frühstück gibt es mehr als nur eine süsse Kleinigkeit.

Bikehotel Le Charaban
Bikehotel Le Charaban (c) Outdoormind
Hotelzimmer Le Charaban
Hotelzimmer Le Charaban (c) Outdoormind
Leckeres Frühstücksbuffet im Le Charaban
Leckeres Frühstücksbuffet im Le Charaban (c) Outdoormind
Atemberaubender Bergblick vom Hotel Le Charaban
Atemberaubender Bergblick vom Hotel Le Charaban (c) Outdoormind

Aosta Valley Freeride

Am nächsten Morgen treffen wir uns am Parkplatz der Bergbahn, die nach Pila führt, mit Fabrizio von Aosta Valley Freeride. Bevor es losgeht trinken wir aber erst einmal einen feinen Cappuccino im Café du Velo, dem Treffpunkt der Szene vor Ort. Wir besprechen die nächsten Tage und überlegen mit was wir starten. Da wir heute nur zu dritt sind und keinen weiteren Fahrer dabei haben, der uns shuttlen kann, entscheiden wir uns für eine epische Enduro-Tour unter den Klassikern.

Tourenplanung mit Aosta Valley Freeride
Tourenplanung mit Aosta Valley Freeride (c) Outdoormind

In Buthier starten wir und treten circa 900 Höhenmeter auf einer recht flachen Feldstrasse hinauf Richtung Chaligne. Die letzten 300 Höhenmeter ist Bike schieben und tragen angesagt. Oben auf 2.006 m verschnaufen wir, geniessen den wunderbaren Ausblick und beissen ins Sandwich. Anschliessend geht es einen Traumtrail am Grat entlang bis wir schliesslich auf einem grandiosen Flowtrail im Wald landen, der gefühlt nicht mehr aufhören will und auch am liebsten nicht soll. Der ersten Eindruck vom Aostatal kann sich sehen lassen!

Uphill Enduro Bike Tour
Uphill Enduro Bike Tour (c) Outdoormind
Kurze Verschnaufpause und Bergblick geniessen
Kurze Verschnaufpause und Bergblick geniessen (c) Outdoormind
Fabrizio startet in den Singletrail
Fabrizio startet in den Singletrail (c) Outdoormind
Bike Trail am Kamm entlang
Bike Trail am Kamm entlang (c) Outdoormind
Neverending Singletrails im Aostatal
Neverending Singletrails im Aostatal (c) Outdoormind
Fabrizio zeigt uns die besten Trails auf der Supertrail Map
Fabrizio zeigt uns die besten Trails auf der Supertrail Map (c) Outdoormind

Zurück am Parkplatz laden wir die Bikes aus dem Van und machen uns gemütlich auf den Weg in die nette Stadt Aosta. Ein Eis in Italien hat schliesslich noch keinem geschadet. Aosta ist die Hauptstadt vom Aostatal und herrlich von Bergen umgeben. Es gibt ein paar schöne Einkaufsmöglichkeiten und gute Restaurants. Die besten Restaurants liegen jedoch nicht direkt im Zentrum. Deswegen wird uns für unser Dinner das Restaurant La Chaumiere empfohlen. Hier gibt es lokale Produkte (besonders das Fleisch ist hervorragend) und eine vielfältige Weinauswahl.

After-Bike Gelato in Aosta
After-Bike Gelato in Aosta (c) Outdoormind
Lokale Spezialitäten im Restaurant La Chaumiere
Lokale Spezialitäten im Restaurant La Chaumiere (c) Outdoormind

Der nächste Tag läuft zu Beginn ähnlich ab wie am Tag zuvor. Wir können uns daran gewöhnen, denn Caffè kann man in Italien ja neben einem guten Gelato ebenfalls nicht genug bekommen. Dieses Mal ist Massimo mit Zac am Start und wir wissen schon was wir an diesem Tag wollen: Shuttlen! Wir wollen die besten Singletrails sehen. Gesagt getan. Neben einigen Klassikern fahren wir auch ein, zwei unbekannte, secret Trails. Es ist alles mit dabei, von losem, schlottrigem Untergrund im trockenen Gelände, felsdurchsetztem Terrain bis hin zu Flowtrails im satten Grün. Gefühlt erleben wir hier die verschiedenen Klimazonen an einem Tag! Zumindest ein paar wenige. Die Temperatur bleibt jedoch angenehm warm und so können wir entspannt im T-Shirt die Trails unsicher machen. Wir sind übrigens auch die einzigen weit und breit, die das tun. Noch ein Pluspunkt dazu! Mittags gibt es Lunch im Café du Velo. Als krönender Abschluss zeigt uns Zac noch einen secret Trail von Pila aus, der eigentlich nur aus felsigem Untergrund besteht (entweder liebt man es oder man hasst es) und Massimo nimmt uns mit auf seinen Lieblingstrail namens „Mucchetta“, der an Vielseitigkeit nicht zu toppen ist.

Aosta Valley Freeride Bike Shuttle
Aosta Valley Freeride Bike Shuttle (c) Outdoormind
Secret Trail Pila
Secret Trail Pila (c) Outdoormind
Secret Trail von Pila
Secret Trail von Pila (c) Outdoormind
Pila Trail im Aostatal
Pila Trail im Aostatal (c) Outdoormind
Lunch im Café du Velo in Aosta
Lunch im Café du Velo in Aosta (c) Outdoormind
Felsige Passagen beim Bike Shuttlen im Aostatal
Felsige Passagen beim Bike Shuttlen im Aostatal (c) Outdoormind
Singletrail Muchetta
Singletrail Muchetta (c) Outdoormind
Sonniger Bike Shuttle Tag im Aostatal
Sonniger Bike Shuttle Tag im Aostatal (c) Outdoormind

Kurz bevor die Sonne untergeht sind wir nach einem langen Tag zurück am Parkplatz, müde aber happy. Nach einer Dusche testen wir das nächste Restaurant, welches uns empfohlen wurde.

Gaumenfreuden im Aostatal
Gaumenfreuden im Aostatal (c) Outdoormind

Epische Trails mit Blick auf das Mont Blanc Massiv

Am Samstagmorgen treffen wir Massimo an bekannter Stelle und fahren mit ihm nach Courmayeur. Ja, wir brauchen noch ein paar kitschige Fotos vom Mont Blanc Massiv und epischen Trails im Vordergrund. Da führt dann doch kein Weg dran vorbei, wenn wir schon mal da sind. Für uns bedeutet dies aber harte Arbeit. Es sind zwar „nur“ 1000 Höhenmeter bergauf, davon aber 90% Tragepassage. Und mit tragen meine ich tragen. Aber bereits beim Uphill werden wir belohnt, da es in diesem alpinen Gelände immer wieder Neues zu entdecken gibt und die Natur einfach einzigartig ist. Die letzten paar Höhenmeter haben es trotzdem in sich. Hier sollte man schon beim Wandern keinen Trittfehler machen. Aber oben angekommen ist alle Mühe schnell vergessen. Diese Kulisse macht alles wett!!

Es kann losgehen
Es kann losgehen (c) Outdoormind
Schöne Aussichten beim Uphill
Schöne Aussichten beim Uphill (c) Outdoormind
Tragepassage zum Gipfel
Tragepassage zum Gipfel (c) Outdoormind
Verschnaufpause am Gipfel
Verschnaufpause am Gipfel (c) Outdoormind

Durchatmen und dann geht es schon weiter. Vor uns liegt ein fabelhafter Trail, der am Grat entlang führt. Wir treffen auf unendlich viele Schafen und den süssesten Lämmern weit und breit. Da werden selbst die Männer weich…Der Trail schlängelt sich schliesslich den Berg hinunter und wir landen auf einem genialen Flowtrail. Wir wissen jetzt schon dass das auch einer unserer Lieblingstrails sein wird. Es könnte ewig so weiter gehen.

Singletrailparadies auch für Schafe
Paradies auch für Schafe (c) Outdoormind
Überwältigende Kulisse Mont Blanc Massiv
Überwältigende Kulisse (c) Outdoormind
Trails mit Blick auf das Mont Blanc Massiv
Trails mit Blick auf das Mont Blanc Massiv (c) Outdoormind
Singletrails bei Courmayeur
Singletrails bei Courmayeur (c) Outdoormind
Massimo auf den Traumtrails
Massimo auf den Traumtrails (c) Outdoormind
Trails bei Courmayeur mit Mont Blanc im Hintergrund
Trails bei Courmayeur mit Mont Blanc im Hintergrund (c) Outdoormind
Traumtrails im Aostatal
High Five (c) Outdoormind
Massimo auf den Trails bei Courmayeur
Massimo auf den Trails bei Courmayeur (c) Outdoormind
Singletrails vom Feinsten im Aostatal mit Aosta Valley Freeride
Singletrails vom Feinsten im Aostatal mit Aosta Valley Freeride (c) Outdoormind

Unten angekommen gibt es einen letzten Caffè im netten Hotel Miravalle und wir fahren zurück nach Aosta.

Der Caffè, die letzte Pizza, der letzte Schluck Vino und das letzte Gelato…zumindest für dieses Wochenende. Wir freuen uns jetzt schon wieder auf Finale Ligure im November!

Fazit Biken im Aostatal

Für uns gehört das Aostatal definitiv zu den Traumtrail-Revieren schlechthin. Es hat noch sehr viel Potential und ist ein wahrer ungeschliffener Singletrail-Diamant. Wir sind gespannt, wie sich diese Region in Zukunft weiterentwickeln wird. Aosta Valley Freeride hat auf jeden Fall schon einiges geplant und ihr dürft gespannt sein!

Gut zu wissen:

  • Die Bikesaison geht von Mai bis Oktober. Bis Juni kann in höheren Lagen noch Schnee liegen. Die Seilbahnen (auch für Bikepark relevant!) laufen von Juni bis Anfang September.
  • Wir empfehlen euch als Unterkunft das Bikehotel Le Charaban. Es liegt etwas ausserhalb und bietet den idealen Ausgangspunkt.
  • Restaurants ausserhalb von Aosta besuchen. Die sind weniger touristisch und sehr sehr gut (z.B. Papagrand, Gargantua, La Chaumiere).
  • Auf eigene Faust könnt ihr euch zwar auf den Weg machen aber werdet nicht so viel sehen, wie wenn ihr mit Aosta Valley Freeride unterwegs seid. Sie organisieren alles von Enduro-Tour bis Bikeshuttle-Tag. Schaut unbedingt auf ihrer Website vorbei: www.aostavalleyfreeride.com

Weitere Informationen zur (Bike) Region findet ihr auch unter

http://www.bikevalledaosta.it

http://www.lovevda.it/de

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Romina Lemmert
Outdoor & Sport: Hier bin ich zuhause. Sei es beim Biken im Sommer oder Freeriden im Winter – Draußen sein in der Natur ist für mich ein Geschenk. Das bedeutet, völlig lebendig zu sein. Bei Outdoormind setzte ich im Speziellen auf frauenspezifische Produkte und berichte über Abenteuer mit Bike & Ski.